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Web 2.0
15Mrz

Politik, Polizei und IT/Internetkompetenz

Innerhalb weniger Tage geschehen zwei Dinge, die – scheinbar – nichts miteinander zu tun haben und doch ein erschreckendes Bild auf die Medienkompetenz von Politik und leider auch Ermittlern werfen, dass einem ganz Angst und Bange werden kann.

Da ist einmal die Ermittlungs“panne“ im Zusammenhang mit Winnenden. Die taz beschreibt in ihrem Artikel dazu ganz gut, was da wohl abgelaufen ist.  Erschreckend dabei die Unkenntnis, dass sowas überhaupt möglich ist und die definitiv falsche, öffentliche Behauptung, man hätte dafür einen Beleg auf dem Computer des Jungen gefunden. Dass der Innenminister sich da auf seine Ermittler verlässt – sei’s drum, es hat allerdings den Anschein, als hätte er früher losgeplaudert, als er sollte.

Andererseits die Angelegenheit Tauss, die seitens  des MdB der SPD, ihr Medienexperte, in geradezu fahrlässiger Art und Weise behauptet, selbstständig als Ermittler in Sachen Kinderpronografie tätig geworden zu sein. Seine Stellungnahme ist dabei für jemanden, der in dieser Angelenheit sachkundig ist, von geradezu erschreckender Naivität und zeugt von gewaltiger Unkenntnis.

Hinzu kommen die aktuellen Pläne von Ursula von der Leyen, einzelne Internetseiten durch die Internetprovider sperren zu lassen, die Kinderpornografie enthalten sollen. Mittels einer Liste von Seiten, erstellt durch das BKA/die LKAs, womöglich noch durch „private“ Institutionen. Das ist hanebüchen und in der Sache noch nicht einmal Symbolpolitik. Es bringt nichts für den Schutz vor Kinderpornografie und rettet mit Sicherheit kein Kind. Denn Kinderpornografie findet sich nicht irgendwie so auf irgendwelchen Websites – da hatte Jörg Tauss in seinen Ermittlungen schon recht.

In diesem Zusammenhang wird klar, dass das Internet und gewisse Dinge darin – Usenet, Mailinglists, Chats, IRC, IMs, Closed-User-Groups, LANs, FTP, Anonymous Surfing, IP-Blocker, IP-Forwarding, und ach so vieles mehr, für diejenigen, die darüber entscheiden sollen oder gar Verbrechen bekämpfen sollen, heute überhaupt nicht begreifbar zu sein scheint. Und viele gibt es schon seit so vielen Jahren, man fasst es nicht, dass es darüber keine Sachkenntnis herrscht.

Als politisch Handelnder kann ich nur fordern, dass sich die Politik schnell durch entsprechende Fachleute schlau macht. Dass sie Betroffene einbindet, Menschen, die im Netz leben oder sich „kümmern“, die sachkundig sind, permanent diskutieren, permanent am Thema bleiben, so wie es bspw. im „Trollforum“ geschieht, dass eine ehemalige grüne MdB betreibt. Diese Medien sind schnell. Sie bedürfen einer andauernden Evalutaion.

Das Web und alle seine Dienste, die es zur Verfügung stellt, ist keine Werbeplattform für Unternehmen. Sie ist kein Stimmenfänger für politische Parteien. Es ist ein Abbild unserer Gesellschaft, in dem vieles sichtbar wird, was man sonst nicht sieht. Es bietet mannigafaltige Möglichkeiten, sich zu bilden, sich zu unterhalten, sich auszutauschen, Menschen kennen zu lernen, Interessegruppen zu bilden und zu organisieren und vieles mehr. Es bietet daneben eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Gesetze zu übertreten, in manchen Dingen ganz einfach, in anderen schwer. Und es bedarf unterschiedlicher krimineller Energie, unterschiedliche Straftaten zu begehen – im Web sowie in RealLife – im wahren Leben. Und daher braucht es Menschen, die, ebenso wie Städte Polizeistreifen brauchen und es „Problemviertel“ und „gute Wohngegenden“ gibt, die in den verschiedenen Ecken des netzes Steife gehen, als hoheitliche Aufgabe, aber ausgestattet mit den erforderlichen Kompetenzen. Das verhindert keine Kinderpornografie und keinen Amoklauf – aber es verhindert Ermittlungspannen und Fehltritte und kann zu einem angemessenen Umgang mit diesem Medium und seiner Fortsätze  führen. Und es kann diese Dinge natürlich eindämmen.

Ich vermisse bis heute eine politische Antwort auf Gefahren durch Monopolismus wie er durch Microsoft gerade entstanden ist und durch Google gerade neu entsteht. Es gibt immer noch kein adäquate Antowrt auf die Brutalisierung der Spielewelt, obwohl z. B. aus der Hirnforschung schon jahrelang massiv gewant wird von den Folgen bspw. von Killerspielen. Politische Entscheidungsprozesse sind zu langsam für die Entwicklungen, auch hier müssen Mittel und Wege gefunden werden, die Prozesse zu beschleunigen.

Wer per Handy Fotos und Kommentare in Facebook einstellen kann, eine Gruppe bei wer-kennt-wen gründen kann und seinen Stammbaum bei verwandt.de hat, ist nicht automatisch sachkompetent. Dazu bedarf es mehr – vor allem die permanente Beschäftigung mit der Problematik und zumindest ansatzweise ein Verständnis dafür, wie Communities im Netz funktionieren.


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09Feb

Leinen los: Wir stürzen uns in die Blogosphäre

Die baden-württembergischen Grünen starten ein eigenes Blog. Da denkst Du vielleicht: „Jetzt bloggen die auch noch“. Politik-Blogs im Superwahljahr sind wahrlich nicht neu. Aber wir sind Überzeugungstäter. Bereits 1999 hielten wir einen virtuellen Parteitag ab.
Unser Blog soll nicht nur Fassade sein. Hier bloggen keine PR-Menschen, sondern „echte“ Grüne – vom Bundestagsabgeordneten bis zur Kommunalpolitikerin. Wir schreiben über Politik im Ländle und darüber hinaus. Unser Blog soll keine trockene Sammlung von Positionspapieren und Pressemeldungen werden, sondern ein „echtes“ Blog. Wir sehen es als eine gute Möglichkeit zum Dialog mit den BürgerInnen. Weil Politik noch immer meist nur in eine Richtung kommuniziert wird, sollen sich hier gerade auch unserer Leserinnen und Leser zu Wort melden. Zustimmung, aber auch Kritik zu unseren Artikeln in den Kommentaren sind uns herzlich willkommen. Lebendige Diskussionen kennzeichnen die Grünen – deshalb freuen wir uns darauf, dass auch Du Dich einmischst.

Das Internet ist weiter auf dem Vormarsch. Auch für die politische Kommunikation gewinnt es immer mehr an Bedeutung. Außerdem bietet es neue Chancen für einen besseren Austausch zwischen Politik und BürgerInnen. Wir Grüne sind überzeugt: Im viel diskutierten Web 2.0 stecken viele neue Möglichkeiten für mehr politischen Dialog und mehr demokratische Beteiligung. Neben diesem Blog sind wir baden-württembergischen Grünen deshalb schon länger am „Zwitschern“ auf twitter. Und auch unsere facebook-Gruppe wächst kontinuierlich. Außerdem stehen rechts in der Blogroll eine Reihe von Grünen aus dem Südwesten, die einen eigenen politischen Blog betreiben.

Schau doch mal rein auf youtube und flickr, follow uns auf twitter und diskutiere mit in unserer facebook-Gruppe, im Blog oder vor Ort. Grüne Politik lädt dich zum Mitmachen ein!


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