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Waffen
13Mrz

Amok

Wie paralysiert sitze ich vor Zeitung, TV und PC und verfolge zunächst die Berichterstattung zum Amoklauf in Winnenden, dann beinahe teilnahmslos die sofort, reflexhaft auftretenden Forderungen nach – ja, nach was? Als Vater von 5  Söhnen macht mir dieser Amoklauf besonders zu schaffen, 2 meiner großen Jungs sind im Alter dieses Jungen, der seinen Hass auf Schule, Gesellschaft und Leben und …ja, was noch? in einer Gewaltorgie hinausgeschossen hat.

Was kann man tun, um so etwas zukünftig zu verhindern? Der Ruf nach einem Verbot für privaten Waffenbesitz wird wieder laut. Ja, das könnte ich mittragen. Mir ist es nie eingefallen, eine tödliche Schusswaffe im Haus zu haben, kann den Wunsch danach weder verstehen, noch nachvollziehen. Ist das die Lösung? Eine davon? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass mich Vergleiche mit dem Auto, dass in eine Menschenmenge gelenkt werden könne, anekeln und der Amokläufer mit dem Fleischmesser aus der Küche mir absurd erscheint. Ja, ich denke, es ist zumutbar, Waffen nicht zu Hause haben zu dürfen. Aber es ist mit der richtigen Menge an Energie natürlich möglich, sich eine Schusswaffee zu besorgen. Aber es wäre schwerer und es bestünde die Chance, dass man bei der Besorgung auffällt. Und ja, ich finde, der Besitz von Waffen muss zentral registriert werden. Bedenklich finde ich nur, mit welcher Eile alle Forderungen nach einer Überprüfung der bestehenden Gesetze abgetan werden, vom Innenminister Schäuble, von der Waffenlobby.

Natürlich müssen wir der Frage nachgehen, was diesen Jungen dazu getrieben hat. Und natürlich besteht die gesellschaftliche Aufgabe, alle Optionen erneut zu prüfen, die es zukünftig erschweren, dass so etwas möglich ist. Kurzfristige wie langfristige Maßnahmen, auf allen Ebenen: einen Wachmann vor jeder Schule, nur noch ein Schuleingang, mehr Schulpsychologen, bessere pädagogische Ausbildung, Waffenbesitzverbot, Debatten um Gewalt in den Medien, usw. Darüber muss geredet werden. Denkverbote gelten nicht. Die Hände in den Schoß legen und zur Tagesordnung übergehen, das geht nicht. Auf keinen Fall.

Aber was leider auch eindeutig scheint: wirklich verhindern wird man so etwas nicht können. Aber man muss es zumindest versuchen.


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