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Waffen
01Mrz

Innenministerium klammert bei landesweiter Überprüfung von Waffenbesitzern Sportschützen und Jäger aus

Die Landesregierung geht bei den Waffenkontrollen im Land offensichtlich mit unterschiedlichen Maßstäben vor. Bei den unangemeldeten Kontrollen im Oktober 2009 wurden Sportschützen und Jäger von vorneherein ausgenommen. Das ist mit der vom Gesetz geforderten Gleichbehandlung nicht zu vereinbaren.“

Als Konsequenz aus dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen und in Folge des neuen Waffenrechts des Bundes hatte das baden-württembergische Innenministerium im Oktober 2009 angeordnet, landesweit alle Waffenbesitzer auf die ordnungsgemäße Aufbewahrung ihrer Waffen hin zu überprüfen. Die Vorlage des entsprechenden Nachweises musste von den Betroffenen bis Ende Oktober 2009 erbracht werden. Die im Waffengesetz vorgesehenen verdachtsabhängigen Kontrollen wurden bei dieser landesweiten Aktion dann bei denjenigen Waffenbesitzern durchgeführt, die bis zum Stichtag keine Nachweise über die Aufbewahrung ihrer Waffen vorgelegt hatten. Eine ganze Reihe von kommunalen Waffenbehörden hatte für diese Rückmeldung spätere Fristen eingeräumt. Um auch denen die Teilnahme an der ersten landesweiten Überprüfung seit etlichen Jahren zu ermöglichen, hatte das Innenministerium zusätzlich angeordnet, unangekündigte Kontrollen von Waffenbesitzern durchzuführen.

In ihrer Stellungnahme auf einen Grünen-Antrag muss die Landesregierung nun einräumen, dass bei den unangekündigten Kontrollen Sportschützen und Jägern ausdrücklich ausgenommen wurden. Das aber geht auf keinen Fall. Es kann keine Waffenkontrollen 1. und 2. Klasse geben. Tatsächlich waren von den unangekündigten Hausbesuchen nur Besitzer von geerbten oder von alten Waffen betroffen, sowie Waffen- und Munitionssammler. Das kann natürlich nicht angehen. Nur die strikte Gleichbehandlung aller Waffenbesitzer wird die neuen Kontrollen mit den erweiterten Befugnissen erfolgreich machen und die nötige Akzeptanz verschaffen.

Die Stellungnahme der Landesregierung macht weiter deutlich, dass die Landesregierung sich beim Thema Waffenbesitz immer noch „im Blindflug“ befindet.
Es liegen keine Angaben vor, in wie vielen Fällen Verstöße gegen die Aufbewahrungsvorschriften festgestellt wurden. Landesregierung und Waffenbehörden wissen noch nicht einmal, über wie viele Waffen jeder einzelne Waffenbesitzer verfügt. Die Grünen sehen sich in ihrer Forderung bestätigt, die Einführung eines landesweiten elektronischen Waffenregisters zu beschleunigen.


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17Feb

Die Ahnungslosigkeit der Regierung macht Waffenregister zwingend

Während der dreimonatigen Waffenamnestie im Land sind mehr als 53.000 Waffen zurückgegeben worden. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf einen Antrag von uns. Im Zeitraum 25.07. bis 31.12.2009 wurden bei den Waffenbehörden des Landes exakt 53.205 Waffen abgegeben, darunter 46.188 legale und 7.017 illegale Waffen.
Diese Zahlen sind ein klarer Beleg für den Erfolg der Amnestie und die gestiegene Sensibilität der Bevölkerung, insbesondere in Folge der breiten gesellschaftlichen Diskussionen nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen. Es spricht alles dafür, im Laufe des Jahres eine neue Amnestieregelung auf den Weg zu bringen, um die privaten Waffenbestände weiter zu reduzieren. Es ist völlig unverständlich, dass die Landesregierung dies in ihrer Stellungnahme ablehne. Hier wird eine große Chance vertan, für mehr Sicherheit zu sorgen. Wir fordern daher eine Neuauflage der Amnestieregelung.

Bezeichnend ist die Ahnungslosigkeit von Regierung und Behörden über Waffen und ihre Besitzer im Land. Jede Nische in unserer Gesellschaft ist statistisch erforscht, bei den Waffen aber herrscht Schweigen. Das wird aus der Regierungsantwort erneut deutlich. Ein besonders Interesse an größeren Erkenntnissen über den Waffenbesitz, insbesondere bei illegalen Waffen, hat die Landesregierung bei der Amnestieregelung nicht gezeigt, Vorgaben hat es nicht gegeben. Sie kann nun nicht einmal über die Zahl der abgegebenen Kriegswaffen wie Maschinenpistolen Angaben machen.

Wir brauchen Licht im Dunkel der vielen tausend Waffenarsenale im Land. Das elektronische nationale Waffenregister duldet keinen Aufschub mehr. Seine Einführung muss auf 2011 vorgezogen werden. Hamburg hat es vorgemacht, Baden-Württemberg stochert hingegen bei der Zahl der Waffen in Privatbesitz und noch mehr bei illegalen Waffen im Nebel herum.


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09Nov

Stichproben sprechen klare Sprache – Waffenkontrollen sind zwingend notwendig

Wer will, dass es vermehrt verdachtsunabhängige und regelmäßige Kontrollen der Aufbewahrung von Waffen in baden-württembergischen Privatwohnungen gibt und damit neue Aufgaben auf die Waffenbehörden der Kommunen überträgt, muss für deren Finanzierung sorgen, kritisiert die grüne Landtagsfraktion das derzeitige Geschachere um die durch die Kontrollen erheblich steigenden Kosten der Waffenbehörden in den Stadt-und Landkreisen. Die Umsetzung des neuen Waffenrechts hatte endlich mit der Aufforderung des Innenministeriums an alle Waffenbehörden im Land begonnen, in der letzten Oktoberwoche unangemeldete Kontrollen in Privatwohnungen durchzuführen. Die Bilanz dieser Stichproben zeigt nun den dringenden Handlungsbedarf und die eindeutige Berechtigung für verschärfte Kontrollen. In über 50% der kontrollierten Fälle (576 von 1.073 im ganzen Land!) gab es Beanstandungen. In erster Linie entsprachen die Waffenschränke nicht den Vorschriften oder waren schlicht nicht vorhanden. Waffenkontrolleure berichteten aber auch von Fällen, in denen Waffen und Munition für jedermann zugänglich in den Wohnungen herumlagen. Winnenden hat offensichtlich nicht lange als Warnung gewirkt. Von jedem Waffenbesitzer muss aber jetzt ein Beitrag zu mehr Sicherheit gefordert werden. Um die Überprüfung der Aufbewahrung von Waffen und damit den Gesetzesvollzug zu gewährleisten, fordern Die Grünen vom Innenminister klare Signale. Entweder gibt es Mittel für die Kommunen, damit deren Waffenbehörden qualifiziertes Personal beschäftigen und auch fortbilden können, oder es wird eine eindeutige Rechtsgrundlage für das Erheben von Gebühren für Waffenkontrollen geschaffen. Dann nämlich können die Kommunen diese Aufgaben selbst sachgerecht finanzieren. Vor dieser Verantwortung aber drücke sich der Innenminister bisher. Alle Kommunen und die kommunalen Landesverbände haben zwischenzeitlich ihren personellen Bedarf offen gelegt. Wer zu recht keine Minijobber bei der Waffenkontrolle will, der muss jetzt handeln, sonst ist die Kritik an Waffenbehörden, die Teilzeitstellen ausschreiben, pure Heuchelei. Die Grünen fordern in diesem Zusammenhang auch eine Verlängerung der Amnestieregelung für die straffreie Rückgabe illegaler Waffen über den 31. Dezember hinaus. Jede Waffe, die auf diesem Wege eingezogen wird, ist ein Beitrag zu mehr Sicherheit. Allerdings muss es beim strikten Verkaufsverbot von eingezogenen Waffen für die Kommunen bleiben! Die Waffen sollen zu Pflugscharen werden!


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13Mrz

Nach Winnenden

Wir Grüne waren und sind gut beraten, uns seit Mittwoch nicht in den vielstimmigen Chor derer einzumischen, die 2 Stunden nach dem Amoklauf bereits wussten, wie die Lösungen aussehen. Diese „Klugscheißerei„ ist mir extrem zuwider. Taten wie die in Winnenden zeigen uns jenseits der sterilen Aufgeregtheit des Nachrichtenmarktes in Wirklichkeit unsere Grenzen auf, derartige Handlungen von Menschen überhaupt verstehen zu können.
Gründlich nachdenken und abwägen und dabei keine Tabus mehr zulassen, darum wird es aber dann ab den nächsten Tagen gehen.Mich irritiert dabei ebenso die Unbeirrbarkeit von Elternbeiräten, dass es nur am dreigliedrigen Schulsystem liegt (warum gab es dann im PISA-Siegerland Finnland auch einen schrecklichen Amoklauf?), wie das sofortige Vorpreschen der CDU mit der ganzen Phalanx ihrer Innenminister, deren Hauptbotschaft ist: Das Waffenrecht darf nun auf keinen Fall verschärft werden.
Nicht nur wir sehen es als wichtige Voraussetzung an, dass so weit wie nur irgend möglich die genauen Umstände der Tat und ihrer furchtbaren Folgen aufgeklärt werden.
Und dann sollten wir in Ruhe die ganze Bandbreite diskutieren. Und das gründlich.
Es geht dabei zentral und unausweichlich um eine neue Kultur des Sich-Umeinander-Kümmerns. Es geht um die Notwendigkeit, dass den Schülerinnen und Schülern mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Es geht um die Frage, ob unsere individuelle Förderung und Betreuung ausreicht, ob wir bereits in der Lage sind, verdeckte Signale von SchülerInnen mit Problemen tatsächlich zu erkennen. Es geht um die Frage, was brauchen wir konkret? Vor allem zur Verbesserung der Betreuung. Sind SchulpsychologInnen und SchulsozialarbeiterInnen, die einmal pro Woche in der Schule sind, tatsächlich der Schlüssel für bessere Betreuung? Oder müssen es nicht einfach mehr LehrerInnen sein, muss nicht mit allem Ernst um eine neue Kultur des Vertrauens zwischen SchülerInnen und LehrerInnen gerungen werden?
Und wir brauchen eine nüchterne Diskussion über sonstige Konsequenzen. Dabei ist natürlich auch zu prüfen, ob und wie die Kontrolle der bestehenden Waffengesetze verbessert werden kann und ob weitere Verschärfungen des Waffengesetzes notwendig sind. Warum gehört es zur individuellen Freiheit eines Sportschützen oder Jägers, eine Zahl X scharfer Waffen und Munition in unbegrenzter Höhe zu Hause aufbewahren zu dürfen?
Das sind nur einige der bohrenden Fragen, die anstehen. Und ich fände es gut, wenn wir gerade vor Ort da eine gute und konstruktive Rolle spielen. Dazu sind gerade Eure Beiträge und Eure unterschiedliche Lebenserfahrungen erwünscht und sie werden sehr stark gebraucht! Mischt Euch bitte ein!


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13Mrz

Amok

Wie paralysiert sitze ich vor Zeitung, TV und PC und verfolge zunächst die Berichterstattung zum Amoklauf in Winnenden, dann beinahe teilnahmslos die sofort, reflexhaft auftretenden Forderungen nach – ja, nach was? Als Vater von 5  Söhnen macht mir dieser Amoklauf besonders zu schaffen, 2 meiner großen Jungs sind im Alter dieses Jungen, der seinen Hass auf Schule, Gesellschaft und Leben und …ja, was noch? in einer Gewaltorgie hinausgeschossen hat.

Was kann man tun, um so etwas zukünftig zu verhindern? Der Ruf nach einem Verbot für privaten Waffenbesitz wird wieder laut. Ja, das könnte ich mittragen. Mir ist es nie eingefallen, eine tödliche Schusswaffe im Haus zu haben, kann den Wunsch danach weder verstehen, noch nachvollziehen. Ist das die Lösung? Eine davon? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass mich Vergleiche mit dem Auto, dass in eine Menschenmenge gelenkt werden könne, anekeln und der Amokläufer mit dem Fleischmesser aus der Küche mir absurd erscheint. Ja, ich denke, es ist zumutbar, Waffen nicht zu Hause haben zu dürfen. Aber es ist mit der richtigen Menge an Energie natürlich möglich, sich eine Schusswaffee zu besorgen. Aber es wäre schwerer und es bestünde die Chance, dass man bei der Besorgung auffällt. Und ja, ich finde, der Besitz von Waffen muss zentral registriert werden. Bedenklich finde ich nur, mit welcher Eile alle Forderungen nach einer Überprüfung der bestehenden Gesetze abgetan werden, vom Innenminister Schäuble, von der Waffenlobby.

Natürlich müssen wir der Frage nachgehen, was diesen Jungen dazu getrieben hat. Und natürlich besteht die gesellschaftliche Aufgabe, alle Optionen erneut zu prüfen, die es zukünftig erschweren, dass so etwas möglich ist. Kurzfristige wie langfristige Maßnahmen, auf allen Ebenen: einen Wachmann vor jeder Schule, nur noch ein Schuleingang, mehr Schulpsychologen, bessere pädagogische Ausbildung, Waffenbesitzverbot, Debatten um Gewalt in den Medien, usw. Darüber muss geredet werden. Denkverbote gelten nicht. Die Hände in den Schoß legen und zur Tagesordnung übergehen, das geht nicht. Auf keinen Fall.

Aber was leider auch eindeutig scheint: wirklich verhindern wird man so etwas nicht können. Aber man muss es zumindest versuchen.


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