Die vier großen deutschen Energiekonzerne haben im vergangenen Krisenjahr zusammen einen Gewinn von 20 Milliarden Euro erwirtschaftet. Diese Märchengewinne haben die Kunden und das Klima bezahlt. Denn die Strom- und Gaspreise sind im europäischen Vergleich in Deutschland auf einem hohen Niveau. Dies liegt an der Struktur des deutschen Strommarktes mit seinem Oligopol aus Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Alleine durch die Beherrschung der Leipziger Strombörse, haben die vier Konzerne im Jahr 2007 einen Gewinn von 13,4 Milliarden Euro erzielt.
Dies zeigt ganz klar: Die Wettbewerbsaufsicht im deutschen Energiemarkt funktioniert nicht.
Ein Großteil dieser Gewinne stammt aus Kohle und Atom. So setzt der Vorstandsvorsitzende von Eon weiter auf die Uralt-Technologie Kohle: „Unsere großen Kohlekraftwerke bleiben das Rückgrat unserer Erzeugung in Mitteleuropa,“ so Wulf H. Bernotat bei der Bilanzpressekonferenz. Diese Strategie ist angesichts der Klimakatastrophe unverantwortlich und kurzsichtig. Denn bei keiner Art der Stromerzeugung wird mehr CO2 ausgestoßen als bei der Verbrennung von Kohle. Hinzu kommt, dass der Preis für Kohle auf dem Weltmarkt weiter steigen wird. Die Verstromung von Kohle ist nicht mehr lange wettbewerbsfähig.
Die vier deutschen Energiegiganten und ihrer Lobbyisten aus CDU/CSU und FDP werden nicht müde zu betonen, dass sich durch eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke der Strompreis für die Kunden senken würde. Dies ist aber nicht der Fall. Denn in Wirklichkeit würde eine Laufzeitverlängerung nur die Kassen der Stromkonzerne füllen, die mit jedem alten abgeschriebenen AKW eine Million Euro Reingewinn pro Tag machen. Somit würde eine Laufzeitverlängerung den Stromkonzernen Milliarden schenken und ihre Marktdominanz ausbauen. Sie könnten und sie werden höhere Preise durchsetzen. Eine Laufzeitverlängerung treibt also den Strompreis in die Höhe.
Für mich ist klar: Die Monopolstellung der vier Energiekonzerne muss gebrochen werden zugunsten von dezentralen Energieversorgungsstrukturen. Wir brauchen auch nicht mehr Kohle- und Atomstrom, sondern mehr Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Das ist gut für die Kunden und das Klima.
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