Am letzten Wochenende wurde gewählt. Henning Schürig fasst die für Grüne richtig guten Ergebnisse der drei Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und im Saarland zusammen. In NRW wurde kommunal gewählt, ebenfalls mit grünen Erfolgen. Natürlich gilt wie immer, dass jede Partei sich jetzt als Wahlsieger sieht.
Als Grüner müsste ich jetzt restlos zufrieden sein. Dass ich es nicht bin, liegt nicht nur am Wiedereinzug der NPD in Sachsen und am Doch-knapp-ohne-Grüne-Auskommen für Rot-rot in Thüringen, sondern vor allem an der medialen und parteipolitischen Logik.
Wie Spiegelkritik richtig hinweist, wird die Berichterstattung dem Charakter einer demokratischen Wahl (Was wollten die WählerInnen eigentlich?) nur bedingt gerecht. Als Akteure treten vor allem – personifizierte – Parteien auf. Dass fast alle Medien – neben Bundestagswahlspekulationen – die (angeblich) geleakten Exitpolls zum großen Thema machten, sagt ebenfalls etwas über journalistische Schwerpunkte aus. Die üblichen Medienmechanismen bedeuten viel zu Koalitionswünschen (FAZ, WELT, SPIEGEL hätten beispielsweise gerne endlich mal Jamaika), sehr viel zu Personen und Konflikten (Wer kann mit Lafontaine, wer war mit wem Pizza essen?), und sehr sehr viel zur Bundestagswahl (Merkel: doch rote Socken?).
Was fehlt? Bei Medien wie Parteien mehr Sachlichkeit hinsichtlich der Koalitionsoptionen. Und vor allem: bei beiden Analysen zu den inhaltlichen Konsequenzen unterschiedliche Koalitionen für die jeweiligen Länder!
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