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Konjunkturpaket II
06Mrz

KII – Zusätzlichkeit

Es gibt einen weiteren kleinen Verhandlungserfolg für die Kommunen und Länder bei der Umsetzung der Maßnahmen des „Konjunkturpaktes II“ . Die umstrittene „Zusätzlichkeitsklausel“ wurde am 2.3.09 bei Verhandlungen der Finanzminister der Länder und des Bundes entschärft.
Nach zahlreichen Beschwerden aus den Kommunalen Spitzenverbänden und Kritik im Landtag, insbesondere von uns Grünen, ist endlich Bewegung in die Sache gekommen. Bekanntlich war unter anderem umstritten, dass die Investitionen der Länder und Kommunen im Zeitraum 2009 bis 2011 die Investitionssumme der Jahre 2006 bis 2008 hätten übertreffen müssen, um als „zusätzlich“ zu gelten. In diesem Zusammenhang sollte dem Bund gegenüber den Ländern ein weit reichendes Rückforderungsrecht vorbehalten bleiben. Das wäre auch für die Kommunen im Rahmen des Finanzausgleichs natürlich nicht ohne negative Folgen geblieben. Damit aber wäre ein Erfolg des ausdrücklich positiven Teilpakets des „K II“ in den Kommunen sehr stark gefährdet worden. Das Risiko, hinterher mit Rückforderungen des Bundes konfrontiert zu werden, weil sich herausstellt, dass die Investitionssumme zu niedrig gewesen ist, wäre für Kommunen und Länder enorm gewesen. Nun wird es zu dieser strengen Handhabung nicht kommen. Bei der Beurteilung der „Zusätzlichkeit“ von Investitionen wird jetzt zusätzlich der längere Zeitraum 2004 bis 2008 als Vergleichsbasis dem der Jahre 2009 bis 2011 gegenüber gestellt. Außerdem müssen in den nächsten drei Jahren nur 60% der im neuen Vergleichszeitraum 2004 – 2008 getätigten Investitionen erreicht werden. Damit kommt es nicht zu der aberwitzigen Konstellation, dass Investitionen, die jetzt in einer Wirtschaftskrise vorgenommen werden, um überhaupt noch nachhaltige Effekte zu erzielen, diejenigen übertreffen müssen, die bei sprudelnden Steuereinnahmen möglich waren. Als Ergebnis der nachgeschobenen Bund-Länder-Verhandlungen hat sich die Rechtsgrundlage vor allem für die Kommunen verbessert. Sie können jetzt über die Verwendung der Mittel entscheiden. Wir sehen aber noch weiteren Korrekturbedarf in den Bund-Länder-Vereinbarungen zum „K II“. Der Bund hat nämlich über den Bundesrechnungshof die Ermächtigung erhalten, zur Überprüfung der „Zusätzlichkeit“ sogar in die Haushaltsunterlagen einzelner Gemeinden Einblick nehmen zu können. Das aber ist mit den ausschließlichen Länderzuständigkeiten für die Kommunen nicht vereinbar.


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03Mrz

Sozialer Kompass ausgefallen

Es ist allgemein bekannt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht – steigende Armut in Deutschland ist traurige Realität. Deshalb ärgert mich das Konjunkturpaket der Bundesregierung. Natürlich ist es richtig, dass die Wirtschaft mit Investitionen gestützt wird – o.k. von mir aus auch die Banken. Aber auch Gutverdienende?

Der Eingangssteuersatz wird um einen Prozentpunkt gesenkt und der Steuerfreibetrag auf 8.004 Euro angehoben. Von dieser Steuererleichterung profitieren vor allem gut und sehr gut Verdienende, nur ein kleiner Teil entlastet tatsächlich Menschen mit niedrigem Einkommen.

Viel wichtiger ist es aber, dass diese Steuererleichterungen nur die Hälfte der Bevölkerung erreichen. Die andere Hälfte geht leer aus, weil sie keine Steuern zahlen – Geringverdienende, Menschen mit niedrigen Renten, StudentInnen und natürlich Erwerbslose. Es sind aber gerade die Ärmeren in unserer Gesellschaft, bei denen es um jeden Euro geht.

Die Steuererleichterungen kosten 7 Milliarden Euro und werden dennoch konjunkturell wenig bewirken. Vor allem aber wird damit die Tendenz steigender Armut noch weiter verschärft. Gerade jetzt in der Wirtschaftskrise müssten die Investitionen gezielt den ärmeren Teil der Bevölkerung entlasten – beispielsweise durch die Erhöhung des Arbeitslosengelds II, das bekanntlich nicht armutsfest ist. Dies wäre auch wirtschaftlich sinnvoll. Denn während Menschen mit wenig Geld jeden zusätzlichen Euro tatsächlich ausgeben und so die Binnennachfrage ankurbeln, sparen Besserverdienende einen deutlich größeren Teil ihres Geldes.

Mein Fazit – der Bundesregierung ist wahrlich der soziale Kompass ausgefallen. Damit wurde die Chance verpasst – Konjunkturkrise und mehr soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden!


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23Feb

Konjunkturpaket II – neue Entwicklungen

Ich hatte Euch am Freitag, 20.02.09, über das Konjunkturpaket II und die Folgen für die Kommunen informiert. Ich will heute über einen kleinen Erfolg der Opposition berichten.

Die Probleme mit dem dem „K II“ zugrunde liegenden „Zukunftsinvestitionsgesetz“ und der Vereinbarung von Bund und Ländern über den Mitteltransfer waren für uns im Landtag Anlass zur Intervention gewesen.

Wichtigster Kritikpunkt war die so genannte „Zusätzlichkeit“ von Investitionen.

Anlass für unsere Kritik waren (wieder einmal) handwerklich schlecht gemachte Gesetze. Wir haben das inner- und außerhalb des Landtag öffentlich gemacht und in der Landtagsdebatte am 18.2.09 einen Antrag gestellt, damit die Investitionskriterien für Kommunen und Länder im Bundesrat geändert werden. Ergebnis: MP Oettinger und Finanzminister Stächele haben unsere Kritik aufgegriffen. Die Landesregierung hat aus unserem Antrag einen Beschlußantrag für den Bundesrat gemacht. Der Bundesrat hat dem Antrag am 20.02. zugestimmt und fordert Bundesregierung und Bundesrat auf, die kritisierten Bestimmungen zu ändern.

Ich finde, das ist ein erfolgreiches Beispiel nach dem Motto „eine konstruktive Opposition regiert mit“.

Wir haben aber auch daraufhin gewiesen, dass den Fördermitteln des Bundes (und auch des Landes) in den nächsten Jahren erhebliche Steuerausfälle bei den Kommunen gegenüberstehen können, da die steuersenkenden Maßnahmen der Pakete I und II ihre Auswirkungen haben werden. Erste Berechnungen gibt es ja bereits. Dennoch werden und sollen die Kommunen die Investitionsmittel natürlich einsetzen. Ich werde weiter berichten.

Und, ach ja: Byzantinische Grüße an die Kollegen der SPD!

 

PS: Für Materialen zum Nachlesen oder weitere Informationen hierzu einfach eine kurze Mail an mein Stuttgarter Büro: hans-ulrich.sckerl@gruene.landtag-bw.de


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20Feb

Konjunkturpaket II

Das Konjunkturpaket II ist im Moment in aller Munde. Viele Kommunen betrachten es als Füllhorn, das nun seinen Geldregen über die Gemeinden ausschüttet, um dringend benötigte Investitionen zu tätigen. Im Prinzip lässt sich mit dem KII wirklich einiges Gutes in den Kommunen bewerkstelligen. Allerdings macht ein kleiner Passus den Gemeinderäten das Ausgeben des Geldes richtig schwer. So dürfen nur „ zusätzliche“ Investitionen getätigt werden. Und die Summe der Investitionen der Jahre 2009 – 2011 muss höher sein als die zwischen 2006 und 2008. Ja heilix Blechle! Haben wir nun Krise oder nicht? Wenn wir sie haben, wie soll dann mehr investiert werden als in den Boom-Jahren, in denen die Steuerkassen auch der Kommunen überliefen? Das können sich nur Bürokratenhirne in Berlin weitab von der Realität ausgedacht haben! Es reicht ja schon, dass die Geldspritzen aus Berlin und Stuttgart nicht bereit stehen für Dinge, die bereits im laufenden Haushaltsplan einer Kommune stehen. So richtig viel Sinn macht das nicht, denn nur weil die Gemeinde sich schon selbst um die Sanierung eines Schulhauses bemüht, bedeutet dies ja nicht, dass die Mittel des KII da falsch eingesetzt wären. Wir haben deswegen die Landesregierung aufgefordert, darauf zu drängen, diesen blödsinnigen Passus zu streichen. Die SPD allerdings nannte unseren Antrag byzantinisch und lehnte ihn ab. Immerhin hat Oettinger in der späteren Debatte zugegeben, dass dieses Problem, das von uns da auf den Tisch gebracht wurde, ein berechtigtes Anliegen sei und dass er sich bei Merkel bereits für eine Änderung eingesetzt habe. Und noch besser: Die soll das schon zugesagt haben. Gute Opposition regiert eben wieder einmal mit.

Ein Wort noch zur SPD. Das Adjektiv byzantinisch bezieht sich auf das Problem der byzantinischen Generäle. Es ist ein Problem der Übereinkunft, welches darin besteht, dass die Heerführer einstimmig beschließen müssen, ob sie eine feindliche Armee angreifen sollen oder nicht. Kompliziert wird das Problem durch die räumliche Trennung der Befehlshaber; sie müssen also Boten hin- und herschicken. Dazu kommt die Möglichkeit, dass sich unter den Generälen Verräter befinden können, die an die anderen Generäle absichtlich irreführende Information schicken können. Was das jetzt mit unserem Antrag zu tun hat? Gar nichts, de haben sich bloß saumäßig geärgert dass wir ihrem Peer in Berlin auf die Schliche gekommen sind. Der wollte nämlich den Ländern und Kommunen mit der „Zusätzlichkeit“ ein Bein stellen.


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13Feb

News aus dem Landtag: Konjunkturpaket II

Liebe LeserInnen,

auch im Landtag ist das Konjunkturprogramm II Thema. Seit gestern wissen wir, wie es in Ba-Wü umgesetzt werden soll. Mit dem Schwerpunkt energetische Sanierung, der vom Bund vorgegeben wurde sind wir natürlich sehr zufrieden. Wir wissen aber auch, dass unser grüner Druck bewirkt hat, dass das Thema nun gesetzt ist.
Grundsätzlich sind wir aber der Meinung, dass Konjunkturprogramme wenig sinnvoll sind. Denn: Wir werden nie die Finanzvolumen erreichen, die wirklich Einfluss auf die Konjunktur nehmen könnten.

Mit dem jetzigen Konjunkturpogramm wird vor allem die Bauindustrie gefördert. Der eigentlich relevante Einbruch ist aber z.B. beim Maschinenbau. Dem Maschinenbau könnte man in Baden-Württemberg viel besser helfen, wenn die Landesregierung und die Regierungspräsidien ihren Widerstand gegen die Windräder aufgeben würden.
Im Kern ist aber der Teil des Programms, der an die Länder und Kommunen geht ein Strukturprogramm im grünen Sinne. Massive Investitionen ins Energiesparen (energetische Sanierung) und in die Bildung (Schulen und Hochschulen) stellen Ba-Wü strukturell besser auf und sind daher sinnvoll. Wir werden uns deshalb darauf konzentrieren, dass einerseits die Mittel schnell und nicht im Einzelprojekt-Verfahren in die Kommunen kommen (das wirklich die vom Bund geplanten 70% in den Kommunen ankommen konnten wir schon (mit-)durchsetzen) und andererseits, dass gerade bei der energetischen Sanierung wirkliche CO2-Einsparungen erreicht werden.

Wer unsere Position im Landtag en detail wissen will, kann auf der Seite der Landtagsfraktion Winfrieds Rede zum Thema nachlesen.

Grüße aus dem Landtag, Edith


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