Weiter zum Inhalt
Kommunales
22Jun

Rekordergebnis mit 1.422 Mandaten für GRÜNE im Südwesten

Bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 haben Die Grünen zusammen mit grünen und alternativen Listen ihr bisher bestes Ergebnis in Baden-Württemberg erzielt. Dank flächendeckender Zugewinne wird es künftig 1.422 grüne und alternative Mandate in Gemeinden, Städten, Landkreisen und im Stuttgarter Regionalparlament geben. 2004 waren es 1.242. Grüne haben sich dabei wieder einmal durch ihre enorme Bündnisfähigkeit ausgezeichnet. 50 % der Kommunallisten sind Bündnisse mit BIs und kritischen BürgerInnen mit Namen von “Aufwind“ bis zu „Liste Mensch und Umwelt“. Allein die Wahlvorschläge der grünen Partei erzielten landesweit 8,2 %. Rechnet man die grün-nahen Listen dazu, klettert das Ergebnis in Richtung 14% im Landesdurchschnitt. Das Statistische Landesamt schlägt die grünen und alternativen Listen traditionell immer erst den Freien Wählern zu, um im Herbst ein mühsam erstelltes differenziertes Endergebnis zu präsentieren. Wir wissen es heute schon: GRÜN hat diese Kommunalwahlen eindeutig gewonnen.

Die Landeshauptstadt wird Grün

Herausragender Leuchtturm ist das Ergebnis in Stuttgart. Die Grünen sind erstmals in der Landeshauptstadt stärkste Fraktion geworden. Mit 25,3% der Stimmen eroberten sie 16 Sitze im Stadtparlament. Die CDU hat in ihrer bisherigen Hochburg massiv verloren und ist mit 15 Sitzen auf den zweiten Platz abgerutscht. Bei den Einzelergebnissen kommt die beste CDU-Bewerberin nach 7 grünen StadträtInnen auf Platz 8 ein. Das Stuttgarter Ergebnis zeigt, dass grün inzwischen weit in  bürgerliche Wählerschichten vorgedrungen ist. Hier wie in anderen Städten hat die CDU massiv an uns abgeben müssen. Natürlich kam uns die ablehnende Haltung der Bevölkerungsmehrheit zum Megaprojekt „Stuttgart 21“ zugute. Es gibt aber vor allem bei jüngeren Familien eine neue Hinwendung zu den Grünen. Die CDU trifft trotz Stabsstelle im Staatsministerium und hochkarätig besetzter Arbeitsgruppe „Große Städte“ nicht mehr das urbane Lebensgefühl und die Erwartungen ihrer bisherigen jüngeren WählerInnen. Diese wählen jetzt ohne Umwege grün, das war auch bei den Europawahlen am gleichen Tag ebenso signifikant festzustellen.

Vormachtstellung in den Hochburgen ausgebaut

 Alle bisherigen grünen Hochburgen konnten gehalten und z.T. noch ausgebaut werden. Die Grünen sind stärkste kommunalpolitische Kraft  u.a. in Freiburg (23,9%), Konstanz (23,3%) und Tübingen (32,9%). Die drei Ergebnisse haben etwas gemeinsam: Grüne regieren dort mit Oberbürgermeistern. Grüne und grün- nahe Fraktionen tragen hier seit Jahren ein hohes Maß an Verantwortung und prägen die Stadtpolitik. Der „Regierungsbonus“ hilft also bei Kommunalwahlen. In Tübingen z.B. sind wir faktisch eine Volkspartei und mehr als eineinhalb Mal so stark wie die CDU. Satte Zugewinne gab es weiter in nahezu allen Großstädten, auch in Mannheim, der zweitgrößten Stadt im Land, die nun gerade nicht von akademischen und studentischen Milieus, sondern nach wie vor von starken Arbeiterschichten geprägt ist. Es wird nicht leicht, aber ganz entscheidend für die künftigen Optionen der Grünen auch auf Landesebene, die neuen WählerInnen aus den bürgerlichen bis konservativen Milieus vor allem mit guter Kommunalpolitik zu binden. Wir wittern hier schon bei den Bundestagswahlen eine echte Chance. Nicht ohne Grund jagt der Bundesvorsitzende Cem Özdemir in den nächsten Wochen in Stuttgart nach dem Direktmandat. Die gleiche Entwicklung haben wir in nahezu allen Großen Kreisstädten im Land – grün liegt stabil im zweistelligen Prozentbereich und gewinnt ganz neue WählerInnenschichten.

Starke Zugewinne auch in den ländlichen Räumen

Trotz aller Freude über die grünen Hochburgen, Wahlen werden im Flächenland Baden-Württemberg in der Diaspora Tauberbischofsheim und nicht in Tübingen wirklich gewonnen. Der grüne Wahlsieg im ganzen Land resultiert nämlich entscheidend aus den Ergebnissen und Zugewinnen im ländlichen Raum, und das ausnahmslos in allen Landesteilen. Auch hier gibt es eine wachsende Zahl von Gemeinden, in denen die Grünen stärkste Kraft geworden sind: Zum Beispiel Merzhausen (34,0%), Bad Boll (31,85%), Asperg (31,1%.  In kleineren Gemeinden wächst auch die Zahl der grünen „StimmenkönigInnen“, mit zum Teil deutlichen Abständen zu den MitbewerberInnen der anderen Parteien. Die neue grüne KommunalpolitikerIn ist etwas jünger als 2004, der angestrebte Teil-Generationswechsel hat erstaunlich gut geklappt. Der grüne Frauenanteil in den Räten ist gegenüber 2004 leider von 44% auf 40% gesunken. Auf den Listen selbst lag er über 45%. Auch wenn reihenweise beliebte Kommunalis nach z.T. 25 Jahren den Stab übergeben haben: Gute grüne Kommunalpolitik seit Anfang der 80er Jahre hat feste Wurzeln geschlagen, gewachsenes Vertrauen der Menschen in unsere KommunalpolitikerInnen ermöglicht diese flächendeckenden Erfolge. 

Dies ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil die ländlichen Gebiete in Baden-Württemberg lange Zeit eine konservative Trutzburg waren, in denen wir an der 5% – Hürde herumkrebsten.

CDU verliert – SPD auch.

Die CDU kommt bei den Kommunalwahlen im Landesschnitt nur noch auf 28,4%, das ist ein deutlicher Einbruch von fast 4%. Gerade in den Städten verlor die CDU zum Teil dramatisch und büßte ihre Vormachtstellung weiter ein. Das lässt sich von den ländlichen Räumen in dieser Form noch nicht sagen, aber die Abstände verringern sich.

Die SPD konnte von den Verlusten der CDU nicht profitieren, verlor selbst von niedrigem Niveau aus nochmals 1,1% landesweit und landete bei 17%. Beide hatten ihr niedrigstes Kommunalwahlergebnis seit der Gemeindreform in den 70erJahren. Das macht zugleich deutlich, dass es im Ländle für grün bei rot fast nichts mehr an Honig zu saugen gibt. Die klassische rot-grüne WechselwählerIn der Regierungsjahre Schröder/Fischer wählt längst grün.

FDP im Bundestrend, Rechte verlieren

In Baden-Württemberg konnten die Liberalen nur wegen des Bundestrends deutliche Zugewinne verzeichnen und kommen auf 5%. Mit der Güte liberaler Kommunalpolitik hat das dann wenig zu tun, weil die FDP im Land nicht einmal 50% der Präsenz der Grünen in den Kommunen aufweisen kann. Die Linke ist überall im Land weit unter ihren Prognosen geblieben und kam nur in den Großstädten mit durchschnittlich 1-2 Sitzen zum Zuge.

Braune Parteien spielten bei dieser Kommunalwahl erfreulicherweise so gut wie keine Rolle.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

17Apr

LCC und BuKo: Grünes Wochenende in Stuttgart

Dieses Wochenende liegt der Nabel der Grünen Welt in Stuttgart. Der Kongress der Grünen Kommunalpolitiker/innen Europas – oder auf englisch: Local Councillors Congress (LCC) – findet ebenso statt wie der Bundeskongress der Grünen Jugend.

Der LCC steht unter dem Motto „Green New Deal for Greener Cities“. Am Freitag findet im Rathaus Stuttgart ein Eingangsplenum statt, Samstag und Sonntag dann im Haus der Wirtschaft. Inhaltllich finden neben Podiumsgesprächen auch verschiedene Workshops statt, beispielsweise zu öffentlichen Dienstleistungen und Daseinsvorsorge, oder auch zu nachhaltiger städtischer Entwicklung und den EU-Strukturfonds nach 2014. Kommunale Themen und deren europäische Relevanz werden also konsequent zusammen gedacht. Natürlich sind neben vielen Grünen Kommunalpolitiker/innen aus ganz Europa auch Heide Rühle , unsere baden-württembergische Spitzenkandidatin zur Europawahl, sowie weitere Grüne Promis wie Reinhard Bütikofer, Rebecca Harms und auch Cem Özdemir anwesend.
Für alle, die Lust haben, andere Grüne Lokalpolitiker/innen zu treffen, und sich für die Verbindung von kommunalen und europäischen Themen interessieren, sollten auf jeden Fall vorbeischauen!
Tageweise Anmeldung ist möglich.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Bundeskongress der Grünen Jugend in Stuttgart-Feuerbach. Es hat ja ganz schön lange gedauert, bis mal wieder ein solcher Kongress im Südwesten stattfindet. Umso mehr freuen wir uns darüber. „Gerechtigkeit leben!“ ist das jungrüne Motto. Neben der eigentlichen Mitgliederversammlung mit sicherlich spannenden politischen Debatten finden am Samstag vormittag inhaltliche Workshops statt. Da werde auch ich einen Workshop zum Thema Rechtsextremismus im Südwesten anbieten. Cem Özdemir wird am Samstag um 14 Uhr auf dem Bundeskongress erwartet.
Samstag abend ist dann die große 15 Jahre Grüne Jugend Party. Ich bin gespannt, wie die Leute die Aufforderung, sich wieder ins Outfit zu werfen, welches man als 15jährige/r getragen hatte, umsetzen werden. Ich war bereits auf der Suche nach meinem alten Ramones T-Shirt.
Natürlich sind auch Gäste beim BuKo willkommen.

Es wird also sehr schwer fallen, den Grünen dieses Wochenende in Stuttgart zu entkommen!


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

02Apr

WWW.MITMACHERIN.EU – unsere Kampagnen-Website zur Kommunal- und Europawahl

Der Countdown läuft: In 66 Tagen werden in Baden-Württemberg die Gemeinderäte und Kreistage ebenso neu gewählt wie das Europa-Parlament. Deshalb haben wir heute unsere Kampagnen-Website zur Kommunal- und Europawahl gestartet. Sie hört – entsprechend dem Motto unserer Kommunalwahlkampagne – auf den schönen Namen www.mitmacherin.eu.

Screenshot MITMACHERIN.EU

Wir wollen Euch dort nicht nur informieren, sondern vor allem auch interaktive Möglichkeiten anbieten und zum Mitmachen anregen. So könnt Ihr unter dem Motto „Gib GRÜN Dein Gesicht!“ ein Foto und eine Botschaft von Euch hochladen und damit selbst Teil unserer Kampagne werden. Wie grün tickst Du in Sachen Kommunalpolitik? Das kannst Du mit unserem Gruen-o-mat testen. Außerdem könnt demnächst über mitmacherin.eu eine Muster-Mail an Euer Rathaus schicken und dort nachbohren, was Eure Kommune für den Klimaschutz oder für eine bessere Kinderbereuung tut.

Unsere grünen Positionen gibt’s auf mitmacherin.eu multimedial: Zu verschiedenen kommunalpolitischen Themen bieten wir Videos an. Außerdem könnt Ihr die kommunalpolitische Erklärung auch nachhören und demnächst als Gebärdensprache-Video anschauen. Schaut also mal rein. Wir hoffen, mitmacherin.eu gefällt Euch.

P.S.: Toll wäre, wenn Ihr uns mit einem Banner unterstützt – und von Eurer Website auf mitmacherin.eu verlinkt.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 4 Kommentare

06Mrz

KII – Zusätzlichkeit

Es gibt einen weiteren kleinen Verhandlungserfolg für die Kommunen und Länder bei der Umsetzung der Maßnahmen des „Konjunkturpaktes II“ . Die umstrittene „Zusätzlichkeitsklausel“ wurde am 2.3.09 bei Verhandlungen der Finanzminister der Länder und des Bundes entschärft.
Nach zahlreichen Beschwerden aus den Kommunalen Spitzenverbänden und Kritik im Landtag, insbesondere von uns Grünen, ist endlich Bewegung in die Sache gekommen. Bekanntlich war unter anderem umstritten, dass die Investitionen der Länder und Kommunen im Zeitraum 2009 bis 2011 die Investitionssumme der Jahre 2006 bis 2008 hätten übertreffen müssen, um als „zusätzlich“ zu gelten. In diesem Zusammenhang sollte dem Bund gegenüber den Ländern ein weit reichendes Rückforderungsrecht vorbehalten bleiben. Das wäre auch für die Kommunen im Rahmen des Finanzausgleichs natürlich nicht ohne negative Folgen geblieben. Damit aber wäre ein Erfolg des ausdrücklich positiven Teilpakets des „K II“ in den Kommunen sehr stark gefährdet worden. Das Risiko, hinterher mit Rückforderungen des Bundes konfrontiert zu werden, weil sich herausstellt, dass die Investitionssumme zu niedrig gewesen ist, wäre für Kommunen und Länder enorm gewesen. Nun wird es zu dieser strengen Handhabung nicht kommen. Bei der Beurteilung der „Zusätzlichkeit“ von Investitionen wird jetzt zusätzlich der längere Zeitraum 2004 bis 2008 als Vergleichsbasis dem der Jahre 2009 bis 2011 gegenüber gestellt. Außerdem müssen in den nächsten drei Jahren nur 60% der im neuen Vergleichszeitraum 2004 – 2008 getätigten Investitionen erreicht werden. Damit kommt es nicht zu der aberwitzigen Konstellation, dass Investitionen, die jetzt in einer Wirtschaftskrise vorgenommen werden, um überhaupt noch nachhaltige Effekte zu erzielen, diejenigen übertreffen müssen, die bei sprudelnden Steuereinnahmen möglich waren. Als Ergebnis der nachgeschobenen Bund-Länder-Verhandlungen hat sich die Rechtsgrundlage vor allem für die Kommunen verbessert. Sie können jetzt über die Verwendung der Mittel entscheiden. Wir sehen aber noch weiteren Korrekturbedarf in den Bund-Länder-Vereinbarungen zum „K II“. Der Bund hat nämlich über den Bundesrechnungshof die Ermächtigung erhalten, zur Überprüfung der „Zusätzlichkeit“ sogar in die Haushaltsunterlagen einzelner Gemeinden Einblick nehmen zu können. Das aber ist mit den ausschließlichen Länderzuständigkeiten für die Kommunen nicht vereinbar.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 2 Kommentare

23Feb

Konjunkturpaket II – neue Entwicklungen

Ich hatte Euch am Freitag, 20.02.09, über das Konjunkturpaket II und die Folgen für die Kommunen informiert. Ich will heute über einen kleinen Erfolg der Opposition berichten.

Die Probleme mit dem dem „K II“ zugrunde liegenden „Zukunftsinvestitionsgesetz“ und der Vereinbarung von Bund und Ländern über den Mitteltransfer waren für uns im Landtag Anlass zur Intervention gewesen.

Wichtigster Kritikpunkt war die so genannte „Zusätzlichkeit“ von Investitionen.

Anlass für unsere Kritik waren (wieder einmal) handwerklich schlecht gemachte Gesetze. Wir haben das inner- und außerhalb des Landtag öffentlich gemacht und in der Landtagsdebatte am 18.2.09 einen Antrag gestellt, damit die Investitionskriterien für Kommunen und Länder im Bundesrat geändert werden. Ergebnis: MP Oettinger und Finanzminister Stächele haben unsere Kritik aufgegriffen. Die Landesregierung hat aus unserem Antrag einen Beschlußantrag für den Bundesrat gemacht. Der Bundesrat hat dem Antrag am 20.02. zugestimmt und fordert Bundesregierung und Bundesrat auf, die kritisierten Bestimmungen zu ändern.

Ich finde, das ist ein erfolgreiches Beispiel nach dem Motto „eine konstruktive Opposition regiert mit“.

Wir haben aber auch daraufhin gewiesen, dass den Fördermitteln des Bundes (und auch des Landes) in den nächsten Jahren erhebliche Steuerausfälle bei den Kommunen gegenüberstehen können, da die steuersenkenden Maßnahmen der Pakete I und II ihre Auswirkungen haben werden. Erste Berechnungen gibt es ja bereits. Dennoch werden und sollen die Kommunen die Investitionsmittel natürlich einsetzen. Ich werde weiter berichten.

Und, ach ja: Byzantinische Grüße an die Kollegen der SPD!

 

PS: Für Materialen zum Nachlesen oder weitere Informationen hierzu einfach eine kurze Mail an mein Stuttgarter Büro: hans-ulrich.sckerl@gruene.landtag-bw.de


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
58 Datenbankanfragen in 1.188 Sekunden · Anmelden