Weiter zum Inhalt
Umwelt, Klima & Energie
25Nov

Grünzeug am Mittwoch 042: das Klima essen

Am Wochenende hatten wir ja Landesparteitag (alle Infos dazu) – mit durchaus revolutionärem Charakter. Nicht nur, dass unser Vorsitzendenteam komplett ausgetauscht wurde, nicht nur, dass Milchbauern und Studiproteste Thema waren, nein es gab auch einen kleinen, aber extrem kontroversen Beschluss, der eine Auszählung einer Abstimmung über einen Geschäftsordnungsantrag zur Folge hatte.

Die Rede ist vom Beschluss „Verantwortungsvoll essen“ (pdf). In diesem kurzen Beschluss wird dargestellt, warum vegetarische Ernährung aus umweltpolitischer Sicht sinnvoll ist, und dann heißt es (einige ehemalige AktivistInnen der Grünen Jugend kennen diese Debatten):

Die Landesdelegiertenversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg möchte daher ein Zeichen setzen. Um auf die genannten Problematiken einzugehen, sollen auf zukünftigen LDKen und Landesausschüssen, wenn organisatorisch möglich, alle Gerichte vegetarisch und mindestens eines vegan sein.

Ich finde das gut. Weil ich mich persönlich seit Jahren vegetarisch ernähre und das Problem, in einer Messehalle ein leckeres vegetarisches Essen zu finden, gut kenne, vor allem aber, weil die Klimabilanz des Fleischkonsums erschreckend ausfällt.

Trotzdem kann ich nachvollziehen, dass das leicht als moralischer Rigorismus gedeutet werden kann – und dass hier ein Konflikt zwischen Klimaschutz- und Tierschutzzielen und der grünen Landwirtschaftspolitik (regionale angepasste Tierhaltung) besteht. Trotzdem wird auf unseren Parteitagen auch in Zukunft niemand verhungern. Panik ist also – passend zu „42″ – nicht angebracht.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 11 Kommentare

04Mrz

Grünzeug am Mittwoch 004: Studienwoche

Ich erkläre diese Woche zur Studienwoche. Der Reihe nach. Am 2. März wanderte die dpa-Meldung „Labil und teilnahmslos“ durch die Presse. Dort wurden Ergebnisse des Studierendensurveys referiert. Hauptaussage: 1983 waren noch 54 % der Studierenden an Politik interessiert, heute noch 37 %. Immer mehr Studierende sehen sich als Teil der „politischen Mitte“. Unklar bleibt, was zwischen 1983 und heute war. Aber nehmen wir mal an, das stimmt so. Das könnte heißen, dass inzwischen einfach breitere Bevölkerungsschichten – jenseits der klischeehaften Akademikerkinder – an die Hochschulen kommen. Oder aber, dass das verschulte Bachelor-System keine Zeit für politisches Engagement lässt. Ersteres wäre gut (passt aber nicht zur Sozialerhebung), zweiteres ein Grund mehr, über die Reformbedürftigkeit der Bachelor-Reform nachzudenken.

Aus dem IAB kommt die Aussage, dass Ich-AG und Überbrückungsgeld jeweils für sich funktioniert haben, zu einem Instrument zusammengelegt aber kritisch zu betrachten sind. Das Potsdam-Institut schätzt das Risiko globaler Erwärmung höher als bisher bekannt ein. Der SWR hat 15 % für die Grünen in Baden-Württemberg gefunden. Und die Sonntagsfrage von emnid sieht keine Mehrheit für schwarz-gelb. Das Bundesverfassungsgericht gibt Studien des CCC zur Unsicherheit von Wahlcomputern weitgehend recht.

Die Moral? Ein Haufen Untersuchungen. Informationsflut. Die meisten tauchen nur als Mini-Meldungen auf. Welche Studie wirkmächtig wird, hat was mit Lotto zu tun: Wissenschaft meets Politik.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 2 Kommentare

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
48 Datenbankanfragen in 0.643 Sekunden · Anmelden