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Fritz Kuhn
19Jan

Grünzeug am Mittwoch 050: Drei Fragen an Manfred Westermayer

Vor 30 Jahren wurden die Grünen gegründet. Meine Eltern waren mit dabei. In diesem Grünzeug am Mittwoch gibt’s deswegen (auf Anregung von Wolfgang Wettach) drei Fragen an meinen Vater, Manfred Westermayer. Und ganz im Stil der Zeit (randlose, eng bedruckte Flugblätter mit ausführlichen Fussnoten) ist’s ein kleines bißchen länger geworden.

Wie war das, als der KV Tübingen gegründet wurde? Was für Leute haben da eine neue Partei ins Leben gerufen?

Die Vorgeschichte begann circa 1970. In den Freiburger Thesen der FDP hieß es, Umwelt schützen nützt dem Menschen. Auch die Atomenergie war ein Thema für die Gründung des BfU (Bund für Umweltschutz) in Tübingen. Von dem spaltete sich – aufgrund unterschiedlicher Positionen zum Thema Gewalt – der Arbeitskreis Lebensschutz um den Linguisten, Pädagogen und Gandhi-Schüler Hartmut Gründler ab, bei dem ich mich ab 1973 engagierte. Er organisierte Bücherlisten und Vorträge zu Umweltthemen, zur gesunden Ernährung und besonders zur Atomenergie. Die AUD* von August Haußleiter (ein begnadeter Redner) war für mich damals die Partei, die die Themen Umwelt und Atom, aber auch Atomkrieg und NATO-Aversion über ihre Zeitung Die Unabhängigen transportierte. Daraus erwuchs 1975 die Gründung des Kreisverbands Neckar-Alb der AUD bei uns zuhause. Wir waren Idealisten: (Waldorf)-Lehrer, Physiker, Chemiker, Alternative, „Müslis“.

Wir machten Reklame mit gelegentlichen Infoständen in der Mensa. Der Abdruck der „Seattle-Rede“ mit einer aktuellen Einschätzung der zivilisatorischen Lebensweise durch Johnny Mohawk war eines unserer Werbematerialien, Die Kunst des Liebens von Erich Fromm und auch die Schriften von Ivan Illich gehörten zu unserem Repertoire.

Zwar gab es einen „Bürgerdialog Kernenergie“ durch Bundeskanzler Helmut Schmidt – aber parallel wurde der Bau von Atomkraftwerken forciert. Bei Reutlingen war das „AKW Mittelstadt“ geplant. Das und insbesondere die Bauplatzbesetzung in Wyhl politisierte uns heftig. Die politischen Aktionen Hartmut Gründlers** gegen diese lügenhafte Politik gipfelten leider in seiner Selbstverbrennung vor dem SPD-Atom-Parteitag in Hamburg am 16. November 1977.

Kurz danach zeigte die AUD das politische Märchen „Vom Fischer und siner Fru“. Das war wohl der Tropfen in ein übervolles Fass. Wolf-Dieter*** und Conny**** Hasenclever wechselten von der Atom-SPD zur AUD. Unsere Politik wurde professioneller. Zugleich bekam unser Tübinger Spektrum etwas mehr an roter Farbe. Unter anderem trat auch Fritz Kuhn bei uns ein. Wir hatten mehrere große Veranstaltungen – einmal als Vorprogramm auch einen Info-Markt der lokalen Umwelt- und Friedensgruppen.

Aus dieser AUD heraus entstanden bei uns DIE GRÜNEN. Im KV Tübingen der GRÜNEN (Gründung vermutlich am 3. April 1979) mit Gerlinde Westermayer im Vorstand wurde dann auch die Gründung des Landesverbands mit vorbereitet. DIE GRÜNEN beteiligten sich bereits 1979 als „Politische Vereinigung“ an der Europawahl. Dazu organisierten wir unter anderem eine gut besuchte Anti-Atom-Veranstaltung mit Solange Fernex aus dem Elsass und Petra Kelly. Im Mai plakatierten wir querbeet bis nach Leutkirch im Allgäu, wo ich herkomme. Auch dort gab es eine Veranstaltung zur Europa-Wahl. Wolf-Dieter Hasenclever wurde in den Kreistag und 1980 in den Landtag gewählt.

Im Sommer 1980 wurde ich dann zum – allerdings nicht besonders schlagfertigen – Bundestagskandidaten. Angeblich hat Fritz Kuhn sich über meine mangelhafte Performanz so geärgert, dass er beschlossen hat, das besser zu machen – das hat er ja auch bis jetzt mit langem Atem getan.

Ich weiß gar nicht, ob ihr beim Gründungsparteitag in Karlsruhe 1980 mit dabei wart. Sind die ersten Bundesversammlungen mit den heutigen Delegiertenkonferenzen vergleichbar? Oder was war anders?

Ich war bei einigen Delegiertenversammlungen der AUD. Beim Gründungsparteitag in Karlsruhe war je ein Delegierter oder eine Delegierte pro Kreisverband vorgesehen. Im KV Tübingen wurde die Wahl angefochten und so gab es eine Nachwahl. Delegierter war dann Fritz Kuhn mit einem leichten Stimmenvorsprung vor Wolf-Dieter Hasenclever. Wir waren nicht dabei. Heute sind die Parteitage wesentlich formaler und bereits im Vorfeld (Antragskonferenzen) super organisiert – die Regie lässt aber kaum noch Raum für Spontanes.

Wenn du dich in die damalige Zeit zurückversetzt: Worüber wäre dein damaliges „Ich“ an den heutigen Grünen begeistert?

Sicherlich darüber, wie manche PolitikerInnen mit guten Reden bzw. guten Texten eine inhaltlich stimmige Position auf schwierigem Terrain darlegen, wie z.B. Rebecca Harms gegen die Atomenergie oder auch der Beitrag von Winni Nachtwei zur Rede von Bischöfin Käßmann zum Afghanistan-Krieg. So etwas kann mich auch heute noch begeistern.

Vielen Dank!


* Die AUD (wertkonservativ und „neutralistisch“) wäre ein Thema für sich.

** Siehe Gründlers Essay „Die sprachliche Verpackung der Atomenergie … “, nachlesbar in: H. Hüfler/M. Westermayer (Hrsg.) Hartmut Gründler, Ein Leben für die Wahrheit – Ein Tod gegen die Lüge, G&M Westermayer Verlag.

*** Heute bei der FDP.

**** Conny Hasenclever organisierte damals u.a. die „Kinder-Plakate“, also „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“


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10Nov

Grünzeug am Mittwoch 040: Posten und Positionen

Inzwischen ist klar, wie die Bundestagsausschüsse durch die grüne Fraktion beschickt werden, und auch, wer die fünf Fraktionsarbeitskreise koordiniert und damit aller Wahrscheinlichkeit nach im Fraktionsvorstand vertreten sein wird. Schon vorher war klar, dass der AK 1 – Wirtschaft/Haushalt/Finanzen – wohl durch einen Baden-Württemberger koordiniert werden würde. Bisher war dies Fritz Kuhn (Heidelberg), der dieses Amt weiterhin ausüben wird, nachdem Gerhard Schick (Mannheim) keine Mehrheit erhalten hat. Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden werden am Donnerstag gewählt. Aller Voraussicht nach wird der Fraktionsvorstand dann aus Renate Künast und Jürgen Trittin als Vorsitzenden, Volker Beck als Geschäftsführer sowie Fritz Kuhn, Bärbel Höhn, Josef Winkler, Frithjof Schmidt und Ekin Deligöz bestehen.

Bündnis 90/Die Grünen werden zudem zwei Ausschussvorsitzende stellen. Ersten Infos zufolge sind dies der Vorsitz im Menschenrechtsausschuss (Tom Koenigs) und im Verkehrsausschuss. Dafür ist Winne Hermann (Tübingen) im Gespräch. Nicht nur aus baden-württembergischer Sicht: eine gute Wahl!

The candidates II

Und so verteilen sich die baden-württembergischen Abgeordneten auf die Ausschüsse (thematische Sprecherposten stehen noch nicht fest):

  • Kerstin Andreae: Wirtschaft und Technologie
  • Fritz Kuhn: Wirtschaft und Technologie
  • Sylvia Kotting-Uhl: Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
  • Gerhard Schick: Finanzen
  • Beate Müller-Gemmeke: Arbeit und Soziales
  • Winne Hermann: Verkehr, Bau und Stadtentwicklung; Sport
  • Biggi Bender: Gesundheit
  • Alex Bonde: Haushalt
  • Ingrid Hönlinger: Recht
  • Memet Kilic: Innen; Petitionen
  • Agnieszka Malczak: Verteidigung

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22Sep

Diskutiere mit Kerstin Andreae und Fritz Kuhn im Chat!

Chat mit Kerstin Andreae und Fritz Kuhn
Die Bundestagswahl steht vor der Tür. Und damit die entscheidende Weichenstellung dafür, ob es endlich zu einem Politikwechsel in Deutschland kommt.

Du möchtest wissen, wofür die Grünen stehen: Wie sehen die grünen Rezepte zur Überwindung der Wirtschaftskrise aus? Was wollen die Grünen für den Klimaschutz tun? Wie wollen die Grünen mehr soziale Gerechtigkeit und Teilhabe verwirklichen? Wie lassen sich die Bürgerrechte und der Datenschutz stärken? Was sagen die Grünen zum Atomausstieg, und wie sieht die Energieversorgung der Zukunft aus?

Hast Du diese oder ganz andere Fragen an uns Grüne? Dann mach mit beim Chat mit Kerstin Andreae und Fritz Kuhn am 25. und 26. September jeweils um 19 Uhr! Unsere beiden baden-württembergischen SpitzenkandidatInnen stellen sich Deinen Fragen und diskutieren mit Dir:

www.chat.gruene-bw.de


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15Sep

Drei für Grün live – vor Ort und im Stream

dreifuergruenWir baden-württembergischen Grünen gehen mit unserem Wahlkampfhöhepunkt am 21. September neue Wege: Wir verbinden klassischen Wahlkampf mit Online-Wahlkampf. Kerstin Andreae, Fritz Kuhn und Cem Özdemir werden bei drei parallelen Veranstaltungen in Freiburg, Stuttgart und Heidelberg auftreten. Diese Veranstaltungen werden per Videokonferenz zusammengeschaltet, so dass die ZuschauerInnen an allen drei Orten die Reden aller drei KandidatInnen verfolgen können. Außerdem werden die Veranstaltungen im Internet per Livestream übertragen auf: www.livestream.com/gruenebw und www.gruene-bw.de

Die Veranstaltungen beginnen vor Ort um 19 Uhr – der Livestream startet um 19.15 Uhr. Alle Infos gibt es gebündelt hier.


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07Jul

Endlich Abschalten! Anti-AKW-Demo in Neckarwestheim


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