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FDP
02Feb

Grünzeug am Mittwoch 052: Ich kaufe ein A!

Heute erreichte mich mehrfach eine Mail eines hier vor Ort wohlbekannten Öko-Aktivisten, die ich so gut fand, dass ich mich dann doch entschlossen habe, sie einfach hier zu weiterzuverarbeiten.

Die FDP wirbt – wie wohl inzwischen alle Parteien – online um Spenden. Warum das da so hochgestochen „FDP Bürgerfonds“ heißt, ist mir nicht ganz klar. Möglicherweise spielt die Nähe zu den – dem klischeehaften FDP-Mitglied ja täglich über den Weg laufenden – strukturierten Wertpapieren und Anlagefonds eine Rolle. Vielleicht soll’s auch sugerieren, dass es sich dabei um etwas anderes als um schnöde Parteispenden handelt. Wie dem auch sei: wer der FDP etwas spenden möchte, kann dies per Überweisung an den FDP Bürgerfonds, Konto: 216 603 302, BLZ 370 800 40 bei der Dresdner Bank Köln/Bonn tun.

So, warum lasse ich mich jetzt über die FDP aus, verlinke sogar auf deren Spendenseite? Und das, ohne das Wörtchen „Mövenpick“ auch nur ein einziges Mal zu erwähnen, bisher jedenfalls. Ach genau: Ereignisse der letzten Zeit wecken den Verdacht, dass es möglich ist, gegen Entgelt die Politik der FDP zu verändern.

Damit sind wir wieder bei der Mail. Denn was wollen wir uns kaufen? Ein A, ein T, ein O, … genau, den Atomausstieg.

Also: 1 Cent an die FDP spenden – und nicht vergessen, deutlich zu machen, um was es geht!


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27Jan

Grünzeug am Mittwoch 051: Projekt 18?

Auch 2010 geht es fleißig weiter mit den Wahlumfragen. Inzwischen liegen wir Grünen bei FORSA bei 16 Prozent (SPD: 21 Prozent), bei GMS bei 14 Prozent (SPD: 24 Prozent) und bei Emnid bei 13 Prozent (SPD: 24 Prozent). Zur Erinnerung: bei der Bundestagswahl sind wir mit knapp 11 Prozent dann doch hinter FDP und LINKEN ins Ziel gegangen.

So erfreulich diese Zahlen sind (und so irritierend der bis auf fünf Prozentpunkte geschrumpfte Abstand zwischen der Altvolkspartei SPD und uns bei FORSA ist) frage ich mich doch, ob wir uns nicht zu früh freuen. Das hat einen pragmatischen und einen politischen Grund.

Der pragmatische Grund ist schlicht und einfach der, dass grüne Umfragewerte die Tendenz haben, in Oppositionszeiten hoch zu gehen – unsere Bundestagsfraktion macht ja auch gute Arbeit, insbesondere im Kontrast zur Regierung. Je näher dann der Wahltag kommt, desto weniger können einige es sich anscheinend vorstellen, tatsächlich grün zu wählen. Auch im Sommer 2009 lagen wir in den Umfragen schon einmal bei 14 Prozent, was dann bis zum Wahltag ziemlich zusammenschnurrte.

Der politische Grund liegt in der überraschenden Stabilität der CDU/CSU in den Umfragen – und im Fehlen einer progressiven Machtoption auf Bundesebene. Denn selbst wenn wir SPD und Grüne irgendwann beide bei 20 Prozent landen, ist damit noch lange keine Wahl gewonnen.


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15Dez

Grünzeug am Mittwoch 045: Neues aus dem Netz

Nachdem nicht so ganz absehbar ist, wie Kopenhagen aka Kyoto 2.0 läuft, und ich mir noch nicht so ganz klar darüber bin, was ich von „Bologna 2.0″ halten soll, bleibe ich lieber bei der Netzpolitik.

Oder, um es mit Julia Seeligers Worten zu sagen, bei der Bürgerrechtsbewegung 2.0. 26 Jahre nach dem Volkszählungsurteil wurde heute vor dem Bundesverfassungsgericht die Massen-Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung erörtert. Der Verhandlungsverlauf wurde getwittert. Demnach sorgte die Bundesregierung wohl eher für Stirnrunzeln auf der Richterbank, wohingegen die neue Bürgerrechtsbewegung, die Grünen (u.a. sprach Volker Beck; da waren auch Claudia Roth, Malte Spitz und Konstantin von Notz) und die FDP (hier im Sinne von Hirsch und Leutheusser-Schnarrenberg) dem Vernehmen nach gut ankamen. Es gibt Hoffnungen, dass das Verfassungsgericht der Vorratsdatenspeicherung einen Verweis erteilt.

Die SPD fehlte heute in Karlsruhe. Dafür überrascht sie anderswo. Eines der heißen netzpolitischen Wahlkampfthemen war der von der SPD gedeckte Vorstoss, eine Netzzensurinfrastruktur einzurichten. Unter anderem kam es darüber zum öffentlichen Zerwürfnis mit dem SPD-Onlinebeirat und zu einem seltsamen Programmparteitag. Jetzt plötzlich ist die SPD gegen Netzsperren. Die Fakten waren ihr schon im Sommer bekannt. Inhaltlich ist der Schwenk ja richtig – aber merkt die SPD nicht, wie unglaubwürdig sie sich macht, wenn Sachfragen dermaßen von Machtfragen überschattet sind?


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14Okt

Wer hat der FDP den Taschenrechner geklaut?

Die Verhandlungen um den Koalitionsvertrag hatten noch nicht einmal begonnen, da war die schwarz-gelbe Haushaltslüge schon entlarvt – ein peinlicher Start für Schwarz-Gelb! Kaum ist die Wahl vorbei, musste Kanzlerin Merkel die desolate Haushaltslage und 40 Milliarden Euro Lücke im Haushalt zugeben, die sie während des Wahlkampfes versucht hat zu verschweigen.

Im Papier zur Ausgangslage der Koalitionsgespräche aus dem Kanzleramt heißt es: „Die Haushaltspolitik des Bundes steht auch ohne zusätzliche politische Impulse vor einer Herkulesaufgabe, um den verfassungsrechtlichen Anforderungen der neuen Schuldenregel ab 2011 gerecht zu werden“. Die Vorgaben der neuen Schuldenregel können nur mit Hilfe von globalen Minderausgaben von rund 40 Milliarden Euro eingehalten werden, heißt es weiter. (Übersetzung: „zusätzliche politische Impulse“ bedeutet dann wohl „mathematische Notwendigkeit von Steuererhöhungen“…)

Richtig putzig ist da schon fast das große Erstaunen des FDP „Finanzexperten“ Solms. Der ist total erstaunt, dass es schlecht aussieht mit dem Haushalt und es da sogar Löcher gibt.

Nein? Wirklich?? Schulden im Bundeshaushalt??? Wow, Herr Solms, wer hätte den damit rechnen können im Wahlkampf????

Wo war dieser „Experte“ denn die letzten Jahre ? Nicht vorzustellen welche Überraschungen auf Herr Solms zukämen, wenn er den Bundeshaushalt mal lesen würde. Denn die 40 Milliarden Euro bis 2013 sind ja schon schöngerechnet. Zur genannten Haushaltslücke kommen unter anderem noch die außerhalb des Haushaltes versteckten Schulden der Bankenrettung und des Konjunkturpaketes.

Schon im Finanzplan der ehemals großen Koalition war die “Globale Minderausgabe” als getarnte 40-Mrd-Lücke bekannt. (Nächste Übersetzung: Eine „Globale Minderausgabe“ ist ein Haushaltstrick: Sie schreibt einen Betrag fest, der gespart werden muss, lässt aber offen wo und wie.) Auf Deutschland rollt nach dem öffentlichen Finanzplan der verflossenen Großen Koalition allein bis 2013 eine Schuldenlawine von über 300 Milliarden zu. Dazu kommen die Kosten für die Schattenhaushalte aus der Finanzmarktkrise und den Konjunkturpaketen. Dazu kommt: die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme ist gefährdet und keiner glaubt, dass diese überall mit zinsfreien Darlehen gerettet werden. In den Arbeits-, Renten- und Krankenversicherungen klaffen Milliardenlöcher, die sich auf den Bundeshaushalt auswirken werden (- wenn man nicht an der Beitragsschraube dreht, was in der Krise arbeitsmarktpolitisch richtig schädlich wäre). Wir sind gespannt, wann Realität und Taschenrechner die FDP-Versprechen endgültig beerdigen!

Übersicht über die wahre Haushaltslage des Bundes:

http://alex-bonde.de/themen/haushaltspolitik


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06Okt

Grünzeug am Mittwoch 035: Bürgergeld kein Grundeinkommen

Auch wenn mir die Wahlentscheidung der BürgerInnen noch immer nicht recht nachvollziehbar erscheint, verhandeln FDP, CSU und CDU jetzt ja über einen Koalitionsvertrag. Aktuell machte die Nachricht die Runde, dass die FDP ihr Liberales Bürgergeld (auch im Wahlprogramm) an die Stelle von Hartz-IV setzen wolle. Die Union scheint da jedoch nicht mitzuziehen.

Als Grundeinkommensbefürworter finde ich es richtig, wenn die FDP sich hier nicht durchsetzt. Warum? Das gelbe Bürgergeld ist alles andere als ein sinnvolles Grundeinkommensmodell, auch wenn auf den ersten Blick gewisse Ähnlichkeiten bestehen. Was will die FDP? Jedem Bürger und jeder Bürgerin 662 Euro pro Monat auszahlen, über das Finanzamt und verrechnet mit der Einkommenssteuer (d.h. nur bei Bedürftigkeit). Sinnvoll: der Wegfall der „Umverteilungsbürokratie“. Weniger sinnvoll: die Höhe, insbesondere bei Pauschalisierung der Mietanteile, damit würden 662 Euro de facto vielerorts unterhalb von Hartz IV plus Wohngeld liegen. Ebenso erscheint mir nicht alles, was reingerechnet werden soll, sinnvoll.

Ganz besonders unsinnig ist jedoch der entscheidende Unterschied zu echten Grundeinkommensmodellen: die Beibehaltung der Grundidee von Hartz-IV, auf Arbeitsverweigerung mit Sanktionen zu reagieren. Richtig gelesen: FDP-Bürgergeld würde weiterhin bedeuten, dass bei Erwerbsfähigkeit und Ablehnung einer zumutbaren Arbeit gekürzt wird. Damit ist FDP-Bürgergeld letztlich nichts anders als ein gekürztes, vom Finanzamt ausgezahltes Hartz-IV (inkl. Bedarfsgemeinschaften).


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