Der neueste Trend in der Küchenpsychologie: Feiertagsbewältigungstipps für Patchworkfamilien. Jedenfalls sind mir einige Artikel aufgefallen, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Seltsamerweise wurde in den Jahren davor vor Weihnachten geunkt, dass eigentlich jede Familie an den Feiertagen mit Stress rechnen muss: „Hohe Erwartungen an Feiertagsidylle schlagen schnell in Familienstreit um“ war zu lesen, ohne das besondere Familienformen gemeint waren. Richtig gefährlich sind Feiertage aber auch für Singles: Auch die wurden schon vor dem Festtagsblues gewarnt. Steht demnächst auf den Weihnachtsbäumen „Vorsicht, der Einsatz dieses Baumes kann zu Psychostress führen, warnt Ihre Familienministerin“?
Meiner Erfahrung nach macht man sich und anderen immer dann das Leben schwer, wenn man versucht, vorgegebenen Mustern gerecht zu werden und andere nach ihrer Normerfüllung beurteilt. Zufriedenheit entsteht im Miteinander eher, wenn man nach den Wegen sucht, die ganz individuell für die jeweils Beteiligten passen. Traditionen und Gewohnheiten geben Halt, es können aber auch die selbst um- oder neu geformten sein. Familie ist dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sagen wir Grüne. Und natürlich miteinander feiert, erzählt, sich erholt und auch mal streitet. Darum geht es, Idealkonstellationen haben damit wenig zu tun.
Und was hat das Ganze mit Yorkshirepudding und Spätzle zu tun? In meiner Minifamilie mit englischen und deutschen Wurzeln gibt es zu Weihnachten traditionell Roastbeef (Bioland natürlich!), Yorkshirepudding und Sprouts (Rosenkohl). Typisch englisch sollte es sein, ganze Truthähne waren uns aber zu unpraktisch. Das griechisch-deutsche Elternhaus von Daniel Mouratidis hat sich – auf Facebook war es zu lesen – für Spätzle entschieden. Kleine Beispiele dafür, sich einfach eigene, stimmige Traditionen zu schaffen. In diesem Sinne: Allen kunterbunte Feiertage!
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