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Für eine Klimaschutz-Offensive in Kopenhagen und in Baden-Württemberg
Impressionen von der Landesdelegiertenkonferenz
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Grünzeug am Mittwoch 038: KandidatInnen im Netzprofil
Irgendwie habe ich gerade so gar keine Lust, mir den Koalitionsvertrag vorzunehmen. Ich schaue lieber mal nach, wie die GLV-KandidatInnen (also die Kandidaten und Kandidatinnen für den geschäftsführenden Landesvorstand, der am 21./22.11.2009 gewählt wird) im Netznutzungsprofil so drauf sind. Diesmal mit 100% Überlänge.
GLV-1 ist die Bewerbung von Silke Krebs aus Freiburg, die Landesvorsitzende anstatt der Landesvorsitzenden werden will. Pünktlich zur Bewerbung gibt es ihre Website www.silke-krebs.de, aus der vielleicht eines Tages noch ein Blog wird. Sie twittert nicht; bei Facebook (126 Kontakte) outet sie sich als Douglas-Adams-Fan und Joggerin. Das letzte Update – Antiatom-Flashmob vor der CDU Stuttgart – ist wenige Minuten her.*
Ganz ähnlich GLV-2 – Chris Kühn aus Tübingen will Landesvorsitzender werden. Auch seine Seite www.chriskuehn.de erscheint eher statisch. Sein Facebook-Profil (271 Kontakte) ist polit-aktivistisch geprägt. Das letzte Statusupdate ist eine Woche her.
Der dritte Herausforderer ist GLV-3 Max Burger, der es vor zwei Jahren schon einmal versucht hat. Er wirbt auf einer Typo3-Standardseite des Landesverbands (wie auch Silke und Chris sehr textlastig). Ebenso ist er bei Facebook (362 Kontakte) und informiert dort umfangreich über politische und kulturelle Präferenzen. Statusupdates gibt es selten (das letzte ist vom 8.10.).
Der aktuelle Vorsitzende Daniel Mouratidis (seit 2005) geht unter GLV-4 ins Rennen. Er bloggt auf www.mouratidis.de Politisches aus Backnang, aus Baden-Württemberg und aus dem Bund, aber auch „Faits divers“, etwa zu Rolltreppen in Stuttgart. Bei Twitter (436 Follower, 941 Tweets) ist er rege aktiv, bei Facebook hat er 622 Kontakte. Dabei geht es sowohl um Politik wie auch um Spätzle und Knusperflocken. Zur Vollständigkeit: XING.
Auf GLV-5 schließlich die aktuelle Landesvorsitzende Petra Selg (seit 2005). www.petra-selg.de heißt ihre Seite, hier bloggt sie seit Mai 2009 vorwiegend Politisches, etwa aus dem Wahlkampf. Ihr Facebook-Profil erscheint dagegen noch recht leer und gesichtslos.
Wie ist das nun zu bewerten? Ist es wichtig, dass PolitikerInnen in sozialen Netzwerken präsent sind und über ihre Weihnachtseinkäufe oder ihre Landesvorstandstelefonkonferenzen berichten? Muss ein Politiker bloggen, muss eine Politikerin twittern?
Nicht notwendigerweise, deswegen würde ich auch nicht vorschnell von Aktivität auf Eignung für das Amt des bzw. der Landesvorsitzenden schließen. Auch das politische Web2.0 balanciert auf einem Grat zwischen Nähe und Peinlichkeit, Zeitvertreib und nutzlosem Zeitaufwand.
Was mir persönlich an der Web-2.0-Präsenz gefällt, ist der kurze Draht. Natürlich verfügen alle KandidatInnen über eMail und Telefon. Eine Kommentar bei Facebook erscheint mir jedoch niedrigschwelliger: ein Rückkanal zu Basis und Wählerschaft. Damit wird neben der menschlichen Seite auch das politische Profil klarer. Und nach dem sollte die Landesdelegiertenkonferenz letztlich entscheiden.
*Redaktionsschluss: Montag, 22 Uhr.
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