Ich war schon bei der Ankündigung des Berichts über den Frauenanteil in den baden-württembergischen Kommunalparlamenten gespannt: Wie würde wohl Carmina Brenner, Leiterin des statistischen Landesamtes und ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete, den miserablen Frauenanteil der CDU in den Gemeinderäten im Land schön reden. Schließlich sind nur klägliche 16,8 Prozent der CDU-GemeinderätInnen weiblich.
Erstens: Brenner rechnet in Ihrer Statistik alle alternativen Listen den Wählervereinigungen zu.
Zweitens: Brenner benennt nicht den Frauenanteil der Parteien und Listen, sondern den Anteil der Parteien an allen gewählten Frauen.
Die Folge dieser statistischen Spielchen: Da die CDU nun mal die Partei mit den meisten Mandaten ist, sieht ihr Beitrag von 25 Prozent aller weiblichen Gemeinderätinnen gar nicht so schlecht aus. Ganz anders bei uns Grünen: Weil wir landesweit weit weniger Mandate haben, und uns die Alternativen Listen auch noch rausgerechnet wurden, kommen wir gerade mal auf marginale sechs Prozent aller gewählten Frauen.
Deshalb: Nebelkerzen verscheuchen und Spot on auf die Fakten:
- Frauenanteil bei den Grünen in den Gemeinderäten: 44,6 Prozent
- Frauenanteil bei der CDU: 16,8 Prozent
- Frauenanteil im Landesdurchschnitt: 21 Prozent
Wer ernst machen will mit Halbe-Halbe macht’s wie wir: Quotierte Listen! Das würde auch Carmina Brenner die Tricksereien mit den Zahlen ersparen.
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