Weiter zum Inhalt
Anti-Atom
27Jun

Sonder-BDK zum Atomausstieg

teilweise zweitverwertet aus meinem Blog unter www.joergrupp.de

Die grüne Sonder-BDK zum Atomausstieg ist vorbei. Obwohl ich als Landesvorstand hätte kostenlos hinfahren können, habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich von meinem Kreisverband delegieren zu lassen, um die Entscheidung in meinem Sinne mitgestalten zu können. Man kann sich vorstellen, dass es angesichts des Themas und der Debatte die RednerInnenboxen voll waren. Zu meinem Glück wurde ich aber als REdner gezogen und konnte so sogar einen Redebeitrag beisteuern, der allgemein auch gelobt wurde. Da ich kein Redemanuskript habe – ich rede meist anhand eines Blattes mit Spiegelstrichen der wichtigsten Punkte, die ich ansprechen möchte – mein Beitrag als Video.

Nun, am Ende wurde der Antrag des Bundesvorstands Leitantrag. Dies wird einerseits als Niederlage der Parteilinken gewertet bzw. als Sieg der Parteiführung. Leider berichten die Medien auch nicht über die Änderungen, die übernommen wurden bzw. hineingestimmt wurden – und so ist die Berichterstattung etwas ungenau:

Einerseits wurde der Antrag der BAG Energie (PDF) angenommen, der sich noch einmal intensiv mit der Sicherheitsfrage der Atomkraftwerke beschäftigt:

• Alle weiter betriebenen AKWs müssen unverzüglich echten Stresstests unterzogen werden.
• Die wichtigsten Sicherheitskriterien, wie auch die Verbindlichkeit des neuen kerntechnischen
Regelwerkes müssen in das Atomgesetz übernommen werden.
• Für alle AKWs muss eine redundante, von Stromnetzen unabhängig (batteriebetriebene) Notstromversorgung sichergestellt sein, die für mindestens 72 Stunden funktionsfähig ist.
• Es muss für jedes AKW Notsteuerstellen geben, die verbunkert und von der Anlage hinreichend
entfernt sind. Die Leitungen müssen auch schwersten Störfallen standhalten.
• Die Auslegung aller Anlagen (AKWs wie Zwischenlager) für Erdbeben in vor Ort prinzipiell nicht auszuschließender Stärke wie für dadurch bewirkte Erdbewegungen ( wie Erdrutsche) ist neu zu  überprüfen und zu bewerten. Eine nukleare Anlage kann nur dann weiterbetrieben werden, wenn Schäden durch derartige Szenarien nach menschlichem Ermessen auszuschließen sind.
• Die Sicherung der Anlagen vor Überschwemmungen, einschließlich der aus Kanälen,
muss gewährleistet sein.
• Kühlleitungssysteme müssen so weit – etwa durch Verbunkerung – gesichert sein, dass
ihre Zerstörung durch Außeneinwirkungen praktisch ausgeschlossen werden kann.
• Die Anlage muss gegen den Absturz auch von Großraumflugzeugen so weit gesichert
sein, dass weder die Reaktorhülle, noch die Kühlleitungen und die (zumindest) Notstromversorgung
dadurch zerstört werden können.
• Gleichwertige Sicherheiten sind für die Brennelemente-Becken zu garantieren.
• Alle Anlagen sind vollständig IT-sicher (against cyber attacs) zu betreiben.
• Die Siedewasserreaktoren sind daraufhin zu überprüfen, ob Folgen eines Störfalles wie
in Fukushima, etwa durch Flugzeugabstürze, Terroranschläge oder Erdbeben auszuschließen
sind. Ist dies nicht der Fall, ist diesen die Betriebsgenehmigung dauerhaft zu
entziehen.

Ebenfalls übernommen wurde der Antrag des Landesvorstands Rheinland Pfalz, den auch unser Landesvorsitzender Chris Kühn unterschrieben hatte. Die Forderungen, die nun im Beschluss der BDK stehen sind:

Der Ausstieg muss endgültig sein. Daher werden wir die Debatte um eine Festschreibung
des Verzichts auf die Atomkraft ins Grundgesetz genau so weiter führen, wie um einen
schnelleren Ausstieg bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode.
• Die sieben ältesten Atomkraftwerke sowie das AKW Krümmel bleiben endgültig auf gesetzlicher
Basis abgeschaltet. Eine „atomare Kaltreserve“ lehnen wir ab. Sie ist gefährlich,
technisch unsinnig und darüber hinaus unnötig, da genügend Reserveleistung existiert bzw.
durch flexible Gaskraftwerke bereitgestellt werden kann.
• Wir wissen: Der Atomausstieg ist bis 2017 seriös umsetzbar. Wir werden daher die Bundestagswahl
2013 zu einer Abstimmung über eine beschleunigte Energiewende machen. Im Falle einer GRÜNEN Regierungsbeteiligung werden wir die Rahmenbedingungen so ändern, dass das letzte AKW noch deutlich vor 2022 abgeschaltet wird.
• Atomstrom darf nicht durch zusätzliche Kohlekraftwerke kompensiert werden und die Klimaschutzziele
dürfen nicht aufgeweicht werden.

Die Übernahme dieser Forderungen, ohne Debatte, sind ein klares Angebot an die Kritiker und an die Anti-AKW-Bewegungen. Sie sagen deutlich: wenn wir genügend Stimmen bekommen, dass wir in Regierungsbeteiligung kmmen,  2013 (oder früher), werden wir das Atomgesetz erneut ändern und schneller aussteigen. Dies alles war mit ein Grund, warum ich am Ende auch dem geänderten Antrag zugestimmt habe.

Dies muss ein zentrales Verprechen im Wahlkampf werden. Alles Mögliche dafür zu tun, dass es so wird. Und mit dem entsprechenden Ergebnis – ich kann mir nur ein grün-rotes Vorstellen, dass dies möglich werden könnte, auf die SPD ist da nicht zu zählen – dann einen schnelleren Ausstieg auch durchsetzen. Wir können das Paket aufschnüren, denn wir haben laut genug gesagt: das geht uns nicht schnell genug. Das ist aber auch nur passiert, weil sich diejenigen, die für eine Ablehnung des Kompromisses lautstark, mit Herz und Hirn geäußert haben. Und gekämpft haben.

2013 wird grün.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

19Mrz

Freitags aus Freiburg Nr. 47: Glaubwürdig Nein zur Atomkraft!

Angesichts der schrecklichen Ereignisse in Japan sind unsere Gedanken bei den Menschen dort und bei der Hoffnung, dass nach der ersten Katastrophe, dem Erdbeben, der zweiten, dem Tsunami, nun die dritte, der drohende Super-GAU noch abgewendet werden kann. Tiefen Respekt verdienen die Menschen, die unter höchster persönlicher Gefahr versuchen, die Katastrophe in Fukushima einzudämmen. Und unsere Anteilnahme und unsere Hilfe denjenigen, die ohne ausreichende Versorgung in Notlagern dem Hunger und der Kälte trotzen müssen.

Und dennoch: Die Auseinandersetzung in Deutschland um die Zukunft der Atomkraft hier ist berechtigt. Denn auch wenn dazu eigentlich Tschernobyl ausgereicht haben müsste, macht uns nun noch einmal Fukushima deutlich: Das sogenannte Restrisiko der Atomkraft ist bei weitem zu groß. Es ist eben keine statistische Größe, sondern bedroht  Leben und Gesundheit der Menschen in einem nicht akzeptablen Ausmaß.

Die Konsequenz kann deshalb nur heißen:

1. Sofortige und endgültige Abschaltung der sieben ältesten Reaktoren und des Pannen-AKWs Krümmel ohne Übertragung der Strommengen auf andere AKWs.

2. Die Rückkehr zum rot-grünen Atomkonsens.

3. Und dann die Vorraussetzungen schaffen, dass der Ausstieg wenn irgend möglich noch beschleunigt wird.

Und eins noch mit aller Deutlichkeit: Der Vorwurf der CDU ist infam, wir meinten es nicht ernst mit unseren Sicherheitsbedenken, sonst hätten wir die AKWs unter rot-grün sofort komplett abschalten müssen. Wir Grünen haben von Beginn an gegen Atomkraft protestiert. Wäre es nach uns gegangen, wäre die Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung von der Atomkraft schon längst beendet. Denn wir haben es beim Protestieren nicht belassen. Es war die grüne Bewegung, die die Erneuerbaren Energien vom selbst gebastelten Windrad der Landkommunen zu einem der florierendsten Wirtschaftszweige Deutschlands entwickelt hat. Jürgen Trittin als Umweltminister hat mit dem Erneuerbare Energiengesetz den Einstieg der Erneuerbaren in die Energieversorgung den Weg bereitet und den bis heute stetig steigenden Versorgungsgrad durch Erneuerbare ermöglicht.

Unser Ausstiegsgesetz hat einem jahrzehntelangen Konflikt in der Gesellschaft eine konstruktive Lösung gegeben und dabei die Energieversorger eingebunden. Hätte nicht schwarz-gelb nicht den Ausbau der Erneuerbaren stets klein geredet, behindert oder wie in Baden-Württemberg die Windkraft gar bekämpft, hätten sie nicht den Energieversorgern stets versichert, unter ihrer Regierungsführung wären sie den ungeliebten Atomkonsens schnell wieder los, wir stünden längst ganz anders da. Und sie haben Wort gehalten, der Atomkonsens wurde rechtlich fragwürdig gekippt, begleitet von finanziell fragwürdigen Deals, die nun im Falle umfangreicher Nachrüstungen der AKWs die Erneuerbaren teuer zu stehen bekommen. Und schon entsteht wieder eine Debatte, welche Sicherheitsstandarts wir uns leisten können. Von wegen Sicherheit hat Vorrang, von wegen, mit dem schwarz-gelben Moratorium kommt ein Umdenken mit offenem Ausgang.

Lassen Sie sich nicht täuschen: Wer ernsthaft und glaubhaft raus aus der Atomkraft will, sollte am 27. März die Grünen wählen.

Dies ist keine Instrumentalisierung der Katastrophe in Fukushima, es ist die geradlinige Konsequenz daraus und die Bekräftigung eines grünen Gründungsgedankens. Es sind CDU und FDP, die gerade eine wenig glaubhafte energiepolitischen 180 Grad Wende unter Drei-Monats-Vorbehalt ankündigen.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 7 Kommentare

02Jan

Freitags aus Freiburg Nr. 42: Doch noch ein Jahresrückblick

Jetzt aber schnell, schreibt Alex Bonde doch im vorherigen Blogeintrag, die Zeit der Jahresrückblicke nähere sich dem Ende. Es fehlt aber noch meiner!

Hier einige Stichpunkte, internes und allgemein bekanntes, das grüne Parteiarbeit im Jahr 2010 geprägt habt:

Der Januar begann mit Klausuren, das ist so üblich: Klausur des Landesvorstands, der Landtagsfraktion, der Landesgeschäftsstelle. Chris und ich waren gerade mal zwei Monate im Amt und voller Elan, nun mit den Vorbereitungen der Landtagswahl zu beginnen. Wobei es eigentlich für strategische Debatten noch zu früh war, erst recht nun im Rückblick betrachtet, die politische Lage kam im Laufe des Jahres doch gewaltig in Bewegung.

Der Februar war der Monat der „Kommissionsstarts“. Wahlkampf- und Programmkommission begannen ihre Arbeit. Ebenfalls gestartet sind Stefan Mappus in das Amt des Ministerpräsidenten und sein Kabinett. Sie sollten uns im Laufe des Jahres viel Gelegenheit zum politischen Kommentieren bieten.

Im März dann die große Anti-AKW-Demo in Neckarwestheim. Wobei, große? Damals waren 5000 Menschen noch eine erstaunliche Zahl und die größte Demo zu diesem Thema in Ba-Wü. Im Laufe des Jahres hat sich der Maßstab für große Demos dann doch gewaltig verändert.

Der April setzte das Thema mit den Menschenketten um Biblis und von Krümmel nach Brunsbüttel fort. Spätesten da war klar, die drohende Laufzeitverlängerung der AKWs wird auf erhebliche Widerstand der Bevölkerung stoßen. Intern gingen die Wahlvorbereitungen mit den Klausuren der Kommissionen in eine intensivere Phase über. In Freiburg wurde Dieter Salomon als grüner OB wiedergewählt.

Grüne Wahlerfolge auch im Mai: Bei der NRW-Wahl wurde die Grundlage für eine rot-grüne Regierung geschaffen, bis zu deren Bildung es aber noch einige Zeit dauern sollte.

Im Juni fanden wir unsere WahlkampfpraktikantInnen, die im September loslegen sollten. Inzwischen wissen wir: Wir haben eine sehr gute Wahl getroffen. Ende Juni beim Landesausschuss oder kleinen Parteitag wurde dann unser Spitzenpersonal für die Wahl etabliert: Winfried Kretschmann als Spitzenkandidat und das Spitzenteam aus Gisela Splett, Andreas Schwarz und Bärbl Mielich. Und ein umfassender Antrag zu grüner Netzpolitik beschlossen. Bundespolitisch war der Juni geprägt von der Wahl des neuen Bundespräsidenten am 30., Joachim Gauck hat mit seiner Kandidatur Bürgerschaft und Politik zum Nachdenken gebracht und in neue Bewegung versetzt.

Im Juli standen bei uns Konferenzen im Vordergrund: Am Anfang der hoch spannende Wachstumskongress, am Ende des Monats die nicht minder spannende Programmkonferenz. Was auch hieß, dass die Programmkommission inzwischen einen kompletten Entwurf vorlegen konnte.

Dieser wurde im August mitgliederöffentlich online gestellt und diskutiert. Geprägt hat diesen Monat gegen alle Erwartungen an ein übliches Sommerloch die Debatte um Stuttgart 21. Zum Teil sogar mehrere Demos die Woche hielten Stadt, Bundesland und Republik in Atem. Mit dem begonnen Abriss des Nordflügels wurde klar: Die Menschen waren nicht bereit zu akzeptieren, dass trotz unzähliger offener Fragen in Sachen Planungsmängel, Finanzierung und Nützlichkeit einfach Fakten geschaffen wurden.

Im September gingen die Demonstrationen weiter, intern war es Zeit für die zweite Klausurenrunde des Jahres. Wobei die Klausur des Landesvorstands von einem Ereignis erschüttert wurde, dass unrühmlich in die Geschichte des Landes eingehen wird: Der schwarze Donnerstag am 30.9. im Stuttgarter Schlossgarten.

Unter engagierten Einsatz von Winfried Kretschmann wurde im Oktober versucht, die drohende Spaltung der Bevölkerung über diese Kontroverse zu verhindern. Schließlich begann am 21. die Sach- und Faktenschlichtung unter Heiner Geißler.

Im Oktober ging unser Programmentwurf an die Mitglieder, die nun bis zur LDK Änderungsanträge formulieren konnten. Wie für Grüne üblich wurde diese Chance zur breiten Programmdebatte entsprechend ausführlich genutzt: Es sollten schließlich ca. 450 Anträge vorliegen.

Die inzwischen beschlossene – aber unserer Ansicht nach verfassungswidrig erreichte – Laufzeitverlängerung wurde im November mit den Protesten in Gorleben zum beherrschenden Thema. Mein besonderes Monatshighlight war der grüne Bundesparteitag in Freiburg. Ich bin in meiner Heimatstadt ja viele Grüne gewohnt, aber so viele von überall her sind dann doch noch mal eine besondere Freude. Am 29. ging die Schlichtung mit einem für uns zweischneidigen Ergebnis zu Ende: Heiner Geißler betonte, dass das bisher geplante Projekt seine Zustimmung nicht findet, sondern erhebliche Nachbesserungen nötig sind. Und die Planungen eines modernisierten Kopfbahnhofs (K21) eine mögliche Alternative gewesen wäre, die zu planen versäumt wurde. Doch nach seiner Einschätzung war es für eine Umkehr zu spät. In diesem Punkt teilen wir Geißlers Einschätzung nicht und wollen aufgrund der nun transparenteren Faktenlage einen Volksentscheid. Und natürlich bis dahin einen Baustopp, zumal ja auch der hoffentlich glaubwürdige und transparent umgesetzte Stresstest noch aussteht.

Unser eigener Parteitag stand im Dezember an, hier wurde nach engagierter Vorarbeit von Antragskommission und AntragsstellerInnentreffen über die noch offenen Punkte debattiert und ein Programm beschlossen, dass eine solide (und ausführliche ;) Grundlage für den Landtagswahlkampf bietet.

Der nun, in 2011 in seine heiße Phase gehen wird. Unser Ziel: Ein klarer Politikwechsel in Baden-Württemberg: Jetzt!

Ich wünsche Euch, Ihnen und uns gemeinsam ein erfolgreiches Jahr 2011!


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

26Apr

Aus Baden zur Menschenkette

Zweitverwertung von www.karlsruhe-gruener-machen.de

Es wurde bundesweit massiv mobilisiert – und auch ein paar Baden(er-Württemberger) wollten es sich nicht nehmen lassen, an der großen Menschenkette zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel teilzunehmen. 120 km waren zu überbrücken, mindestens 50.000 Menschen waren dazu rechnerisch notwendig, besser noch 80.000 – am Ende warens es 120.000 Menschen. Dazwischen wir paar Karlsruher/Freiburger/Mannheimer.

Freitag auf Samstag nacht ging es los. Der mit einer Anti-Atomfahne geschmückte Bus startete um 0:00 Uhr am Freiburger Bahnhof und war kurz vor 2:00 Uhr am Karlsruher Hauptbahnhof. Von dort ging es weiter nach Mannheim, wo wir die letzten Reisewilligen aufnahmen und dann den Rest der Nacht und den halben Tag bis Hamburg. Genauer gesagt, ins nördliche Hamburg, nach Halstenbek. Denn dorthin waren wir zugeteilt von den Organisatoren. (Unsere MdB Sylvia Kotting-Uhl kam mit dem Bus der Bundestagsfraktion und war zwar mit in der Kette, aber leider war die Entfernung zu groß, als dass sie sich bei uns hätte einreihen können.)

Ab 14:00 Uhr wurde die Straße in dem Mischgebiet, dem wir zugeteilt waren, halbseitig gesperrt. Wir fanden uns am Ende eines Wohngebietes wieder, danach kam Möbeleinkaufsparadiese – und  damit jede Menge Autoverkehr. Es gelang uns nicht ganz, die Kette zu schließen, am Ende fehlten uns 50 Meter – die wir mit Bändern und einem langen, grünen Kreidestrich schlossen. Bis 15:00 Uhr standen wir auf der Straße. Zwischendurch kam die Meldung, dass die Kette geschlossen sei, im Liveticker der taz, per Twitter und Facebook konnte man nachlesen, dass es zwar kleinere Lücken wie ei uns gab, dafür aber in Hamburg die Menschen in mehreren Reihen standen. Unglaubliche 120.000 Menschen fanden sich zur Menschenkette ein – ein deutliches Zeichen gegen den Atomkurs der Bundes- und unserer Landesregierung.

Zwischenzeitlich waren noch 3 Fahrradfahrer aus Karlsruhe zu uns gestoßen, die 450km der Gesamtstrecke mit Fahrrad und Tandem zurückgelegt hatten. Zurück konnten sie mit uns im Bus fahren.

Eigentlich war geplant, um 15:00 Uhr direkt zurück zu fahren, doch nach einer Abstimmung entschlossen wir uns, noch nach Hamburg zur Hafenstraße zu fahren, weil das die nächstgelegene Abschlusskundgebung war. Wir haben dort noch ein bißchen gefeiert, uns gestärkt und sind dann um 18:00 Uhr wieder zurück gefahren. Um 2:00 Uhr – nach genau 24 Stunden war der Bus wieder in Karlsruhe.

Alles in allem war es ein riesiges Erlebnis und wir sind sehr stolz darauf, an dieser Menschenkette teilgenommen zu haben, über die man sicherlich genau so lange reden wird wie über die Menschenkette von Ulm nach Stuttgart.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

24Mrz

Neckarwestheim endlich abschalten!


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

13Jul

Laufzeitverlängerung von AKWs? Mir egal!

Unter dem Motto „Mir egal“ gibt es einen sehr netten Spot vom BUND, der auf die Probleme der Stromgewinnung durch Atomkraft aufmerksam machen soll. Weil es eben nicht egal ist, ob wir diese Risikotechnologie weiter betreiben und neben dem täglichen Risiko eines Unfalls oder Anschlags weiter tonnenweise gefährlichen Atommüll produzieren.

Atomkraft abwählen!

Gefunden bei Lukas Emele.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Kommentar schreiben

07Jul

Endlich Abschalten! Anti-AKW-Demo in Neckarwestheim


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

24Jun

Auf nach Neckarwestheim zur großen Demo gegen Atomkraft am 4. Juli!

Nur noch zehn Tage bis zur Anti-AKW-Großdemonstration in Neckarwestheim: Wir wollen am 4. Juli in Neckarwestheim zusammen mit einem breiten Bündnis aus Bürgerbewegungen und Umweltverbänden ein starkes Zeichen gegen Atomkraft und für die Stilllegung des Uraltreaktors Neckarwestheim I setzen. Die Demo beginnt um 13.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Bahnhof Kirchheim/Neckar. Danach setzt sich der Demonstrationszug in Gang. Die Hauptkundgebung wird vor den Atomkraftwerken Neckarwestheim stattfinden. Für uns Grüne wird unser Bundestagswahl-Spitzenkandidat Jürgen Trittin bei der Demo reden.

Also: Kommt alle und lasst und gemeinsam deutlich machen: Nein zum Ausstieg aus dem Ausstieg! Neckwestheim I abschalten!

Hier der Videoaufruf unseres Landesvorsitzenden Daniel Mouratidis:


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 3 Kommentare

19Jun

Digitale Wiesen – die Blogparade mit den grünen Wurzeln

Digitale Wiese - die Blogparade mit den grünen Wurzeln

Vor ein paar Wochen hatten wir das erste reale Treffen der Gruppe Netzbegrünung. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, neue Impulse für die politische Arbeit im Netz zu setzen. Ein erstes Ergebnis war die Twitteraktion „ich wähle Grün weil…“, und der neueste Impuls ist die Blogparade – oder wie wir es nennen: die Digitale Wiese.
Wir wollen Diskussionen im Netz anstoßen, und anhand einer konkreten Fragestellung andere ermutigen, Antworten darauf zu geben.
Paula hat das hier sehr gut erklärt.
Die erste Digitale Wiese dreht sich um die Frage, ob das Nein zur Atomkraft noch Sinn macht. Am 4.7. demonstrieren wir zu diesem Thema auch in Neckarwestheim.
Wir freuen uns sehr über Menschen, die zu diesem Thema Artikel schreiben – gerne auch von solchen, die eine andere Meinung als die Grünen haben. Uns geht es um Diskussion und die Sammlung der besten Argumente. Die Beiträge werden alle gesammelt und am Ende zusammengefasst.
Ansonsten kann jede/r mit einem interessanten Thema und Fragestellung eine Digitale Wiese starten. Anfragen dazu bitte an admin@digitale-wiese.de.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

25Mrz

Wind schlägt Atom

Gleich zwei neue Meldungen überraschen (mehr oder weniger), besonders interessant, dass dieses Mal große Energiekonzerne wie Eon und Edf oder EnBW dahinterstehen.

Grüne werden häufig gefragt, wie sie den Ausstieg aus der Atomkraft kompensieren wollen, ohne dass eine Stromlücke entsteht. Dieses Märchen ist längst entkräftet.

Jetzt wird aber deutlich, warum die großen Energiekonzerne sich bisher so sehr gegen nachhaltige und lukrative Erneuerbare Energien gesperrt haben: stehen sie doch ihren Atomkraftwerken im Weg. So haben Edf und Eon angekündigt, dass sie keine neuen Atomkraftwerke in England bauen werden, wenn die Regierung nicht das Ziel von 35% Erneuerbaren bis 2020 hinunterkorrigiert. Denn die Windkraft macht Atomkraftwerke unwirtschaftlich, da bei starkem Wind zu viel Strom produziert werden würde, die Atomkraftwerke runtergefahren werden müssten. Das schmälert die Rentabilität für die Atomstromproduzenten und eventuell sind sogar nicht mal mehr die Fixkosten der Reaktoren während ihrer Lebenszeit  zu erwirtschaften. Neben der vielen anderen gewichtigen Argumente gegen die Atomkraft (Hohes Risiko, Atommüll etc.) wird nun deutlich, dass diese unflexible Dinosauriertechnologie den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Wettbewerb auf dem Energiemarkt hemmt.

Übrigens der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt in Großbritannien bei 2%, in Deutschland bei knapp 15 %.

Warum wohl haben die atomgläubige Landesregierung und die CDU in der Regionalplanung sowie die EnBW solange einen Feldzug gegen die Windkraft  in Baden-Württemberg geführt?

Wobei: die EnBW hat gerade eine Studie vorgestellt, in der klar wird, dass Baden-Württemberg bei der Windkraft erheblichen Nachholbedarf hat, vor allem wenn die Landesregierung die von ihr selbst gesteckten Ziele erreichen will.  Weiterer positiver Effekt beim Ausbau der Windkraft : neue Arbeitsplätze.

Also: Atom aus, Wind und mehr Erneuerbare her!

P.S. Weitere überzeugende Argumente gegen Atomkraft finden sich hier.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 5 Kommentare

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
65 Datenbankanfragen in 3,336 Sekunden · Anmelden