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19Mrz

Freitags aus Freiburg Nr. 15: Drei Antworten auf vier Fragen

Was tut man, wenn die eigene Landesregierung sich weigert zu akzeptieren, dass die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien schlicht nicht vereinbar ist, weil der billige Atom-Grundlaststrom die Netze verstopft?

Was tut man, wenn der eigene Ministerpräsident  flugs erklärt, Manipulation der Standortgutachten hin oder her, der Atommüll kommt in den Salzstock nach Gorleben, egal, was uns die Asse über die Eignung von Salzstöcken gelehrt hat?

Was tut man, wenn die eigene Landesregierung schon mal selber mit der EnBW über die Laufzeitverlängerung verhandelt, obwohl sie nicht zuständig ist und die Mehrheit der Bevölkerung im Land die Laufzeitverlängerung ablehnt?

Was tut man, wenn der Frühling anfängt und man sich wünscht, in einem klimaschonenden Bundesland voller Erneuerbarer Energien und ohne Atomkraftwerke zu leben?

Die Antworten:

Erstens: Demonstrieren! Wir sehen uns Sonntag in Kirchheim/Neckar am Bahnhof spätestens um 13 Uhr.

Zweitens: Atomstromfreien Öko-Strom beziehen!

Drittens: Die Landesregierung auswechseln!


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12Mrz

Freitags aus Freiburg Nr. 14: Überpünktliche Küchengespräche

Ich bin mir sicher, seit nun über 100 Tagen plagt Euch eine Frage: „Was bereden die Vorsitzenden denn so bei einer Tasse Kaffee?“ Darauf erhaltet Ihr heute anlässlich unseres 100-tägigen Jubiläums, das wir dieser Tage gefeiert haben, eine Antwort per Videoclip:

P.S.: Bitte dieser Tage nicht bei uns anrufen, wir halten die Telefone für Hollywood frei ;)


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05Mrz

Freitags aus Freiburg Nr. 13: Aufwachen, die Herren Mappus, Westerwelle und Goll!

Es ist schon unglaublich, mit welchen Tatsachenverdrehungen derzeit ALG II-Empfänger_innen schlecht gemacht werden.

Ministerpräsident Mappus meint anmahnen zu müssen, dass „derjenige, der morgens aufsteht und arbeitet, mehr haben muss als der, der liegen bleibt“. Nun ist erstens der Alltag der wenigsten ALG II-EmpfängerInnen vom morgendlichen gemütlich im Bett bleiben geprägt, zweitens hat der Paritätische Wohlfahrtsverband gerade in einer Studie belegt, dass das sogenannte Lohnabstandsgebot in Deutschland erfüllt ist. Meine Replik auf Mappus findet ihr hier.

Vizekanzler Westerwelle meint zu wissen, es gebe „zu viele Fälle, in denen die Leistungen, die eigentlich für die Kinder gedacht sind, in einen neuen Fernseher investiert werden.“ Und das direkt nach dem Karlsruher Urteil, in dem festgestellt wurde, dass die bisherigen Regelsätze für Kinder keine gerechte Bildungsbeteiligung ermöglichen. Wer steht denn da der Chancengerechtigkeit im Wege?

Vizeministerpräsident Goll wiederum überwand mal kurz sein schweres Leiden an möglichen rechtlichen Risiken beim Kauf der Steuersünder_innen-CDs, um Westerwelle zur Seite zu springen. Politik würde nach dem Prinzip Brot und Spiele betrieben, der Staat könne nicht die Folgen jeder individuellen Lebensentscheidung abfedern. Am selben Tag war in der Zeitung zu lesen, die Insolvenzen in der Region Stuttgart seien im letzten Jahr um 20 Prozent gestiegen, vor allem betreffe es kleinere, von Zuliefern abhängige Betriebe. Deren Mitarbeiter hatten bestimmt individuell geplant, wg. riskanter Börsenspekulationen u.a. in den USA, der folgenden Finanz- und darauf folgenden Wirtschaftskrise ihren Job zu verlieren, oder?

Vielleicht sollten die schwarz-gelben Herren mal z.B. die Studie des IAB zum Engagement von ALG II-Empfänger_innen lesen.  Dort wird ihnen Aktivität und Flexibilität bescheinigt. Sich beim Forschungsinstitut der Arbeitsagentur schlau zu machen, bevor man mit haltlosen Argumenten auf andere einkloppt, könnte man von ausgeschlafenen Politiker_innen schon erwarten. Das haben die Herren aber wohl verpennt.

Wir werden sie wachrütteln,

Silke

P.S.: Selbstverständlich gibt es auch beim ALG II Leistungsmissbrauch, die Sanktionsrate liegt in Baden-Württemberg bei ca. 3%. Und es gibt Familien, die ihre Kinder nicht ausreichend fördern (können). Öffentliche Diffamierung aller durch Regierungschefs oder -mitglieder hilft da aber sicher nicht weiter. Zumindest den wirklichen finanziellen Schaden richten ganz andere an, siehe Steuersünder_innen-CD.

P.S.S: Hoffentlich ist die CD vom vielen hin- und her reichen jetzt nicht so verkratzt, dass die Daten nicht mehr auslesbar sind.


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26Feb

Freitags aus Freiburg Nr. 12: Tigerentenvirus in Stuttgart

Die meisten finden ja, der Tigerente wird bitteres Unrecht getan, wird sie in Zusammenhang mit dem zankenden Koalitionshaufen in Berlin gebracht. Doch nun droht ihr noch mehr Ungemach: Die baden-württembergische Tigerentenvariante nimmt sich aktuell ein Vorbild an der Berliner Kollegin. In Sachen Steuer-CD ist der Koalitionsfriede dahin. FDP-Goll (Justizminister) lehnt den Kauf strikt ab, weil er ihn rechtsstaatlich nicht für vertretbar hält. Es wirkt schon ein bisschen dramatisiert, wenn er den Kauf für Hehlerei hält, wird der rechtliche Rahmen vom Bund doch ganz anders eingeschätzt. Und er hätte ja auch einfach vor zwei Jahren den grünen Vorstoß anlässlich der Lichtensteinaffairen aufgreifen können und eine rechtliche Grundlage schaffen.
CDU-Stächele (Finanzminister) hält die rechtlichen Probleme für überwindbar und schließt sich der Argumentation des Bundes an, in der Abwägung zwischen illegaler Herkunft der Daten und dem Auftrag der Bekämpfung von Straftaten wie Steuerbetrug könne und solle man die CD kaufen.
Die gelben und schwarzen Streifen der Tigerente also auch hierzulande deutlich im Konflikt Dazwischen eingeklemmt: Stefan Mappus. Der hat nun nach längerem Hin und Her tatkräftig entscheiden: Da sollen sich mal besser andere die Finger schmutzig machen, die CD können ja vom Bund gekauft werden. Für diesen entscheidungsstarken Führungsstil hat er sich eigentlich den Angela-Merkel-Orden am Bande verdient.
Fazit, mit Renate Künast gesprochen: Aus diesen Ehen wird nichts mehr. Höchste Zeit, dass Tigerenten wieder für die Suche nach Panama (ist das nicht auch ein Steuerparadies?) stehen und das Regieren wieder anderen überlassen.


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19Feb

Freitags aus Freiburg Nr. 11: Hochliterarisch

Heute schwingt sich der Blogeintrag zwecks Krankheit zu literarischen Höhen auf: Er erscheint im hochmodernen Copy&Paste-Stil (früher nannte man das Plagiat, soll total in sein). Da ich es zugleich aber mit dem Minimalismus habe, werden die einzelnen Bausteine nicht ineinanderkopiert, sondern erscheinen als schlichte Links. Zen-Copy&Paste also. Und wie viele große Erfindungen wurde auch diese aus ganz pragmatischen Gründen erfunden: Die Erkältung  hindert mich am selber ausdenken, so verweise ich nur auf zwei Artikel aus der taz zum Thema Hartz IV, die im Niveau deutlichst andere Beiträge zur Debatte (zum Beispiel die des Vizekanzlers) übertreffen: Einmal Ralph Bollmann zu den historischen Hintergründen hier und einmal Barbara Dribbusch zur Sachlage hier. Absolut lesenswert ist beides!


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