Weiter zum Inhalt
Kategoriesuche
25Dez

Freitags aus Freiburg Nr.3: Yorkshirepudding und Spätzle

Der neueste Trend in der Küchenpsychologie: Feiertagsbewältigungstipps für Patchworkfamilien. Jedenfalls sind mir einige Artikel aufgefallen, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Seltsamerweise wurde in den Jahren davor vor Weihnachten geunkt, dass eigentlich jede Familie an den Feiertagen mit Stress rechnen muss: „Hohe Erwartungen an Feiertagsidylle schlagen schnell in Familienstreit um“ war zu lesen, ohne das besondere Familienformen gemeint waren. Richtig gefährlich sind Feiertage aber auch für Singles: Auch die wurden schon vor dem Festtagsblues gewarnt. Steht demnächst auf den Weihnachtsbäumen „Vorsicht, der Einsatz dieses Baumes kann zu Psychostress führen, warnt Ihre Familienministerin“?

Meiner Erfahrung nach macht man sich und anderen immer dann das Leben schwer, wenn man versucht, vorgegebenen Mustern gerecht zu werden und andere nach ihrer Normerfüllung beurteilt. Zufriedenheit entsteht im Miteinander eher, wenn man nach den Wegen sucht, die ganz individuell für die jeweils Beteiligten passen. Traditionen und Gewohnheiten geben Halt, es können aber auch die selbst um- oder neu geformten sein. Familie ist dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sagen wir Grüne. Und natürlich miteinander feiert, erzählt, sich erholt und auch mal streitet. Darum geht es, Idealkonstellationen haben damit wenig zu tun.

Und was hat das Ganze mit Yorkshirepudding und Spätzle zu tun? In meiner Minifamilie mit englischen und deutschen Wurzeln gibt es zu Weihnachten traditionell Roastbeef (Bioland natürlich!), Yorkshirepudding und Sprouts (Rosenkohl). Typisch englisch sollte es sein, ganze Truthähne waren uns aber zu unpraktisch. Das griechisch-deutsche Elternhaus von Daniel Mouratidis hat sich – auf Facebook war es zu lesen – für Spätzle entschieden. Kleine Beispiele dafür, sich einfach eigene, stimmige Traditionen zu schaffen. In diesem Sinne: Allen kunterbunte Feiertage!


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

22Dez

Grünzeug am Mittwoch 046: Männer in grün

Der „grüne Mann“ im Titel ist weder Sagenfigur noch eine Erscheinung der Parallelwelt, in der der erfolgreiche Kopenhagen-Christmas-Treaty mit grün gekleideten Weihnachtsmännern gefeiert wird. Die Männer in grün heißen Robert, Volker, Cem oder Boris. Vor eineinhalb Jahren ging es um die Nachfolge von Reinhard Bütikofer. Robert Habeck (inzwischen Fraktionsvorsitzender Schleswig-Holstein) lehnte damals aus familiären Gründen ab. Neben Cem Özdemir (derzeit in Elternzeit) war Volker Ratzmann (Fraktionsvorsitzender Berlin) im Gespräch. Der zog Emma zuliebe zurück – seiner Tochter mit Kerstin Andreae. Und Tarek Al-Wazir (Fraktionsvorsitzender Hessen) führte als Grund gegen einen Wechsel in die Bundespolitik seine Familie an.

Wolfgang Wettach twitterte heute „Boris Palmer macht blau: Elternzeit für Franziska Brantner“. Der Tübinger OB kündigte an, im Herbst für zwei Monate Elternzeit nehmen zu wollen.

Das offensive Bekenntnis zur väterlichen Elternzeit in Spitzenpositionen finde ich richtig. Das Private darf hier politisch werden.

„Wir werden eine Familie sein, die gar nicht geht“, sagte Palmer, „beide berufstätig, beide 16-Stunden-Tag und kein Auto“.

Gespannt bin ich, wie die beiden das hinkriegen: eine einigermaßen gleichberechtigte Kombination aus Familien- und Erwerbsarbeit im Alltag. Das ist (auch politisch) die viel größere Herausforderung – erst recht da, wo (wohl anders als hier) weder das Kapital, um entsprechende Dienstleistungen einzukaufen, noch soziale Netze bereitstehen.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 2 Kommentare

15Apr

Grünzeug am Mittwoch 010: Kindergeld

Ein Bündnis verschiedener Sozialverbände fordert 500 Euro Kindergrundsicherung, und will dafür Kindergeld und Ehegattensplitting abschaffen. Das passt durchaus zu grünen Ideen. So wird im Entwurf des Bundestagswahlprogramms gefordert, die „komplizierte Familienförderung zu einer einheitlichen Kindergrundsicherung weiterzuentwickeln“. In der Partei wird noch diskutiert, ob ein bedingungsloses Kindergrundeinkommen in Höhe von 330 Euro für alle oder eine bedarfsorientierte Komponente gefordert werden soll. Entschieden wird das auf dem Parteitag im Mai (vgl. BTW-M-01-68ff).

Unabhängig davon, ob 330 oder 500 Euro, bedingungslos oder bedarfsorientiert: meine erste Reaktion als Hochschulpolitiker ist BAFF. Das ist nicht der Vorgänger von WUMS, sondern war ein Reformvorschlag fürs Bafög, eng mit dem Namen Matthias Berninger (MARS) verbunden. BAFF wollte die SPD nicht. Ersatzweise wurde über einen elternunabhängigen Sockel fürs alle Studierenden diskutiert. Der scheiterte an Schröder: das Kindergeld sei ja schon fürs Häusle der Eltern verplant, könne also nicht umgewidmet werden. Vorläufiges Ende der Systemreform in der Studierendenfinanzierung – bis heute.

Zurück zum Kindergeld: Kinder verursachen über viele Jahre hinweg Kosten – nicht nur als Babys. Insofern: wichtige Debatte. Es steckt aber noch einiges mehr dahinter: ist es zeitgemäß, die Ehe staatlich zu regulieren? Was wären die Alternativen? Und wie sieht’s mit dem Elterngeld aus, das so gar nicht zu dauerhaft egalitären und flexiblen Lebensentwürfen passen mag?

P.S.: Ich habe das heutige Grünzeug auch unter Frauenpolitik einkategorisiert – nicht weil ich meine, dass das irgendwie nur Frauen angeht, sondern weil das unter den verfügbaren Kategorien noch die am ehesten passende war. Als kleiner virtueller Ellenbogenstoß ans Blog-Team, mal zu schauen, ob die Kategorien so passen …


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: 3 Kommentare

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
46 Datenbankanfragen in 1,231 Sekunden · Anmelden