Weiter zum Inhalt
Kategoriesuche
23Feb

Grünzeug am Mittwoch 055: Wer kennt schon die Landesregierung?

Nach dem Weggang von Günther „englisch“ Oettinger nach Brüssel ist jetzt tatsächlich der alte AKW-Fan Stefan Mappus baden-württembergischer Ministerpräsident. Heute wurde das umgebildete Kabinett vorgestellt. Auch die relativ guten CDU-Umfragewerte täuschen nicht darüber hinweg: ein politischer Frühling ist das neue Kabinett nicht.

Was hat sich geändert? Gundolf „Kies“ Fleischer hat mehr oder weniger freiwillig den Staatssekretärsposten im Finanzministerium abgegeben. Der Finanzminister Stächele jedoch bleibt. Eine Rochade gibt es zwischen Fraktionsvorsitz der CDU, Agrarministerium und dem Verkehrsstaatssekretärsposten. Ob der bisherige Agrarminister Peter Hauk die beste Wahl als CDU-Ministerpräsidentenkandidat in spe ist – angeblich mit dem Amt des CDU-Fraktionschefs verbunden – muss sich erst noch zeigen.

Zunächst interessant wirkt der Wechsel des bisherigen Kultusministers Helmut Rau ins Staatsministerium. Seine Nachfolgerin wird Prof. Dr. Marion Schick, Mitglied im Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. Dies und auch ihre Vita deuten eher auf Erfahrungen in der Hochschul- und Forschungspolitik hin – die wird aber weiter von Wissenschaftminister Frankenberg „betreut“. Inhaltliche Bezüge zur neuen Aufgabe gibt es dadurch, dass Schick urprünglich einmal ein Studium als Diplomhandelslehrerin und ein Berufsschul-Referendariat absolviert hat. Sie hat bereits angekündigt, an den „gefällten Strukturentscheidungen“ festhalten zu wollen. Große Hoffnungen, dass Baden-Württemberg von Hamburg lernt, bestehen also nicht, auch wenn Rau jetzt nicht mehr für die Dreigliedrigkeit zuständig ist.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

05Feb

Freitags aus Freiburg Nr. 9: Des Kultusministers Starrsinn

Heute aus Hohenlohe, denn dort waren Chris und ich gestern auf Vor-Ort-Tour. Und konnten uns anschauen, was des Kultusministers Starrsinn anzurichten droht. Die Gemeinde Mainhardt hat vor drei Jahren auch auf Anraten des Landes über 3 Mio. in den Ausbau ihres Schulzentrums investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: schöne Mensa (so schön, dass der Gemeinderat jetzt lieber dort tagt), helle, bunte, gut eingerichtete Betreuungsräume für die Ganztagsbetreuung, die mit viel ehrenamtlichem Einsatz angeboten wird. Man merkt dem Rektor und dem Schulzentrum (das aus Grund- Haupt- und Realschule besteht) an, mit wie viel Engagement hier ein lebendiges Schulleben gestaltet wird. Und dem Bürgermeister, wie stolz er zurecht darauf ist. Denn auch da ist Mainhardt vorbildlich: Hier wird mit der Priorität für Bildung ernst gemacht und kräftig investiert.

Wie kommt jetzt der Kultusminister ins Spiel? Es ist mal wieder das Werkrealschulkonzept, das reingrätscht. Es wird immer deutlicher, dass es gerade für den ländlichen Raum genau wie befürchtet ein Hauptschulschließungskonzept ist. Eine vor Ort gewollte Kooperationsvariante mit der Nachbarhauptschule in Wüstenrot wird den beiden einzügigen Hauptschulen vom Kultusministerium verwehrt, nun versuchen sich beide alleine durchs Konzept zu hangeln, das wird mindestens in einem, wenn nicht in beiden Fällen auf kurz oder lang an den Vorgaben zu den Schüler_innenzahlen scheitern. So wird einem lebendigen Schulzentrum die Zukunft verbaut, um ein paar Paragraphen eines unsinnigen Gesetzes glücklich zu machen. Oder dessen Autor Minister Rau. Dabei ist doch klar, dass gerade im Ländlichen Raum die Zukunft der Schulen und der Dörfer in neuen Schulmodellen mit mehreren Abschlüssen im Angebot liegt. Und Mainhardt ist kein Einzelfall, vieler Orten hört man ähnliche Geschichten. Wir dürfen nicht zulassen, dass dem starrsinnigen Festhalten Raus und der CDU am drei-, eigentlich vier (mit Förderschulen) und nun 4,5-gliedrigen (mit Werkrealschule) Schulsystem flächendeckend die ländlichen Schulen geopfert werden, statt sie durch mehr Flexibilität für die Zukunft zu stärken!


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

20Jan

Für einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

18Dez

Freitags aus Freiburg Nr.2: Das liebe Geld

Heute mal mit thematischem Schwerpunkt: Das liebe Geld. Ich will gar nicht leugnen, dass es auch grünen PolitikerInnen i.d.R. leichter fällt, sich sinnvolle Maßnahmen unter Einsatz von Finanzmitteln auszudenken, als harte Einschnitte zu vertreten. Zu Gute will ich uns halten, dass die Einsicht in die Notwendigkeit konsequenter Haushaltskonsolidierung groß ist und ebenso die Bereitschaft, auch unbequeme Wege zu beschreiten. Jedenfalls habe ich solche haarsträubenden Luftnummern wie in den Meldungen der letzten Tage von grüner Seite noch nie gehört.

Ein Beispiel: Um ihr Klientelzufriedenheitwachstumsgesetz durchzubekommen erwägt die Bundesregierung, die Länder bei der Finanzierung der Bildungsausgaben „zu unterstützen“. Dass hier ein erheblicher Investitionsbedarf besteht, der die Länder überfordert, ist unbestritten. Unglaublich ist es aber, wenn nun vorgeschlagen wird, dass sich die Länder fiktive Mietkosten für ihnen gehörende Immobilien auf die Erreichung des 10%- Ziels in der Bildung anrechnen dürfen (10% des Bruttoinlandsprodukts sollen in die Bildung fließen). Ein purer Rechentrick, der keine einzige Verbesserung der Bildungsstrukturen bewirkt. Dabei ist es allerhöchste Zeit, dass der oft genannten Priorität für Bildung endlich Taten folgen. Ich halte übrigens nach wie vor viel von unserer Idee, das Aufkommen in der Erbschaftssteuer (da gibt es noch Luft zum Niveau anderer Länder) zu erhöhen und diese Mittel für Bildungsausgaben zu verwenden. Da der Bildungserfolg in Deutschland sehr vom Geldbeutel der Eltern abhängt, wäre das ein guter Schritt auch zu mehr Chancengerechtigkeit. Zusammen mit dem Bildungssoli ließe sich damit schon einiges in die Wege leiten. Wir formulieren aber auch Prioritäten: Z.B. hat der quantitative und qualitative Ausbau der Kinderbetreuung Vorrang vor der Kostenfreiheit – solange über Gebührenstaffelung Kinderbetreuung für alle finanzierbar ist.

Weitere Beispiele: Stuttgart ringt um einen genehmigungsfähigen Haushalt, macht aber weiter beim lediglich schön gerechnet finanzierbaren Projekt S 21 mit. Die FDP in Ba-Wü verkündet, dass es nun wirklich mal an der Zeit wäre zu sparen – demnächst wäre das echt eine gute Idee. Welch tatkräftige Politik einer Regierungspartei – zu den unverantwortlichen Steuersenkungen: kein Wort. Zum Schuldenberg im Bundeshaushalt hat Alex alles gesagt.

Wenn wir nicht jede Gestaltungsmöglichkeit für die Generationen nach uns und für die Zukunftschancen der jetzigen verbauen wollen, müssen wir ran an eine ernsthafte Debatte über Prioritätensetzung. Bequem ist das nicht, aber dringend notwendig.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

17Nov

Grünzeug am Mittwoch 041: wird bestreikt

Genau: das heutige Grünzeug am Mittwoch muss leider ausfallen. Wegen Bildungsstreik. Genauer gesagt, weil ich mit ungefähr acht weiteren Menschen heute noch schnell einen Initiativantrag zur Solidarisierung der LDK mit dem Bildungsstreik schreiben musste. Was dank „Etherpad“ gut gelang: hier nachlesbar.


Artikel versenden: Post to Facebook Post to Twitter       Artikel kommentieren: Ein Kommentar

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
56 Datenbankanfragen in 1.305 Sekunden · Anmelden