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08Feb

Grünzeug am Mittwoch 141: Wir vergleichen Debatten

Mein heutiges Grünzeug am Mittwoch möchte ich der komparativen Diskursivistik widmen, bzw. ich mich der. Nein, eigentlich möchte ich nur ganz kurz und knapp zwei Debatten vergleichen. Auf der linken Seite sehen Sie die Generaldebatte zum Haushalt, die heute in ihrem dritten Teil im Landtag aufgeführt wurde (und sich in den Einzelplandebatten noch bis Freitag abend hinziehen wird). Grundgeräusch: Köpfe einschlagen, zu lautem Gerumpel von den Bänken. Im Ausschuss wurde da noch um einiges sachlicher diskutiert, soweit ich das beurteilen kann. Aber wenn die Weltpresse zuschaut, und die ganze Öffentlichkeit, dann darf’s – und da ist die Opposition schon richtig, richtig gut drin – gerne etwas rustikaler sein. Ich habe nicht den Eindruck, dass das dazu beiträgt, „die Politiker“ beliebter zu machen, und auch die Unterscheidung zwischen den Genres Satire, Comedy, Klamauk und Plenarrede wird mindestens schwieriger.

Geht’s auch anders, obwohl die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen ist? Ich denke schon, und möchte Ihre Aufmerksamkeit daher auf das zweite Exponat hier auf der rechten Seite lenken. Das, was Sie da sehen, nennt sich Wir wollen deinen Kopf und ist die noch bis 3. März laufende Online-Beteiligungsplattform zum Gesetzentwurf der Landesregierung zur Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft. Soweit ich das überblicken kann, ist die Debatte um die Vor- und Nachteile von Pflichtmitgliedschaften, den Grad organisatorischer Freiheit, die zukünftigen Aufgaben der Verfassten Studierendenschaft sachbezogen, offen und zielorientiert. Und ich bin fest überzeugt davon, dass einiges aus dieser Debatte sich später im endgültigen Gesetz wiederfinden wird.

Übrigens: das ist auch Politik, alles andere als ein herrschaftsfreier Raum, und wird durchaus auch für das eine oder andere Sandkastenspielchen genutzt. Trotzdem: so geht’s auch. Und diese Form von Politik kommt an. Oder?

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Kommentare

  1. Beate Winkler10. Februar 2012

    Über den ersten halben Satz bin ich beim Lesen nicht hinausgekommen. (Obwohl ich siebzehn Jahre lang zu Schulen gegangen bin.) Denn auch wenn es, wie ich vermute, als Witzchen gedacht war – ist mir einfach zu blöd.

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  2. Till Westermayer10. Februar 2012

    Danke für die Rückmeldung – war als Witzchen gedacht, da hat mich der Schreibfluss mitgerissen. Ab dem dritten Satz wird’s ernsthafter.

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  3. Henning12. Februar 2012

    Wenn man im nicht-öffentlichen Ausschuss ruhig bleibt, in der öffentlichen Plenarsitzung dann aber laut wird, ist das echt unglaubwürdig. Reine Schauspielerei.

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