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04Jul

Visum – die Freiheit nehm‘ ich dir

Zurück aus dem Sommerurlaub wird mir mal wieder klar, wie sehr das Private politisch ist. Den Großteil des Privaten, ein paar Tage am türkischen Mittelmeer nämlich, überspringe ich und komme direkt zum Politischen: In einem Hotel eines großen deutschen Reiseveranstalters fällt mir ein türkisches Mädchen (sagen wir Tülay) an der Rezeption auf, die nicht nur deutsch spricht, sondern gar schwäbelt. Auf Nachfrage erzählt sie mir, dass sie 24 Jahre in Ulm gelebt hat und dann vor 2 Jahren aus beruflichen Gründen in die Türkei zog. Deutsch-Türken sind gerade wegen ihrer Bilingualität im Tourismus gefragt. Natürlich wollte ich auch wissen, wann Tülay mal wieder in die „Heimat“ Deutschland kommt. Und da erzählt sie mir, dass sie als türkische Staatsbürgerin gerade einen Antrag für einen zweiwöchigen Deutschland-Besuch bei der Botschaft beantragt hat – welcher abgeleht wurde! Das muss man sich mal vorstellen: Ein Mädchen lebt ihr ganzes Leben lang in Deutschland und darf dann nach zweijähriger Abstinenz das Land nicht mehr betreten. Ist das ein Fall, der wieder einmal „unglücklich“ durch das bürokratische Raster gefallen ist? Oder ist es die „sarrazinische“ Paranoia vor der Ausbeutung unserer Sozialsysteme? Ich weiß es nicht! Was ich weiß ist: Solange der Zustand herrscht, dass junge Menschen, die in Deutschland ausgebildet wurden, aber nicht den enstsprechenden Pass haben, nicht einmal ein Besuchervisum (geschweige denn eine Arbeitserlaubnis) bekommen, stellt sich jede Sonntagsrede über Fachkräftemangel etc. als Farce heraus. Die Grünen unterbreiten seit je her konstruktive  Vorschläge, die andere nun für sich proklamieren. Was die nicht gerade kleine Volksgruppe der Türken angeht, kann man die Reisefreiheit und den Zugang zum Arbeitsmarkt auch „elegant“ lösen, indem man – so wie es heute z.B. der Daimler-Chef gefordert hat -  der Türkei wieder eine ehrliche EU-Perspektive gibt. Das aber ist eine andere Geschichte.

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Kommentare

  1. Bernhard Kraft6. Juli 2011

    Wieder auf die Tränendrüse drücken, diese Methode ist so was von abgedroschen.
    Haben Sie sich auch schon einmal um die in die Hunderttausende anderer „Bereicherer“ gekümmert, die denselben Migrationshintergrund haben und unserem Land nur schaden? Nein? Ist ja klar, denn die brauchen Sie, um künftig gewählt zu werden.
    „sarrazinische Paranoia“ sagen Sie….., ich weiß, wer hier paranoid ist. Und das werden Sie noch zu spüren kriegen. In wenigen Jahren ist Ihr Wähleranteil halbiert.
    Und die Türken werden Sie auch nicht wählen, Pech gehabt. Denn was ein echter Moslem ist hält nichts von Homo-“Ehe“, Transgender u.a. Abartigkeiten . Für diesen ist das ein Greuel.

    Was den Daimler-Chef betrifft:
    Schon seltsam, dass er bemüht wird, wenn es in den grünen Kram passt.
    Herr Zetsche braucht mal wieder billige Arbeitskräfte. Anschließend lässt man sie ins soziale Netz fallen, getreu dem Motto:
    Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

    Aber wer Sonne, Mond, Sterne und die Türkei (eigentlich hätte Claudia R. „türkische Männer“) sagen sollen) ist eben etwas vorbelastet oder befangen.

    Konnte bei der Lektüre dieses Artikels gerade noch meine PC-Tastatur in Sicherheit bringen!

    f.z.H.

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