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Bildung & Bundespolitik & International » The kids are alright! Are they?
01Mrz

The kids are alright! Are they?

Nein, das hier ist kein Kommentar zur Oscar-Verleihung! Auch wenn ich der in der Überschrift angespielten Drama-Komödie um Patchwork-Homosexualität gerne einen Academy-Award gegönnt hätte.

Die Vereinigten Staaten gelten nicht gerade als Hort von Fürsprechern von Gerechtigkeit ziwschen den Generationen. Man könnte etwas plump sagen: Die Amerikaner leben (und leiden) immer im Hier und Jetzt. Umso mehr überrascht es mich, dass in der Debatte um Senkung der Staatsausgaben gleich zwei Promis zeitgleich ihre Stimmen für die Jugend erheben: der linksliberale Nobelpreisträger Paul Krugman und der konservative Kommentator der New York Times David Brooks.

Krugman befürchtet, dass der Großteil des fiskalischen Austerität zu Lasten der Kinder geht. Mit Hinblick auf die niedrige Staatsquote in Texas heißt es: „You have to wonder — and many business people in Texas do — how the state can prosper in the long run with a future work force blighted by childhood poverty, poor health and lack of education.“ Und damit nicht genug: Krugman macht dann das deutlich, worauf ich immer versuche hinzuweisen: Generationengerechtigkeit, darf nicht als Deckmantel für den Rückzug des Staates instrumentalisiert werden. Deswegen: „The next time some self-proclaimed deficit hawk tells you how much he worries about the debt we’re leaving our children, remember what’s happening in Texas, a state whose slogan right now might as well be Lose the future.

Die ZDF-Dokufiction 2030 – Aufstand der Jungen hat neulich wieder mal den Krieg der Generationen auf die Agenda gesetzte. Schnell wird dann von allen Seiten abgewiegelt: Das ist Material fürs Drehbuch, nicht für die Politik. Aber wer weiter denkt, kommt zwangsläufig zu einem anderen Schluss. Politik (und deren Finanzierung) ist immer eine Frage der Priorität. Entscheidet man sich für A, muss man B zur Seite schieben. Will man mehr von X, gibt es eben weniger Y etc.

Deswegen liegt Brooks mit seinen zwei Haushalstregeln vollkommen richtig: „Make Everybody Hurt. The sacrifice should be spread widely and fairly. A second austerity principle is this: Trim from the old to invest in the young. We should adjust pension promises and reduce the amount of money spent on health care during the last months of life so we can preserve programs for those who are growing and learning the most.“ Er gibt aber auch gleich den grund dafür an, warum, die Regeln mit Füßen getreten werden: „Seniors vote. Taxpayers revolt. Public employees occupy capitol buildings to protect their bargaining power for future benefits negotiations. As a result, seniors are being protected while children are getting pummeled. If you look across the country, you see education financing getting sliced — often in the most thoughtless and destructive ways. The future has no union.“ So ähnlich war (und ist) es bei uns, als man am Sonntag von der Bildungsrepublik Deutschland schwärmte, um am Montag Rentengarantie und Abwrackprämie einzuführen.

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