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Bundespolitik & Die Anderen & Grünes » Starke Grüne – Ursache oder Wirkung?
16Nov

Starke Grüne – Ursache oder Wirkung?

Es ist schon fast ein bisschen peinlich wie sich das schwarz-gelbe Lager derzeit aufführt: Alle gehen auf Konfrontationskurs gegen die Grünen: FDP-General Lindner, die alte und neue CDU-Chefin und Horst Seehofer sowieso. Nicht, dass das den Grünen was ausmacht, im Gegenteil. Aber eine selbstbewusste Regierung würde sich aufs Regieren konzentrieren, und keine hysterische Oppositionsarbeit aus der Exekutive heraus machen – es sei denn: man will sich schon mal zukünftigen Verhältnissen anpassen. Vor allem Stefan Mappus klingt derzeit wie ein ängstlicher Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe, der versucht, sich verzweifelt selbst Mut einzureden.

Signifikanter dagegen ist, was derzeit so die öffentliche Meinung treibt. Es sieht so aus, als gäben die hohen Umfragewerte den Medien Anlass dazu, sich mal genauer mit dieser „neuen deutschen Volkspartei“ zu beschäftigen; mal der Grünen Soziologie auf den Grund zu gehen: Wer wählt die eigentlich, wer ist da Miglied, was steht so im Parteiprogramm? Das riecht ziemlich nach einem „Reality Check“ für einen politischen Ikarus, der den Journalisten derzeit zu hoch zu fliegen scheint.

Ein nüchterner Blick in das aktuelle Medienecho aber zeigt ganz deutlich: Die Grünen sind die einzige Partei mit positiver Tendenz. Ist das das Resultat von guten Umfragewerten? Was ist hier Ursache und was Wirkung? Die wissenschaftliche Theorie des Agenda-Setting sagt: Wählerinnen und Wähler bewerten Parteien nach ihrer jeweiligen Kompetenz in relevanten Sachfragen. Und wer sagt, was derzeit „relevant“ ist? Da kommen die Medien ins Spiel: So bestimmten im Oktober einige „grüne Gewinnerthemen“ wie Integrations-, Europa- oder Energiepolitik die Medienagenda.

Die guten Umfragewerte sind also längst nicht nur auf die Schwäche anderer Parteien zurückzuführen, sondern lassen sich damit erklären, dass die Grünen die richtigen Themen besetzen. Manchmal kann die Demokratie eben so erhlich sein, und denjenigen belohnen, der gute Arbeit macht. Punkt. Und das bedeutet auch für die Zukunft grüner Themen hinsichtlich ihrer Stellung auf der Agenda: „Oben bleiben!“

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  1. […] der Grünen getrieben hat. Die kommunikationswissenschaftliche Theorie des Agenda-Setting sagt: Wählerinnen und Wähler bewerten Parteien nach ihrer jeweiligen Kompetenz in relevanten Sachfragen. Und Atomkraft stand nun mal ganze oben auf der öffentlichen Agenda. Nun muss man aber den […]

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