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Freitags aus Freiburg & Verkehr » Freitags aus Freiburg Nr. 33: Wir halten unsere Versprechen bei S 21!
03Sep

Freitags aus Freiburg Nr. 33: Wir halten unsere Versprechen bei S 21!

Aus aktuellem Anlass:

Liebe CDU,

nein, ich habe nicht in Frage gestellt, dass wir Grünen entschieden gegen Stuttgart 21 sind. Ich habe vielmehr klar und deutlich gesagt, dass wir für vor und nach der Wahl versprechen, alles zu tun, um Stuttgart 21 zu verhindern. Und genau das werden wir tun.
Ich habe aber auch gesagt, dass wir nicht versprechen können, dass Stuttgart 21 im April 2011 noch zu verhindern ist. Das ist leider so. Und wissen Sie auch, woran das liegt?

Daran, dass Sie und die anderen Befürworter zu borniert sind, sich auf ein Moratorium einzulassen und trotz der vielen guten Argumente dagegen stur an Stuttgart 21 festhalten. Trotz der Proteste, trotz der Finanzierungslücken, trotz der Planungsmängel und der vielen anderen Kritikpunkte. Damit das Wahnsinnsprojekt noch zu stoppen ist, brauchen wir ein Moratorium.

Und es liegt leider daran, dass Sie die Regierung stellen und wir die Opposition. Und das lässt sich vermutlich vor dem 27. März 2011 nicht ändern. Sie könnten Stuttgart 21 jetzt und heute stoppen, wir können derzeit nur demonstrieren, Anträge stellen und politisch Druck machen. Und das werden wir voller Engagement und voller Zuversicht, noch das Ruder rumreisen zu können, weiter tun.

Ein weiterer Grund ist, dass Sie zwar Fakten schaffen, aber nicht die Fakten auf den Tisch legen. Studien werden geheim gehalten, Kostenschätzungen vermieden oder unterdrückt. Wir kennen Ihren Zeitplan nicht, aber wir tun was wir können, um Klarheit zu schaffen.

Es bleibt dabei: Wir Grünen sind und waren gegen Stuttgart 21 und werden mit all unseren Mitteln versuchen, dieses Unsinnsprojekt zu verhindern. Versprochen.

Oben bleiben!

Silke Krebs,

Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen

P.S.: Ich finde Ihre Masche billig: Wir sind halt einfach keine Populisten wie z.B. Ihr Koalitionspartner FDP. Wir versprechen nicht das Blaue vom Himmel wie z.B. unfinanzierbare Steuersenkungen. Wir erschleichen uns keine Wahlerfolge, sondern wir stehen für unsere Versprechungen ein.

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Kommentare

  1. Willy Herrmann3. September 2010

    Hallo!
    Einerseits mutig, andererseits richtig, gerade im aktuellen Stimmungshoch ehrlich zu den Wählern zu sein.
    Stuttgart 21 zu kippen wird verdammt schwierig werden.
    Deswegen sollten die Grünen nicht zu viel Hoffnung machen.

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  2. Manne3. September 2010

    Machen Sie jetzt den Ausstieg aus dem Ausstieg? Die Grünen werden ein riesiges Ergebnis bekommen, aber sie dürfen die neuen Wähler nicht enttäuschen. Koalition nur ohne S21, ansonsten Opposition. Punkt.

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  3. kerstin philipp3. September 2010

    Ein Volks(ver)treter,
    der sein Volk nicht mehr (ver)tritt,
    sollte ein Tritt vom Volk bekommen!
    = Rück-tritt

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  4. Willy Herrmann4. September 2010

    @Manne: Sie hat bezüglich Koalitionsbedingungen nichts gesagt. Sie hat lediglich die Realität beschrieben, dass ein Projektstop im April 2011 sehr schwierig sein wird, im Gegensatz zu heute.
    Leider scheinen das auch die Befürworter des Projekts zu wissen. Mir wird immer klarer, warum diese Eile…

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  5. Walter Heichel4. September 2010

    Der Kommentar und das Interview sind genau richtig. Optimal. Weil es ehrlich und offen ist. Weil es nicht verspricht was man nicht halten kann. Mehr kann man nicht erwarten.

    Endlich ist irgend jemand in dem ganzen Politik.Zirkus mal ehrlich und sagt was Sache ist und dann kommt Kririk, warum versprichst Du uns nicht das Blaue vom Himmel wie die Anderen ?

    Das ist das eigentlich Schlimme dran.

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  6. Hinze4. September 2010

    Das heißt doch nur dass die Grünen unter dem Deckmantel des „Sachzwangs“ wieder umfallen: So sind sie schon mal in einen Krieg mitgezogen.

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  7. Eva Storz4. September 2010

    Sehr geehrte Frau Krebs,

    die Grünen sind keine Populisten wie die FDP? Wirklich?

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  8. Otmar Peters4. September 2010

    Der Beitrag dient der Stuttgarter-Zeitung (Samstagsausgabe 4.9.2010) als Spaltungsversuch der K21- Bewegung.
    Ich warte dringend auf eine Klarstellung.
    Es entsteht der Eindruck, dass für eine Regierungsbeteiligung alles geopfert wird. Dann ist aber die Wahlstimme nur vergeudet.

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  9. Silke Krebs4. September 2010

    Nochmal zur Sicherheit: Ein Einknicken beim grünen Widerstand zu Stuttgart 21 steht nicht zur Debatte! Im Gegenteil, ich habe versprochen, dass wir vor und nach der Wahl alles uns mögliche tun, um S 21 zu verhindern. Und das gilt, gerade auch für Regierungsbildungen.

    Mein Fragezeichen war nur in dem Punkt, was im April 2011 rechtlich und baulich noch rückholbar ist. Und wir wissen alle, dass mit jedem weiteren Abrisstag und jedem Bau“fortschritt“ eine Umkehr schwerer wird. Deshalb ist der Widerstand jetzt so besonders wichtig, deshalb wäre ein Moratorium dringend nötig und deshalb sind wir mit all unserer Kraft dabei, das Ruder noch rumzureissen.

    Ich bin persönlich zutiefst davon überzeugt, dass S 21 ein Desaster für die Schienenverkehrsanbindung von Stuttgart ist, und dass dieser Unfug unbedingt verhindert werden muss und noch verhindert werden kann.

    Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin alles tun, damit S 21 nie Wirklichkeit wird, ich bin dabei!

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  10. Busch6. September 2010

    Also ich denke Grüne Politik ist mehr als reiner Protest. Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass versucht wird „grün“ auf anti S21 zu reduzieren. Das ist zu wenig !

    Ich schreibe Euch – ich unterstütze die Grünen. Befürworte aber S21. So etwas gibt es auch ! Und ich sehe darin keinen Widerspruch !

    Es geht hier um einen Bahnhof ! Klickt es bei Euch ? Nicht um ein AKW, nicht um einen Flughafen, nicht um eine Wiederaufbereitungsanlage. Protest um jeden Preis und gegen alles ist völlig Kontraproduktiv !

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  11. Manfred Stelzer7. September 2010

    Hallo,

    ich hatte vor zwei Jahren eine Architektin und Bauingenieurin in einer REHA -Maßnahme getroffen.
    Sie musste aus gesundheitlichen Gründen ihr Büro aufgeben und sagte sie sei froh darüber, denn ein Überleben, sprich das Erhalten von Aufträgen, seie nur möglich wenn man sich an einer gewissen Korruption beteilige. Wenn das zutreffen würde, könnte das bedeuten, dass unsinnige Projekte weitergeführt werden müssten, weil Zuwendungen an einen Intressenkreis geflossen sein könnten.

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  12. Busch7. September 2010

    Jawohl jetzt erheben wir Einzelaussagen und Latrinenparolen zum Fakt.
    Was ist das den für ein Blödsinn.

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  13. Argentina Impuras8. Oktober 2010

    Warum eigentlich werden eine Vielzahl von Gutachten nicht veröffentlicht oder unter Verschluß gehalten? Übrigens der ehemalige Bahn-Manager Karl-Dietrich Bodack bringt die Rechnung der Bahnmanager direkt auf den Punkt: „Wenn man bedenkt, dass der Bund für eine Minute Fahrtzeiteinsparung mindestens 100 Millionen Euro investiert, bei Stuttgart 21 sogar 250 Millionen um eine Minute schneller zu fahren, dann muss sich die Deutsche Bahn schon fragen lassen, warum die Fahrzeit heute auf vielen Strecken länger ist als früher”!
    n.sohrweide@googlemail.com

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