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08Mai

Freitags aus Freiburg Nr. 21: Von fitten Frauen und der Quotenfrauenmär

(naja, weder ist Freitag, noch bin ich in Freiburg, aber so heißt nun mal die Kolumne)
Ganz aktuell ein kleiner Erlebnisbericht vom heutigen Podium des Landesfrauenrats zu Frauenperspektiven in der Wirtschaftskrise. Schon der Einstieg war klasse, ein Referat von Prof. Dr. Gabriele Michalitsch, Politikwissenschaftlerin und Ökonomin aus Wien. Ich kannte sie schon vom Ladies Lunch der Böll-Stiftung in Berlin, auch diesmal war sie wieder präzise, klar und offensiv. Frei von Biologismen analysiert sie exakt Geschlechterungerechtigkeiten in Wirtschafts- und Arbeitswelt. Und stellt dar, das Frauen von der Krise zwar verzögert, aber dafür anhaltender betroffen sind und sein werden. Das bestätigte die ebenfalls sehr klare und gut vorbereitete Eva Strobel, Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit für Ba-Wü mit ihren Zahlen und Fakten.
Beim Podium selber gab es Überraschungen und Erwartbares. Zu den Überraschungen zählte Marion Johannsen von Südwestmetall: Engagiert plädierte sie z.B. für die Abschaffung des Ehegattensplittings als Fehlanreiz für Frauenerwerbstätigkeit und für mehr Ganztagsbetreuung. Mit diesen Forderungen habe sie sich schon sehr früh in die Nesseln gesetzt, das glaubt man ihr sofort. Marion von Wartenberg kannte ich schon, es ist aber immer noch eine große Freude, wie weiblich und feministisch der DGB auch erscheinen kann. Frauen in die Tarifkommissionen war ihr Plädoyer, genau! Schön ist auch, wenn der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Rainer Prewo, sich klar zur 40%-Quote in Aufsichtsräten bekennt. Leider eher Erwartbares kam von Dr. Hans-Ulrich Rülke, Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag. Zur Quote fiel ihm z.B. nur ein, dass seine Frau da dagegen sei, weil Frauen dann als Quotenfrauen nicht geachtet werden. Soll man da nun heulen oder lachen? Nach 24 Jahren erfolgreiche Quote kann man da als Grüne nur den Kopf schütteln.
Mein Plädoyer für gemischte Führungsgremien kam positiv an, schließlich ist der bessere wirtschaftliche Erfolg solcher Führungsstruktur inzwischen empirisch belegt. Gerade die jüngste Zeit zeigt doch, dass es z.B. in der männerdominierten Finanzwelt an Risiko- und Verantwortungsbewusstsein fehlt. Solche Qualitäten gedeihen aber nun mal nicht so sehr in Boys Clubs, sondern mehr, wenn unterschiedliche Sichtweisen kooperieren.
Souverän moderiert wurde das Podium von Dr. Susanne Kaufmann vom SWR. Ein Dank an den Landesfrauenrat für die gute Veranstaltung. Nach einem Tag mit so viel fitten Frauen kann frau trotz Krisen nur zuversichtlich in die Zukunft schauen.

P.S.: Typisch für Frauenwelten war dann aber auch, dass es in der Mittagspause mit mir noch eine Vorstandsfrau des Landesfrauenrats schnell ums Eck in den Bio-Supermarkt zog. Die Wochenendeinkäufe wollen schließlich auch erledigt sein!

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