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29Apr

Landesregierung unter Waffen?

Nach der jüngsten Aussage von Justizminister Goll, er besitze zwei Waffen, haken wir mit einem Antrag ein wenig nach. Denn die Aussage des Ministers ist ja schon erstaunlich. Es ist immerhin Goll, der auf angemessenen Personenschutz verzichtet und sich damit auch immer wieder brüstet. Andererseits begründet er den privaten Waffenbesitz gerade damit, zu einer gefährdeten Zielgruppe zu gehören…. Es kann doch nicht sein, dass der Justizminister einerseits auf den angemessenen Personenschutz verzichtet und andererseits der Waffenbesitz unter anderem mit der Tatsache begründet wird, der Justizminister sei eine gefährdete Person. Wir sind ja schließlich nicht im Wilden Westen, sondern in einem Rechtsstaat, in dem die Polizei für Schutz und Ordnung zuständig ist.

Deswegen wollen wir jetzt mit einem frisch eingereichten Antrag schon wissen, ob denn der Herr Minister von den zuständigen Waffenbehörden auch überprüft wurde und ob es Beanstandungen bezüglich der Aufbewahrung der Waffen gab. Außerdem soll die Landesregierung uns mal sagen, wie der Innenminister reagiert hat, der schließlich verlautbaren hat lassen, dass jede abgegebene Waffen ein Stückchen mehr Sicherheit sei. Und schließlich: Vielleicht gibt es ja eine dienstliche Anweisung, dass Minister eine Waffe führen müssen? Könnte schließlich sein… bei dieser Landesregierung ist man sich inzwischen nicht mehr so sicher. Manchmal schießen die schließlich auch mit Kanonen auf Spatzen…

Mein Sinn für Humor hört aber an der Stelle auf, an der ein Mitglied der Landesregierung seiner Vorbildfunktion nicht nur nicht gerecht wird, sondern diese sogar mit solch einer lächerlichen Argumentation konterkariert. Da setzen wir uns – parteiübergreifend – im Sonderausschuss fast ein Jahr lang dafür ein, dass das Thema Waffenkontrollen auf die Tagesordnung kommt, da fordern wir die Bevölkerung auf, ihre Waffen im Rahmen einer Waffenamnestie abzugeben – mit großem Erfolg – nur, damit sich dann der Justizminister hinstellt und sich damit brüstet zu Hause zwei Waffen liegen zu haben? Nein, da ist auch mein Sinn für Humor zur Gänze ausgeschöpft.

Deswegen Herr Minister: Seien Sie Vorbild und geben Sie Ihre Waffen ab.

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Kommentare

  1. Andi B.29. April 2010

    Lieber Uli,

    dieser Beitrag ist wirklich entwaffnend!

    Der Goll hat ja auch so ein bisschen was von Clint Eastwood oder besser Charlton Heston. Da kann ich nur sagen: Toll, dass es uns GRÜNE gibt, immer für den Frieden. Ohne Dich würde es vor schießwütigen Ministern nur so wimmeln, da ist der nächste parlamentarische Amoklauf nur eine Frage der Zeit!

    Und Recht hast Du, ohne uns GRÜNE würde es nicht mehr lange dauern bis vor der Villa Reitzenstein Panzer auffahren und statt Stuttgart21 im Schlossgarten Abschussrampen für Atomwaffen gebaut werden. Da sieht man doch: die GRÜNEN gehören immer noch zur Friedensbewegung.

    Nix für Ungut ;-)

    Der Andi

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  2. Bernd Pfefferle3. Mai 2010

    Um mal mit dem allmorgentlichen Kommentar eines allseits bekannten Radiomoderators zu beginnen: In welcher Welt leben wir eigentlich?
    So ging es mir, vorab gesagt als legaler Waffenbesitzer, am 30.4. als ich da unter der Überschrift: “Wildwest in Südwest´´ las: Justizminister Ulrich Goll hat sich als Besitzer großkalibriger Waffen geoutet und hat jetzt ein Problem: Grüne reklamieren die Vorbildfunktion.
    Sind wir zwischenzeitlich soweit, dass ich mich als legaler, gesetzeskonformer und rechtstreuer Bürger “outen´´ muss wenn ich “zugebe´´ das ich legal Waffen besitze?
    Sind es nicht genau die Grünen die verhindert haben dass z.B. Moscheen ohne begründeten Verdacht durchsucht werden dürfen da hier sonst die Gefahr der Verallgemeinerung stattfindet? Doch die sind es und genau die stellen die legalen Waffenbesitzer auf eine Stufe mit Osama Bin Laden, Al Kaida und Billy the Kid als marodierende, massenmordende, unkontrollierbare, amoklaufende, verstörte Individuen dar und halten es für das oberste Ziel jeden Einzelnen zu davon zu entwaffnen.
    Bravo Herr Goll, weiter so und auch die anderen legalen Waffenbesitzer, sei es als Sportschützen, Jäger, Sammler oder was auch immer. Lasst euch nicht durch das populistische, zeitgemäße Geschwafel in der Presse, Funk und Fernsehen entmutigen. Steht zu eurem Hobby, nehmt euren Freunde, Nachbar oder Arbeitskollegen mit auf den Schießstand und zeigt ihnen das unser Hobby nichts mit Alldem zu tun hat.
    Und ihr, die Freunde, Nachbar oder Arbeitskollegen nehmt die Einladungen an und ihr werdet feststellen das 99,999 % der Legalen ganz normale Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen sind und keine schießwütigen Billy the Kid`s.
    Wie verallgemeinert auch die Presse mit dem Thema umgeht zeigt sich auch in diesem Bericht. Da heißt es doch: Und dann hat Goll noch eine Beziehung zu großkalibrigen Handfeuerwaffen, also Mehrere. Weiter im Bericht heißt es dann: Als Besitzer einer Pistole von Heckler&Koch (9mm) und eines Revolvers von Smith&Wesson (22mm). Zum einen gibt es keinen Revolver im Kaliber 22mm, gemeint ist hier ein Revolver im Kaliber .22 was 5,6mm entspricht und somit nach dem Waffengesetz eine kleinkalibrige Waffe darstellt. Folglich hat Herr Goll nicht mehrere großkalibrige Waffen sonder eine großkalibrige Pistole. Hier wäre auch ein wenig mehr Sorgfalt bei der Berichterstattung von Nöten.

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  3. dave8. Mai 2010

    Wenn die Grünen imstande sind, für die Sicherheit jedes Bürgers verantwortlich zu garantieren, können wir über Waffenabgabe diskutieren.
    So aber:
    Wenn die Grünen geschwiegen hätten, hätte man sie für vernünftig halten können ..

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  4. Bernhard Schindler8. Mai 2010

    Hetzte gegen Bürgerrechte… wie peinlich.

    Jeglicher Diktator der Neuzeit hat sich ähnlichen Formulierungen bedient, um das Volk zu entwaffnen.

    Im Endeffekt nützt dieses „Wild-West“ gefasel nichts, denn die Realität ist einfach:

    Wer ist es, der auf einen aufpasst?

    Die Polizei? Ja… die ist lediglich eine Minute entfernt, wenn Sekunden zählen.

    Die Grünen mit ihrem rosaroten schöne-Welt gerede und politisch-korrekten Weggeleugne der Realität? Klar.

    Also wer ist es? Man selbst.

    Der Wilde Westen war nebenbei eigentlich, wenn man es herunterrechnet, sicherer als viele Gegenden in Deutschland heute. Aber man ist es ja gewohnt, dass grüne Kleingeister einfach irgendwas reden, was in ihren Augen „umdenkerisch“ klingt.

    Man muss sich fragen, warum wandern Grünwähler nicht einfach aus? In ein „sicheres“ Land mit Waffenverbot. China, Kuba oder Großbrittannien? Oje… in allen mehr Kriminalität… und das, obwohl die Grünen Sicherheit durch Entwaffnung versprechen? HA! Als ob sich da ein Krimineller je dran halten würde… wozu auch? Was kümmert es einen Verbrecher, ob er noch ein Gesetz mehr oder weniger bricht?

    Wer wirklich denkt, man könne Waffen verbieten… dieses grundlegene Gerät, dass uns Menschen den entscheidenden Vorteil über den Rest der Lebewesen verschafft hat… ein Narr!

    Eines der heute noch immer beliebtesten Pistolendesigns, die Colt 1911, feiert nächstes Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Wer könnte so naiv sein, zu glauben, man könnte Waffen kontrollieren, wenn eine Gesellschaft die Rohstoffe besitzt, sie zu bauen?

    Das Einzige, was Waffenverbote tun, ist, den Vorteil zugunsten der Verbrecher zu verschieben… gesetzestreue Bürger werden sich an die Gesetze halten. Wer aber ohnehin vorhat, Gesetze zu brechen, der wird da wohl eher nur geringfügig berühren.

    Wann merken Leute wie die Grünen, dass eine Waffe niemals böse… aber auch nicht gut sein kann… denn sie ist ein einfaches Werkzeug. Nur der Benutzer kann gute oder böse Absichten haben.

    Deswegen lieber 0-Toleranz gegen Verbrecher anstatt Bürgerrechtsbeschneidung!

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  5. JSmith8. Mai 2010

    Die Grünen sind immer nur für Verbote, wenn es sich nicht im ihre Klientel handelt. Ich finde einen Justizminister, der sich mit Waffen auskennt uns sich im Notfall selbst verteidigen kann allemal besser für seinen Job geeignet, als irgendwelchen gegendernten Luschen in Birkenstock Schuhen, die bei einer Fehlzündung ihres Dienstwagens die Hose voll haben….

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  6. Carsten Preiss8. Mai 2010

    Liebe Interessengemeinschaft Liberales Waffenrecht in Österreich,

    so amüsant ich ihre Selbstdemontage hier finde, bezweifele ich doch, dass hier jemand auf ihre absurden „Argumente“ eingehen möchte oder sich daraus gar eine Diskussion ergibt.

    http://forum.iwoe.at/viewtopic.php?f=15&t=10322
    „So, hab gepostet! Wäre lustig, wenn der Blogbeitrag von Pro-Waffen posts nur so überflutet wird :D“

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  7. Bernhard Schindler8. Mai 2010

    @Carsten Preiss

    Na, regt Sie wohl auf, wenn Sie nicht wie gewohnt mit Ihren Kumpels hier einen pseudowissenschaftlichen Konsens basierend auf „Grünwissen“ erzielen können, sondern sich andere Leute einmischen :)

    Solange Grüne sich auf billige Weise ein Feindbild in Bürgerrechten suchen, solange werden Leute sie aufmachen.

    Ich sehe kein einziges Argument in Ihrem Beitrag… somit ist dies auch hinfällig.

    Aber schön, dass Sie auf der IWÖ Seite herumsurfen.

    Vielleicht fällt Ihnen ja dann auf, welcher Art von Propaganda Sie auf den Leim gegangen sind, wenn Sie all diese „gemeingefährlichen“ Leute mal „live“ ansehen können.

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  8. langinus9. Mai 2010

    Guten Tag. Mir ist es unverständlich, warum bestimmte Gruppe den legalen privaten Waffenbesitz verbieten wollen. Es ist Ihnen wohl unverständlich, daß sie damit den illegalen Waffenbesitz und damit generell die allgemeine Sicherheit herabsetzen. Waffen selbst sind ungefährlicher als jede
    Gasheizung den von selbst stellen diese kaum etwas an.

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  9. AndiF12. Mai 2010

    Was erwartet man sich von der Grünen Partei? Nichts! Die Grünenen sind wie wenn’s mir hochkommt – Gallengrün

    Unglaublich wie unverantwortlich ihr seid. Wisst ihr eigentlich was ein ganz wesentliches Charaktaristika eines diktatorisch geführten Staates ist? Ein totales Waffenverbot für Zivilpersonen!

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  10. Andi B.18. Mai 2010

    @ Unfassbar, wie scharf die Waffenlobby hier schießt! Wenn sie mit ihren Waffen genauso kunstvoll umgehen wie mit ihren Argumenten, dann sollten auch alle, die hier gepostet haben, ihre Waffe abgeben. Mindestens.

    Aber, unter uns, meine Charlton-Heston-Anhänger, getroffen habt ihr hier in diesem Blog nicht!

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  11. Katarina G.20. August 2010

    @Andy B

    Schon komisch, dass wenn jemand nicht mit der populistischen verbotsfördern Welle mitschwimmt, man sich gleich unbeliebt macht.

    Nur weil man für privaten Waffenbesitz als Bürgerrecht ist und sich auch dafür einsetzt soll man plötzlich seine Waffen abgeben. Wie absurd ist das denn?

    Eine Waffe ist weder Mordinstrument noch Phallussymbol, sie ist schlicht ein Werkzeug. Sie wird zudem gemacht, wofür sein Benutzer sie einsetzt.

    Misstraut man dem Benutzer,dann misstraut man dem Volk, denn man traut ihm einen verantwortungsvollen Umgang nicht zu.

    Ich finde auch an der Haltung Golls nichts verwerfliches. Er hat entschlossen sich selbst verteidigen zu können. Das ist oberstes Menschenrecht! er erspart dem Steuerzahler dadurch hohe Kosten für Personenschutz und am Ende macht es keinen Unterschied ob er oder sein Leibwächter eine Schusswaffe einsetzen. Das hat mit

    Als Résumé kann ich nur sagen, das ich mich an manchen Orten mit einer Waffe sicherer fühlen würde. Sie könnte einen Angreifer abschrecken und notfalls für einen Kräftegleichgewicht im Ernstfall sorgen, da nicht jeder die gleichen körperlichen Voraussetzen mitbringt. Zudem sehe ich es auch so, dass die Polizei meist einige Minuten braucht, um an einen Tatort zu gelangen … obwohl meist Sekunden zählen.

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  12. Carpe Diem21. August 2010

    Ich stimme Katharina zu.

    Verbiete ich alles, was schaden kann, entmündige ich den Bürger und signalisiere als Regierung Misstrauen.

    Schade, dass gerade bei den Grünen solche Züge immer mehr zunehmen. Dafür habe ich Euch meine Stimme nicht gegeben.

    Waffenverbote sehe ich nicht als Zugewinn innerer Sicherheit, da Delikte mit legalen Schusswaffen äußerst gering sind. Lieber sollte Personal bei den Polizeien eingestellt werden um eine Präsens in Problembezirken zu gewährleisten.

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