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Bildung & Freitags aus Freiburg » Freitags aus Freiburg Nr. 9: Des Kultusministers Starrsinn
05Feb

Freitags aus Freiburg Nr. 9: Des Kultusministers Starrsinn

Heute aus Hohenlohe, denn dort waren Chris und ich gestern auf Vor-Ort-Tour. Und konnten uns anschauen, was des Kultusministers Starrsinn anzurichten droht. Die Gemeinde Mainhardt hat vor drei Jahren auch auf Anraten des Landes über 3 Mio. in den Ausbau ihres Schulzentrums investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: schöne Mensa (so schön, dass der Gemeinderat jetzt lieber dort tagt), helle, bunte, gut eingerichtete Betreuungsräume für die Ganztagsbetreuung, die mit viel ehrenamtlichem Einsatz angeboten wird. Man merkt dem Rektor und dem Schulzentrum (das aus Grund- Haupt- und Realschule besteht) an, mit wie viel Engagement hier ein lebendiges Schulleben gestaltet wird. Und dem Bürgermeister, wie stolz er zurecht darauf ist. Denn auch da ist Mainhardt vorbildlich: Hier wird mit der Priorität für Bildung ernst gemacht und kräftig investiert.

Wie kommt jetzt der Kultusminister ins Spiel? Es ist mal wieder das Werkrealschulkonzept, das reingrätscht. Es wird immer deutlicher, dass es gerade für den ländlichen Raum genau wie befürchtet ein Hauptschulschließungskonzept ist. Eine vor Ort gewollte Kooperationsvariante mit der Nachbarhauptschule in Wüstenrot wird den beiden einzügigen Hauptschulen vom Kultusministerium verwehrt, nun versuchen sich beide alleine durchs Konzept zu hangeln, das wird mindestens in einem, wenn nicht in beiden Fällen auf kurz oder lang an den Vorgaben zu den Schüler_innenzahlen scheitern. So wird einem lebendigen Schulzentrum die Zukunft verbaut, um ein paar Paragraphen eines unsinnigen Gesetzes glücklich zu machen. Oder dessen Autor Minister Rau. Dabei ist doch klar, dass gerade im Ländlichen Raum die Zukunft der Schulen und der Dörfer in neuen Schulmodellen mit mehreren Abschlüssen im Angebot liegt. Und Mainhardt ist kein Einzelfall, vieler Orten hört man ähnliche Geschichten. Wir dürfen nicht zulassen, dass dem starrsinnigen Festhalten Raus und der CDU am drei-, eigentlich vier (mit Förderschulen) und nun 4,5-gliedrigen (mit Werkrealschule) Schulsystem flächendeckend die ländlichen Schulen geopfert werden, statt sie durch mehr Flexibilität für die Zukunft zu stärken!

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Kommentare

  1. Joachim Ruth5. März 2010

    Zahlen aus dem Gutachten der GEW gibt`s hier: http://www.gew-bw.de/Schulentwicklungsgutachten.html
    Sicherlich hilfreich für die Argumentation vor Ort.

    Antworten

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