Die Bahn kündigt an, ihre Klimaschutzaktivitäten auszubauen – passend zu Kopenhagen, Merkel in Washington etc. Geschäftskunden der Bahn können nun CO2-frei reisen, indem sie einen im Vergleich zu den jährlichen Fahrpreiserhöhungen winzigen Aufpreis zahlen. Die Bahn garantiert dann, dass der benötigte Energiebedarf komplett aus regenerativen Quellen in das Bahnstromnetz gespeist wird.
Klingt erstmal nach einer guten Idee, geht aber für mich nicht weit genug. So könnte die Bahn ja auch prinzipiell auf regenerative Energiequellen setzen. Wenn die Preisdifferenz, die sie angibt, stimmt, würde das nicht viel teurer werden – erst recht, wenn der Aufpreis letztlich an die BahnkundInnen weitergegeben würde. Da stellt sich natürlich die Frage, ob ein entsprechender Energiebedarf – die Bahn als größter Verbraucher in Deutschland – überhaupt regenerativ gedeckt werden könnte. Derzeit ist der Strommix der Bahn 54% Kohlestrom, 32% Atomstrom und 14% Wasserkraft. Wer böse sein will, kann spekulieren, dass es nur darum geht, die bahneigenen Wasserkraftwerke finanziell besserzustellen – wer ohne Ökobonus fährt, kriegt dann den Kohle-Atom-Mix, wer den Aufpreis zahlt, den „eh“ produzierten Wasserkraft-Strom?
Auch wenn Fragen offen bleiben, führt der Weg in die richtige Richtung. Wie es weitergehen kann, zeigt der Antrag „Bahnstrom auf erneuerbare Energien umstellen“ (pdf), den Winne Hermann und andere bereits im Februar in den Bundestag eingebracht haben.
Tags:Bahn, Erneuerbare Energien, klimawandel, ökostrom, VerkehrHier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.





Erst einmal wäre es wichtig die Preise für Benutzung von Bahn zu senken. Sonst sind die Überlegungen irrelevant weil immer weniger Leute die Bahn in Deutschland nutzen werden.
Danke, Till. Jetzt weiß ich endlich, warum auf meinen Tickets seit neuestem CO2-frei steht. :-)