Es hat geklappt! Die neue Fraktion ist fast das einzige Positive. Wo dieZukunft der Grünen liegt? Zwischen drei Ausrissen aus der taz:
„Der Schlüssel zum schwarz-gelben Erfolg liegt in der Entpolitisierung […]. Die Linke hat kulturell keine spannende Erzählung von einer modernisierten, widersprüchlichen und aufgeklärten Gesellschaft. [Da] bleiben gerade viele der Jüngeren unbeteiligt, flüchten in Digitalesoterik oder machen ihr Kreuzchen eben auch bei den Liberalen.“ (Fanizadeh)
„Die neuen Bürger sind Progressive, aber nicht im Sinne von SPD und Linkspartei. […] Bürgerliche Realität sind […] suchende Karrieristen oder Postkarrieristen, die an einem individuellen Lebensglücksmodell […] basteln, bei dem Mann und Frau erfüllende Erwerbsarbeit und okaye Familienarbeit einigermaßen zusammen […] kriegen. Sie müssen sich nun entscheiden, […] ob sie über das Definieren einer eigenen und kollektiven Identität die vier sozialdemokratischen Parteien befeuern, echte und tatsächlich konkurrierende Alternativen anzubieten […]“ (Unfried)
Tags:Bundestagswahl, Bündnis 90/Die Grünen, Parteien, Zukunft„[…] dass der rosa-rote Industrialismus […] den Ausstieg aus der Arbeitsgesellschaft alten Typs nicht schaffen wird. In der Opposition müssen die Grünen die Führung übernehmen, so wie sie in den Ländern mit konkreten Politikerfolgen zeigen können, dass die Energiewende möglich ist, dass sie weit kreativer ist als die Umverteilungsillusionen der Alten Linken und dass sie letztlich mehrheitsfähig macht.“ (Leggewie, Cohn-Bendit und Welzer)
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Ich hoffe auf jeden Fall, dass die taz nicht die Zukunft des Journalismus darstellt. Das Geschwurbel ist ja kaum zu ertragen. -.-
Es ist eigentlich ganz simpel: Da gibt es so ein Ding, das sich Zukunft nennt. Das kann man gestalten. Hat sich nur noch nicht wirklich rumgesprochen.
Die Partei, die als erstes mit der Vergangenheitsexegese aufhört, gewinnt.
Ach, ich mag den Stil. Und ohne meine Kürzungen liest’s sich etwas besser. Sind alles drei Meinungsbeiträge, keine Artikel.
Zukunft gestalten: keine Frage. Nur: in welche Richtung, und mit wem (nicht nur: mit welchen Koalitionen, sondern vor allem auch: mit wem und für wen?)
Die Zukunft ist, um es mit Fonty zu sagen, ein weites Feld. Ich wünsche mir hier von den Grünen den Mut zur Utopie.
Die Menschheit steht nicht mehr am Abgrund, wir sind schon runtergefallen. Entweder wir lernen ganz schnell fliegen oder… eben nicht.
..nennt man Dystopie.
Leggewie et al. haben recht: Das „Gegen Atomkraft“, „gegen Schwarz-gelb“ war zu wenig. Es wäre wünschenswert, dass die Grünen echte Alternativen aufzeigen. Das gilt für den Energiesektor genauso wie in anderen (Wirtschafts-)Bereichen. Es muss zum Beispiel gezeigt werden, dass der Wachstumsfetisch überwunden werden kann. Mittlerweile fordern sogar Wissenschaftler wie Ökonom Stieglitz, sich nicht mehr auf das BiP zu konzentrieren, sondern andere Maßstäbe an eine gesunde Wirtschaft zu legen. Auch das Festklammern am Mythos Vollbeschäftigung ist falsch („Jobs, Jobs, Jobs“). Wollen wir wirklich Jobs schaffen, oder wollen wir dem so oft zitierten „kreativen Bürgertum“ ermöglichen, kreativ zu sein und dabei zu überleben? Wir sollten nicht nur einen Mindestlohn fordern, sondern zentralere Fragen stellen: Wie wollen wir in Zukunft leben? Es wäre an den Grünen, das Konzept „Solidarische Ökonomie“ zu forcieren. Ob das dann „links“ ist oder „vordere Mitte“ ist mir eigentlich egal.