Weiter zum Inhalt
Bundespolitik & Die Anderen & Grünes & Umwelt, Klima & Energie » SPD: Genmanipulierter Schattenminister?
29Aug

SPD: Genmanipulierter Schattenminister?

Udo Folgart ist designierter Landwirtschaftsminister im SPD-Kompetenzteam. Ihr habt keine ostdeutsche LPG oder seid nicht Mitglied im Bauernverband? Dann kanntet ihr ihn bis diese Woche vermutlich nicht. Er hat es aber geschafft, auf ganz eigene Art und Weise die Debatte über die Landwirtschaft anzuheizen. Und zwar so verquert, dass alle Welt sich fragt, was Herrn Folgart – und vor allem die SPD – reitet.

In seinem ersten Interview erklärte Udo Folgart, seines Zeichens auch Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands: „Die SPD habe (…) die Landwirtschaft bisher zu wenig als Wirtschaft betrachtet, sondern als ein Element im ländlichen Raum, das es auch zu erhalten gilt. Er wolle herausstellen, dass Landwirtschaft in erster Linie Wirtschaft ist.“
Er hat sich weiterhin dafür ausgesprochen, Landwirten den Anbau der BASF-Genkartoffel Amflora zu ermöglichen. Er will auch den Bau von Mastanlagen für tausende Tiere fördern. Zudem wolle er in Ostdeutschland eine „Veredelungsoffensive“ mit „mehr Tierproduktionsanlagen“, da entstehe Arbeit.
(Und wenn man alte Stellungnahmen von ihm ausgräbt ist er natürlich auch für mehr Exportsubventionen, gegen Milchmengensteuerung und dafür, dass vor allem möglichst riesige Agrarfabriken möglichst noch mehr Steuergeld hinterhergeschoben bekommen.)

Mittlerweile gibt es nun auch Widerspruch in der SPD. (Warum erst so spät?) Jetzt heißt es das Interview sei so nicht autorisiert gewesen, Folgarts Meinung sei nicht Mehrheitsmeinung der SPD und so weiter. Man fragt sich nur: warum um alles in der Welt ist dieser Bauernverbands-Betonkopflobbyist ins Kompetenzteam der SPD gekommen und damit der Schatten-Landwirtschaftsminister der SPD? Laut Interview war er selbst überrascht, dass man ihn fragte…

Folgarts Nominierung ist offenkundig der Versuch der Steinmeier-SPD die CDU/CSU in der Landwirtschaftspolitik rechts zu überholen und mit noch mehr Chemie, noch mehr Industrialisierung und Gentechnik bei den Ewiggestrigen zu punkten. Das wäre zumindest insoweit konsequent, als dass es die Landwirtschaftspolitik der Großen Koalition in den letzten 4 Jahren ganz gut zusammenfasst.

Klar ist: die geäußerten Positionen widersprechen grüner Landwirtschaftspolitik fundamental. Und sie sind ein Schlag ins Gesicht jedes Familienbetriebes, der mit Bio oder anständigem regionalen Anbau transparent Qualität produzieren will. Wir sagen:
- Keine Gentechnikexperimente auf dem Acker und auf dem Teller.
- Kleinräumige Landwirtschaft und Erhalt von Familienbetrieben sichert gute Lebensmittel und unsere Kulturlandschaften.
- Es braucht kluge Rahmensetzungen, wie eine intelligente Milchmengensteuerung, um den Bäuerinnen und Bauern wieder eine faire Marktchance und faire Preise zu ermöglichen
- Keine Subventionen für Großhandel und Großindustrie, sondern gezielte Hilfe dort, wo Höfe Unterstützung für Agrarumweltmaßnahmen, Erhalt von Kulturlandschaften oder Umstieg auf Bio und umwelt-/tierschonende Produktion brauchen.

(erscheint modifiziert auch auf www.bondestag.de)

Tags:, , , , , , , ,
Bislang wurde kein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Schreibe einen Kommentar

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
48 Datenbankanfragen in 0.544 Sekunden · Anmelden