Weiter zum Inhalt
Bundespolitik & Grünzeug am Mittwoch & Umwelt, Klima & Energie » Grünzeug am Mittwoch 023: Sonnenquadrate
14Jul

Grünzeug am Mittwoch 023: Sonnenquadrate

Immer wieder wird die Wüstensonne herangezogen, wenn es darum geht, die Leistungsfähigkeit der Solarenergie zu beweisen. Quadrate von z.B. 800 x 800 km Seitenlänge, in die Wüste eingezeichnet, sollen demonstrieren, dass eine relativ kleine Fläche zur Deckung des Weltenergiebedarfs ausreichen könnte.

Inzwischen wird dieses Konzept mit dem Namen DESERTEC verbunden (dahinter steht u.a. der Club of Rome). Ein hochrangig besetztes Industriekonsortium (u.a. ABB, EON, Deutsche Bank, RWE, München Rück, SCHOTT Solar und SIEMENS) will die Vision „Wüstenstrom für Europa“ in die Tat umsetzen. Dazu soll ein Unternehmen gegründet werden, das Medienberichten zufolge in den nächsten 40 Jahren 400 Mrd. Euro in afrikanische Solarthermie-Kraftwerke investieren will, die 15% des EU-Energiebedarfs decken sollen. Große Worte!

DESERTEC stößt allerdings (auch innerhalb der Solarszene) nicht nur auf Zustimmung. Die grüne Fraktion mit Hans-Josef Fell lobt das Projekt als Ergänzung zu inländischen dezentralen Anlagen. Kritisch dagegen der „Solarpapst“ Hermann Scheer (SPD/EUROSOLAR). Er spricht von einer Fata Morgana. Seine Kritikpunkte: Machbarkeitsfragen, die Konzentration auf eine zentralistische Großtechnologie und die Verteilung der Wertschöpfung. Auch das Forschungsprojekt „SEPA“ äußert sich differenziert.

Klar ist: Erneuerbare sind im Kapitalismus angekommen. Das ist gut, weil es deren Durchsetzung erheblich beschleunigt. Gleichzeitig haben sie damit ihre Unschuld verloren – und müssen spätestens jetzt dem selben kritischen Blick standhalten wie andere Branchen.

Tags:, , , , , , , ,
Bislang wurde ein Kommentar hinterlassen. Du kannst hier einen Kommtenar schreiben.
Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.

Kommentare

  1. Andrea Lindlohr23. Juli 2009

    Vielleicht ist die marrokanische Wüste unrealistischer als ähnliches in Spanien, aber das ist ja nur eine graduelle Frage. Um die natürlichen Standort-Vorteile für die Produktion von Erneurbaren Strom – dort mit Sonne, woanders mit Wind – in großem Ausmaß nutzen zu können, brauchen wir ein europaweit stark ausgebautes Stromnetz. Solange wir nicht genau wissen, wie wir das rechtlich und finanziell erreichen, mag das Fata Morgana sein – aber es ist ja unser Job, das zu ändern.

    Antworten

Trackbacks/Pingbacks

  1. […] (Zweitnutzung von blog.gruene-bw.de) […]

  2. […] hat im Blog der Grünen BaWü einen schönen Artikel zu Deserttec […]

Schreibe einen Kommentar

Valides XHTML & CSS. Realisiert mit Wordpress und dem Blum-O-Matic -Theme von kre8tiv.
52 Datenbankanfragen in 0.604 Sekunden · Anmelden