Endlich ist die grüne Kampagne offiziell. Sie heißt „Aus der Krise hilft nur grün“ und kommt im urbanen Spraydosen-Look daher. Wie zu erwarten, ist eines der Plakatmotive „1 Million neue Jobs“.
Als ich dies meiner Freundin zeigte, die kein Mitglied der Grünen ist, fand sie das eher überheblich – die Wirtschaftskrise sei ja nun nicht einfach durch ein paar Ökojobs zu lösen. Damit zu kontern, dass DIE LINKE doppelt so viel schaffen will, half auf Dauer nicht weiter. Blieb also nur der Blick ins Programm – bzw. ins Autorenpapier (Kuhn/Künast/Trittin) hinter dieser Forderung.
Da wird nun sehr genau aufgeschlüsselt und begründet, wie innerhalb von vier Jahren diese zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen werden sollen:
| Erneuerbare Energien, u.a. Verzicht auf neue Kohlekraftwerke: | 200.000 |
| Energetische Gebäudesanierung, u.a. Investitionsprogramm für öff. Gebäude: | 150.000 |
| Biolandwirtschaft, Agrarbranche: | 30.000 |
| Elektroautos, Förderung ÖPNV: | (100.000)** |
| Abfall- und Wasserwirtschaft, Ressourcen: | 25.000 |
| ErzieherInnen, Fachkräfte an Ganztagsschulen, neue Jobs im Hochschulbereich: | 185.000 |
| Reformen Gesundheit/Pflege: | 150.000 |
| „Sozialer Arbeitsmarkt“ für Langzeitarbeitlose: | 60.000 |
| Abgabensenkung im Niedriglohnbereich, Schwarzarbeit unattraktiver machen, Bürokratieabbau: | 200.000 |
| Summe: | 1.000.000 |
Nun lässt sich über jede dieser Zahlen und die im Autorenpapier dargestellten, dahinter stehenden Annahmen streiten. Insgesamt wird aber deutlich, dass die grüne Antwort auf die Millionenfrage weitaus mehr umfasst als „ein paar Ökojobs“.
* PDF ohne Font, Kopieren des Textes klappte.
** Nicht mitgezählt.
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Nachtrag: noch viel besser als ich beantwortet dieser interaktive Werbefilm der Partei die Millionenfrage!