Das Web 2.0 wünscht sich 25% Hochschulpolitik, 50% Mehdorn-Grube und 25% Energiesparlampen. Mal schauen.
Isolde Charim schreibt in einem taz-Theorietext:
„[Askese] könnte zu utopischen Praktiken führen mit etwas mehr Sexappeal als […] scheußliche Energiesparlampen.“
Sie denkt an die Kapitalismuskrise. An das EU-Glühbirnenverbot und symbolischen Ökokonsum. Warum ausgerechnet die Kuschel-Glühbirne zu utopischer Askese passt, und nicht das kalte klare Neonlicht rationalen Fortschritts, bleibt rätselhaft.
Das jedenfalls ist Mehdorn nicht vorzuwerfen: ICE-Züge werden mit Energiesparlampen erhellt.
Zurückgetreten ist er jetzt ja. Endlich. Bezahlt werden will er weiterhin. Aha? Der Neue heißt Rüdiger Grube. Er scheint umgänglicher zu sein. Ziel: Zufriedenere Kunden – ok.
Trotzdem stolpere ich über das Entscheidungsverfahren. Kanzlerin, Vizekanzler und die Gewerkschaften: die wählen den Bahnchef aus. Mit Blick aufs Unternehmen (wenn schon nicht Börse, … ?) und die Arbeitsbedingungen (Stichwort: Spitzelaffäre). Es fehlt die Bahnfahr-Lobby. Wenn schon rot-grün die Verkehrswende nicht geschafft hat – jetzt wäre mit einer neu aufgestellten „Bürgerbahn“ der Weg frei dafür. Als Infrastruktur utopischer Praktiken, oder vielmehr: als großen Entwurf klimaschonender Mobilität im 21. Jahrhundert. Ob ein Daimler-Manager da die Weichen richtig stellt? Noch bitterer: dass diese Personalie dafür so entscheidend ist. Und nicht das Parlament.
Und die Hochschulpolitik? Demselben Denken wie die Börsenbahn verdankt das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren sein inzwischen 10-jähriges Bestehen. Glückwunsch?!
Tags:Bahn, Deutsche Bahn AG, Energieeffizienz, Hartmut Mehdorn, Hochschulpolitik, neoliberale Wende, Rüdiger Grube, Studiengebühren








Hier ist die TrackBack URL und der Kommentar-Feed des Artikels. Du kannst den Artikel auch auf Twitter oder Facebook posten.