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31Mrz

Grünzeug am Mittwoch 008: NATO-Demo in der Straßenbahn

Aus gegebenem Anlass bereits heute: Wer viel mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs ist, kommt nicht umhin, so manches Gespräch mitzuhören. Bei manchen Unterhaltungen würde ich allerdings am liebsten aufspringen und dazwischenrufen: „Das stimmt ja überhaupt nicht – was erzählen Sie denn da für einen Blödsinn!“. Mache ich aber nicht (dafür ist das Internet da).

Sitzen da also drei Frauen, wohl Verkäuferinnen in der Freiburger Innenstadt:
- „Wir mussten alle früher gehen, wurden nach Hause geschickt. Nur die Männer sollten bleiben.“
- „Ja, das war ja schrecklich. So ein Polizeiaufgebot. Da konnte man richtig Angst bekommen.“
- „Als wir gestreikt hatten, da sind wir ja auch mit zwei Hansele ausgekommen.“
- „Die Demo-Organisatoren, die müssten herangezogen werden, für den ganzen Aufwand zu zahlen. Warum machen die sowas auch?“

Was bestellen die blöden Demo-Organisatoren auch so viele PolizistInnen. Hier der Punkt, an dem ich … Was war passiert? Am Montag wurde in Freiburg die „Verwüstung durch 3000 Chaoten“ (BILD) gegeben. Tatsächlich: eine harmlose Demo zum NATO-Gipfel. Allerdings setzte nicht nur BILD auf Panikmache. Wer gestern in die Stadt ging, fand sich im fleischgewordenen Sicherheitsstaat wieder. Bestellt hat das martialische wie unnötige Polizeiaufgebot der Innenminister, bezahlt „der Steuerzahler“.

So geht’s nicht! Da kann ich unserem Landesvorstand nur recht geben!

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Kommentare

  1. Christian31. März 2009

    Wie sähe denn die Alternative aus? Ich möchte das Geschrei nicht hören, wenn zu wenig Polizei vor Ort ist und es dann doch zu Gewaltaktionen kommt…

    Neben den friedlichen Demonstranten werden auch beim NATO-Gipfel schließlich wieder die Chaoten vom „schwarzen Block“ dabei sein:

    http://www.youtube.com/watch?v=PgxjynjKyz0

    Und ja, es ist wirklich unschön, wenn Steuergelder wegen solchen Randalierern ausgegeben werden müssen – ebenso wie es unschön ist, wenn legitime politische Anliegen in dem Spektakel untergehen. Was aber tun die Veranstalter, um diese und ähnliche Gruppierungen fernzuhalten?

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  2. Till Westermayer31. März 2009

    Naja, aber ein Schlüssel von (geschätzt) ungefähr 5 PolizistInnen auf 1 DemonstrantIn ist doch definitiv ein bißchen hoch, oder? Selbst andersherum fände ich es noch viel.

    Vielleicht muss ich noch ein bißchen ausholen: Freiburg war lange für eine sehr liberale Linie gegenüber Demonstrationen bekannt. Das hat ziemlich gut funktioniert, weil so Vertrauen zwischen Demonstrierenden und Polizei aufgebaut wurde. Es bestand dann auch unter den Demo-VeranstalterInnen ein Interesse daran, Eskalationen zu vermeiden – ergo: keine Probleme mit dem „schwarzen Block“ (der m.E. mindestens zur Hälfte ein Medienphänomen oder Polizeiphantom ist, jedenfalls bei Lichte betrachtet gar nicht so krawallig wie gerne herbeigeschrieben).

    Anyways: ich bin überzeugt davon, dass die Chance, dass eine Demo friedlich bleibt, auch viel damit zu tun hat, wie Demonstrierende behandelt werden (als BürgerInnen, die ein Verfassungsrecht wahrnehmen, oder als potenzielle GewalttäterInnen). Die innenpolitische Taktik von Rech und der baden-württembergischen Polizei geht m.E. nach hinten los.

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  3. Felix31. März 2009

    Die drei Frauen haben im Prinzip gar keine andere Wahl, als sich vor den Demonstrierenden zu fürchten. Dafür tragen zu einem Großteil die Medien die Verantwortung. Paradebeispiel ist Spiegel Online. Hier wird im Video zur Demo „Wir zahlen nicht für eure Krise“ nur von KrawallmacherInnen berichtet, die gemeinsam mit einigen Esoterikfreaks durch die Stadt ziehen und alles kaputt machen. Dazwischen taucht dann noch kurz Christian Ströbele auf, der die Polizei kritisiert und eine Sekunde später durch einen Schnitt zu fliegenden Steinen widerlegt wird. Kein Wort davon, dass 50000 Menschen in zwei Städten friedlich demonstriert haben. Ebenso wenig wird erläutert, dass ein breites Bündnis von Organisationen zur Demo aufgerufen hat, geschweige denn um was es den Demonstrierenden eigentlich ging.
    Vielleicht sollten Wolfgang Büchner und Rüdiger Ditz für die Kosten herangezogen werden…

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  4. Till Westermayer31. März 2009

    @Felix Interessant fand ich – so habe ich jedenfalls das Gespräch wahrgenommen und versucht hier wiederzugeben – dass sich die Furcht mindestens sowohl auf PolizistInnen wie auf die Demonstrierenden bezog. Nur dass letztlich die Verantwortung dafür komplett der einen Seite zugeschoben wurde.

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