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Verkehr » Hemdsärmelig
26Mrz

Hemdsärmelig

Das Wort kommt mir bei so manchen Krisenrettungsaktionen der letzten Zeit in den Sinn. Hemdsärmelig: Das heißt, Jackett ausziehen und loslegen. Mit den Händen. Aber wäre es nicht besser, auch den Kopf mitwirken zu lassen? Hemdsärmelig heißt immer auch, jetzt muss es schnell gehen, hoppla hopp. Und was später draus wird, überlegen wir: – später.
Wenn es nun also die Abwrackprämie (ein sehr hemdsärmeliger Begriff) bis Jahresende gibt, waren wir wieder mal schnell und beherzt zugange. Nur: was kommt danach? Wir haben bewirkt, dass sich all diejenigen Menschen mit neuen Autos eindecken die – vielleicht mangels Geldmangel – ihre Autos lange nutzen (mind. neun Jahr). Blöderweise bedeutet es aber auch, dass genau diejenigen vermutlich einige Jahre lang keine Auto kaufen werden. Mit zweierlei bösen Folgen: der Autoabsatz dürfte auf niedrigem Niveau verharren. Schlecht für die Autoindustrie. Und auch für die Umwelt. Denn jetzt sind neue Kleinwagen zwar klimafreundlicher als der alte Ford Taunus , aber so richtig CO2-arm sind die meisten dann doch nicht. Strenge Klimaregeln für die Prämie gab es ja nicht. Genau in dieser Sparte dürften dann auf Jahre nicht viel neue Autos abzusetzten sein. Dabei hoffen wir doch alle, dass es bald einen CO2-Ausstoss senkenden Innovationsschub auch bei Kleinwagen gibt. Mit deutlichen energiesparenden Motoren oder anderen Antrieben. Aber wer soll die dann kaufen? Wird uns dann wieder erzählt, die Leute seien wohl doch nicht so interessiert am Ökoauto? Wie schon mal Matthias Wissmann (VdA): „Müsliautos interessieren keinen.“

Die Liste der Hemdsärmeligkeiten ließe sich fortsetzen, ich mache lieber einen Genderschwenk. Hemdsärmelig ist eindeutig männlich. Niemand verbände, wenn es ihn gäbe, mit dem Begriff blusenärmelig puren Tatendrang. Vielleicht deshalb, weil Frauen risikobewusster sind (siehe Anke Domscheit am 23.03.09 in der taz)?

Mehr zu Grüne, Umwelt, Autos und Mobilitiät unter http://www.gruen-macht-mobil.de/

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Kommentare

  1. Michael Henke26. März 2009

    Was für eine geblubber. Wo bitte ist denn der Gegenvorschlag bzw. wie wollt ihr es denn besser machen?

    Busenärmelig? Eine schlechte Anspielung, die übersieht, dass auch Frau Merkel eine Frau ist?

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  2. Stefan Orth26. März 2009

    Abwrackprämie hin oder her, gibt es eigentlich Untersuchungen aus denen hervorgeht, ab wann es sinnvoll ist ein altes Auto aus Umweltgesichtspunkten zu ersetzen? Wie sieht es da mit der Ökobilanz über den ganzen Lebenszyklus aus? Wenn ich mir alle – sagen wir 5 Jahre – ein schadstoffärmeres Fahrzeug kaufe muss dieses doch auch wieder produziert werden, mit entsprechendem Ressourcenverbrauch. Selbst 9 Jahre scheinen mir da nicht angemessen …

    VG Stefan Orth

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  3. Silke Krebs26. März 2009

    @Michael Henke
    Unter http://www.gruene-bundestag.de/cms/verkehr/dok/266/266844.koalition_wrackt_klimaschutz_ab.html gibt es die grünen Alternativvorschläge zur Abwrackprämie.

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  4. allex9. September 2009

    Natürlich wird sich es lohnen ein neues Auto zu kaufen.
    Ein Renault Laguna (Diesel) verbraucht weniger als ein 12/ 13 Jahre alter Opel Corsa B.
    Mit dem Renault kann ich vom Bodensee bis zur Ostsee Kiel fahren.
    Was mich wundert ist, warum die LKW Produzenten nochnicht auf die Idee gekommen sind, die LKW mit Hybrid Technik auszustatten.
    Oder die Speditieure selbst, da man so einiges an Treibstoff einsparen könnte.

    Wenn sich die Grünen dafür stark machen würden und auch noch gegen die abschaffung der Wehrpflicht sind, dann würden die Grünen beide Stimmen bekommen von mir.

    Und was auch noch schwer ist, und die Grünen ändern könnten ist, das wenn man als Hausgemeinschaft, einen Altbau sanieren kann.

    Das heißt, wenn man als Eigentümer einer Wohnung, den Wunsch hat, das Haus mit einer Solarthermischen Anlage zu versehen und neu zu dämmen um Energie zu sparen, muss jeder Eigentümer im Haus einen einzel Antrag für eine förderung stellen.
    Vielleicht könnte man es so machen, das wenn eine Hausgemeinschaften einig ist, das Haus aus den 50er oder 60er Jahren zu sanieren, ein Antrag für alle ausreicht.

    Bislang war es schwierig solche Häuser mit mehreren Eigentümern zu sanieren.
    Ich könnte auch die Mietwohnung kaufen, aber warum sollte ich sie kaufen, bei so großem Verbrauch an Strom/ Wärmeverlust und vorallem Trinkwasser, wenn es keinen Erfolg auf sanierung gibt.

    Wie sollen viele, viele solcher Gebäuden saniert werden in BaWü?

    Oder kann mich einer Beraten wo man sich dazu informieren kann?

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