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16Mrz

Milliardengewinne auf Kosten des Klimas und der Kunden

Die vier großen deutschen Energiekonzerne haben im vergangenen Krisenjahr zusammen einen Gewinn von 20 Milliarden Euro erwirtschaftet. Diese Märchengewinne haben die Kunden und das Klima bezahlt. Denn die Strom- und Gaspreise sind im europäischen Vergleich in Deutschland auf einem hohen Niveau. Dies liegt an der Struktur des deutschen Strommarktes mit seinem Oligopol aus Eon, RWE, Vattenfall und EnBW. Alleine durch die Beherrschung der Leipziger Strombörse, haben die vier Konzerne im Jahr 2007 einen Gewinn von 13,4 Milliarden Euro erzielt.

Dies zeigt ganz klar: Die Wettbewerbsaufsicht im deutschen Energiemarkt funktioniert nicht.

Ein Großteil dieser Gewinne stammt aus Kohle und Atom. So setzt der Vorstandsvorsitzende von Eon weiter auf die Uralt-Technologie Kohle: „Unsere großen Kohlekraftwerke bleiben das Rückgrat unserer Erzeugung in Mitteleuropa,“ so Wulf H. Bernotat bei der Bilanzpressekonferenz. Diese Strategie ist angesichts der Klimakatastrophe unverantwortlich und kurzsichtig. Denn bei keiner Art der Stromerzeugung wird mehr CO2 ausgestoßen als bei der Verbrennung von Kohle. Hinzu kommt, dass der Preis für Kohle auf dem Weltmarkt weiter steigen wird. Die Verstromung von Kohle ist nicht mehr lange wettbewerbsfähig.
Die vier deutschen Energiegiganten und ihrer Lobbyisten aus CDU/CSU und FDP werden nicht müde zu betonen, dass sich durch eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke der Strompreis für die Kunden senken würde. Dies ist aber nicht der Fall. Denn in Wirklichkeit würde eine Laufzeitverlängerung nur die Kassen der Stromkonzerne füllen, die mit jedem alten abgeschriebenen AKW eine Million Euro Reingewinn pro Tag machen. Somit würde eine Laufzeitverlängerung den Stromkonzernen Milliarden schenken und ihre Marktdominanz ausbauen. Sie könnten und sie werden höhere Preise durchsetzen. Eine Laufzeitverlängerung treibt also den Strompreis in die Höhe.

Für mich ist klar: Die Monopolstellung der vier Energiekonzerne muss gebrochen werden zugunsten von dezentralen Energieversorgungsstrukturen. Wir brauchen auch nicht mehr Kohle- und Atomstrom, sondern mehr Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Das ist gut für die Kunden und das Klima.

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Kommentare

  1. Florian16. März 2009

    Guter Artikel! Jeder einzelne kann ganz leicht etwas tun, um die Marktmacht der großen Vier einzuschränken: mit Ökostrom von einem unabhängigen Anbieter. Tipps von den Umweltverbänden dazu stehen auf http://www.atomausstieg-selber-machen.de.

    Es gibt sogar einen kleinen, sympathischen Ökostromanbieter aus dem Schwarzwald, der nach ganz Deutschland Ökostrom liefert, die Elektrizitätswerke Schönau.

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  2. Sabine18. März 2009

    100% Zustimmung und eine Frage
    Bin ich ausgeschieden beim Ranking der ökologischen VerbraucherInnen? Die 5 Merkmale meines Verhaltens als Verbraucherin sind:
    1. Ich beziehe zu 100% Energreen-Ökostrom von den städtischen Stadtwerken.
    I2. Meine Solaranlagen machen mehr Strom, als ich verbrauche.
    3. Mein Ökostromanbieter kämpft in einem Stadtwerkeverbund darum, die Kleinen im Wettbewerb zu stärken und gemeinsam den Großen Marktanteile abzujagen.
    4. Mein Ökostromanbieter beteiligt sich an bestehenden und geplanten Wind- Biomasse-, Wasserkraft- und Fotovoltaikanlagen.
    5. Mein Ökostromanbieter beteiligt sich am geplanten Kohlekraftwerk in Brunsbüttel, um damit Kohle zu machen.

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  3. nomos4. Mai 2009

    Gute Artikel reichen nicht. Gute Politik ist gefragt.
    Nicht nur die Konzerne, auch Stadtdwerke wollen Kohlekraftwerke bauen und betreiben. Grüne Kommunalpolitiker machen da keine Ausnahme, sie stimmen dem ebenso wie alle anderen Fraktionen zu.

    Zum Stadtwerke-Kohlekraftwerke Brunsbüttel gibt es hier weitere Informationen:

    http://www.carookee.com/forum/Gaspreis-BB/7

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