1 Euro Job
Einkommen, die aus einem „Ein Euro Job“ erzielt werden, werden auf das Arbeitslosengeld 2, ALG II oder auch Hartz IV nicht angerechnet.
Ein „Ein Euro Job“ oder „1 Euro Job“ist eine Arbeitsgelegenheit, mit deren Hilfe der Gesetzgeber vor allem Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt integrieren will. Sie haben den Zweck, die Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten und sollen den ALG 2 Empfänger an regelmäßige Arbeit und einen strukturierten Tagesablauf gewöhnen.
Zulässig ist jedoch die Arbeit am Wochenende und in Schichten.
und dazu:
Fahrgeld für Ein-Euro-Jobber: Ein-Euro-Jobber bekommen weder Fahrkosten zur Arbeitsstelle erstattet noch eine höhere Entschädigung. Ihnen steht lediglich die übliche Aufwandsentschädigung für den Ein-Euro-Job zu. Im vorliegenden Fall hatte ein Mann mehr Geld verlangt, weil ihn allein die Monatskarte für die vier Kilometer lange Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr 51 Euro kostete. Die Richter lehnten sein Ansinnen ab (Az.: B 14 AS 66/07 R).
Der Sinn hinter dieser ganzen unsäglichen HARTZ-Geschichte war einmal unter anderem das Prinzip „Fördern und Fordern“. Von der Förderung bleibt aber wenig, wenn diese Einkünfte aus den 1-€-Jobs schlagartig komplett oder zum großen Teil durch die Fahrtkosten wieder aufgefressen werden. 1-€-Jobber – die oft genug erleben, dass sie einen regulären Arbeitsplatz besetzen – rechnen mit dem Geld, dass sie so zusätzlich verdienen können. So wird es ihnen wieder genommen. Das ist ungerecht, das ist bodenlos. Mir fällt gar kein Ausdruck ein, der einem öffentlichen BLOG noch angemessen wäre.
Während die Regierung Milliarden in die Hand nimmt, um marode Unternehmen oder Banken zu stützen, nimmt sie den Ärmsten eiskalt die letzten paar Euros aus der Tasche.Und ja, es ist die Regierung, denn die ist Gesetzgeberin.
Das Gesetz muss geändert werden. Alles andere reicht nicht. Denn sonst bleibt da nur noch: „Fordern und Fordern“.
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Also versteh ich das richtig: Die 1€-Löhne, die die H4-Empfänger durch 1€-Jobs verdienen, werden vom H4 abgezogen, sodass ihnen durch ihre 1€-Jobs keine zusätzlichen Einkünfte bleiben. Von diesen fehlenden Mehreinnahmen müssen Sie auch noch Fahrkosten bezahlen, sodass Sie durch ihre Arbeit letztlich Verluste machen!? oO Denn, falls ich das tatsächlich richtig verstanden habe, frag ich mich, wer das beschlossen hat! Das ist… das ist… so was von bescheuert!
Ich habe Jörg so verstanden, dass die Löhne zusätzlich zu Hartz-IV sind („werden nicht angerechnet“), dass aber Fahrtkosten und ähnliche Aufwendungen nicht erstattet werden, so dass der Stundenlohn faktisch noch unter einem Euro liegt.
Till, genau so. Vor allem: dürfen nicht mehr erstattet werden, seit dem Urteil des B.-Sozialgerichts in Kassel. Bisher wurde das bezahlt´.
Der wesentliche Pferdefuß der momentanen Hartz IV-Gesetzgebung scheint mir zu sein, dass viele der sogenannten 1-Euro-Jobber in Wirklichkeit gar keine zusätzlichen Stellen besetzen, die sonst gar nicht anfallen würden, sondern oft genug auf ganz reguläre Arbeitsplätze gesetzt werden – ebenso wie ja auch viele Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen häufig langfristig gebunden sind und dabei exakt die gleiche Arbeit wie die fest angestellten Kollegen verrichten – natürlich bei weniger Lohn.
Wären die meisten 1-Euro-Jobs so ausgelegt, wie man sich das eigentlich vorstellt, würde das an sich gute Prinzip von „Fordern und Fördern“ ja durchaus erfüllt. Das Problem ist hier nicht die Idee an sich, sondern der Mißbrauch, der damit getrieben wird…
Das Urteil ist fatal, da gebe ich Jörg total recht. Zum Glück zeigt mir aber meine Praxis in diesem Bereich, dass es Arbeitsgemeinschaften gibt, die sich daran nicht halten, sondern weiterhin die Fahrtkosten erstatten!
@Christian: Ganz so schlimm ist es nicht. Die Mehrzahl der 1-Euro-Jobs gibt es bei Beschäftigungsträger und dies sind wirklich zusätzliche Jobs. Deine Kritik stimmt häufig bei 1-Euro-Jobs, die bei Kommunen angegliedert sind. Ich meine auch, dass geförderte Beschäftigung notwendig ist – aber ich fordere schon seit langer Zeit, dass diese Beschäftigung sozialversicherungspflichtig und längerfristig sein muss. Dies ist meine Hauptkritik an den momentanen Arbeitsgelegenheiten.