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26Feb

Autos, Autos, Autos

Angesichts täglich neuer Meldungen, wer noch in diesem dahinscheidenden Kapitalismus wieviel Milliarden benötigt, macht sich in mir eine gewisse Atemlosigkeit breit. Gleichzeitig wird mir mehr und mehr klar, dass fast keine Stimme zu hören ist, die laut genug über einen Systemwechsel in diesen angeschlagenen Branchen nachdenkt. Alles soll am Besten so weitergehen, wie bisher. Der Staat – also wir alle und nicht nur Angela Merkel oder der Finanzminister mit dem einen Wilhelm zu viel – packt den Spendierbeutel aus,  und rettet die Arbeitsplätze bei Opel, damit die weiter ihre Autos bauen können, die immer weniger Menschen wollen. Die Zuliefererindustrie – Schaeffler – hat auch schon den Geldbeutel offen und blickt erwartungsvoll in die gefüllte Schatzkammer. VW überschlägt sich bald, weil es seine in Spanien auf Halde produzierten Autos endlich loswird und dank Abwrackprämie einen deutlich höheren Profit erwartet, weil sie ja weniger Rabatte und Drein- und Draufgaben geben müssen. Das Bankett scheint eröffnet, die Canapes belegt, der Champagner steht kalt (und das ist sicherlich kein BIO-Champagner). Ich warte auf Michelin, Bosch, Porsche, Becker….und auf ihre demonstrierenden Beschäftigten. Und ich kann verstehen, dass sie auf die Straße gehen.

Dass ihre Arbeitsplätze aber vielleicht nur erhalten werden können, wenn sie neue Wege gehen, diesen Schritt scheinen die wenigsten sehen zu wollen.  Es ist nicht falsch, Arbeitsplätze zu erhalten, weder bei Opel, noch bei VW oderoderoder. Aber Opel sollte hinterher eben nicht mehr die alten Autos weiterbauen, die sie in die Krise geführt haben und die immer weniger wollten, sondern ihre Produktion auf umweltfreundichere, bezahlbarere Produkte umstellen. Elektroautos. Hybridfahrzeuge. Rikschas. Ohne Schnickschnack. KlimaRoutenplanerDVDPlayerElektrischeWASWEISSICHFÜRZEUGS. Einen echten Bürgeropel – statt Volkswagen. Das wäre die Chance in der Krise – für Opel, für den Erhalt der Arbeitslätze, für den Innovationsstandort, für den Export und unsere Vorreiterrolle, für das Klima und nicht zuletzt für die Staatskasse. Denn dann käme wenigstens was raus – und nicht nur ein irgendwann notleidender Kredit.

Nur mal so ins Grüne hineingeschrieben.

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Kommentare

  1. Till Westermayer26. Februar 2009

    Tata Nano, oder? (Oder wie auch immer der heißt).

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  2. Jörg Rupp26. Februar 2009

    Vielleicht nicht nur Tato Nano….sondern auch der EV1:
    Nur um mal deutlich zu machen, welches Potentail da drin (im E-Auto) steckt – und wieviel Angst GM(AHA!) davor hat:

    In „Who killed the electric car?“ geht es darum, dass General Motors (GM) auf grund der strengen Umweltgesetze im Californien der 90er bereits ein fixfertiges Elektroauto für die Massenproduktion entwickelt hatte: den EV1. 400 Stück wurden an Kunden ausgeliefert. Aber leicht machte es GM einem nicht, dieses Auto zu kaufen: Händler, die davon nichts wussten, 6 Wochen bis der Leasing-Vertrag unterschrieben war, absichtlich schlechte Werbung und GM-Call Center, die Interessenten den EV1 wieder ausredeten.

    Serienreifes E-Auto eingestampft

    Der Film zeigt trotz allem zufriedene Fahrer des EV1, denen ihr Auto allerdings wieder weggenommen wurde. Am Ende des Leasingvertrages verweigerte GM die Annahme der Endzahlung, zog jedes einzelne Exemplar ein und verschrottete so gut wie ALLE! Kein Beispielexemplar sollte mehr die Menschen daran erinnern, dass es auch mit Elektroantrieb geht.

    Der Grund dafür?

    Mittlerweile hatten GM und andere Autobauer erreicht, dass die Umweltgesetze wieder gelockert wurden und der Bau von E-Autos nicht mehr notwendig war. Außerdem war klar, dass ein Elektroantrieb weniger Verschleiß- und wartungsanfällige Teile hat, wodurch am Auto kaum mehr etwas zu verdienen gewesen wäre.

    Die Schuldigen

    Um die Frage zu beantworten, wer das Elektroauto nun umbrachte: Ölfirmen, Autohersteller, die Kalifornische Regierung und ihre beratenden Ausschüsse, das Wasserstoffauto (ein kompletter Irrweg. Warum? See the movie!) und auch die Konsumenten. Was nicht schuld am Tod des Elektroautos war, waren die Batterien. Auch der EV1 hatte genug Reichweite und Geschwindigkeit um 90% aller (auch längeren) Wege zurückzulegen.

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  3. Christian26. Februar 2009

    Sinnlose Hoffnungen. Unsere Auto-Industrie hat den Trend zu Fahrzeugen mit geringem Verbrauch schon seit Jahren verschlafen und versucht nun, sich mit Protektionismus gegen französische und italienische Hersteller zu wehren, die diesen Trend längst erkannt haben. Auch die aktuellen staatlichen Beihilfen werden zu keinem Umdenken führen – wenn Geld da ist, kann man einfach weiter wirtschaften wie bisher…

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  4. Michael27. Februar 2009

    Ich hab mir da auch mal ein paar Gedanken zu Opel gemacht. Ich glaube, dass es bei Opel nicht reicht, neue Autos zu bauen. Wenn ein Markt gesättigt ist und ein Hersteller nicht breit genug aufgestellt ist, dann hat das Unternehmen keine Chance. Da sind die Milliarden, die der Staat dann reinpumpt nur vergebene Liebesmüh, die man dann lieber nachhaltiger und sinnvoller ausgeben kann.

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