200 Wörter über … das liebste Spiel der Grünen, die Koalitionsdebatte (jetzt neu: inkl. Facebook-Gruppe a, b und c)? Den politischen Aschermittwoch (war nie dort, ist nicht mein Ding)?
Nein. Heute: wie entsteht eigentlich ein Wahlprogramm?
Im kleineren Kreisverband: ein paar Leute – Fraktion, Vorstand – treffen sich mehrfach, schauen ins alte Programm, diskutieren über Tonfall und Hauptforderungen, irgendwer schreibt den Entwurf, es wird mehr oder weniger chaotisch daran gearbeitet und irgendwann abgestimmt.
Im größeren Kreisverband: ordentliche Auftakt-Sitzung, Unterarbeitsgruppen für einzelne Felder, in denen vor allem (künftige) Mitglieder der Stadtratsfraktion sitzen, tagen, diverse Entwürfen, auch im Wiki – schließlich die Abstimmung.
Bei der Bundespartei: eine Schreibgruppe aus FraktionsmitarbeiterInnen und anderen renommierten ThesendrescherInnen erhält vom Vorstand den Auftrag, einen Entwurf (50 Seiten) vorzulegen. Diverse Menschen, u.a. aus den Bundesarbeitsgemeinschaften (BAGen), machen schon vorher Vorschläge, was alles im Programm drinne stehen könnte. Mit etwas Glück – so dieses Jahr – wird nicht nur im Parteirat, sondern etwas breiter vordiskutiert: der Entwurf geht an Bundevorstand, Landesvorsitzende, Fraktionen, BAGen; schön der Reihe nach dürfen diese dann Änderungswünsche anbringen und Kritik äußern. Die Schreibgruppe geht drüber, der neue Entwurf wird parteiöffentlich gemacht (bald). KVs, BAGen, LVs, je 20 Mitglieder schreiben 1000 Änderungsanträge, ein Bundesparteitag samt Antragskommission entscheidet (Mai 2009). Fertig ist das Wahlprogramm. Und wer liest’s?
Tags:Koalition, Politischer Aschermittwoch, Wahlprogramm








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