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Umwelt, Klima & Energie » Analysen zum Klimawandel: Von Lächerlich bis Alarmierend
16Feb

Analysen zum Klimawandel: Von Lächerlich bis Alarmierend

Das Thema Klimawandel und die drastischen Konsequenzen, die dieser verursacht, werden heute von keinem/keiner seriösen WissenschaftlerIn mehr bezweifelt und sind auch mittlerweile in den Medien sehr präsent. Dazu beigetragen hat 2007 vor allem der Bericht des IPCC (Intergovernemental Panel on Climate Change, auch UN-Weltklimarat genannt).

Fazit des IPCC-Berichtes:
Bis 2100 kann es abhängig von der Menge der freigesetzten Treibhausgase zu einer Temperaturerhöhung an der Erdoberfläche im globalen Schnitt um 1,1 bis 6,4 Grad Celsius kommen. Bereits eine Erderwärmung von von weniger als zwei Grad würde zu einer deutlichen Zunahme von extremen Wetterphänomen führen, aber noch beherrschbar bleiben. Alles darüber würde katastrophale Folgen haben.

Jetzt gibt es sie aber doch noch, diese Klimaskeptiker. Heute bin ich in der Taz auf einen Artikel über den Jahresbericht des Gesamtverbandes der Steinkohle gestoßen und war schockiert. Dieser Steinkohlelobbyverein biegt sich die Daten des IPCC-Berichtes auf grauenhafte Weise zu Recht. Wer genauer die leicht zu durchschauenden Datenmanipulationen nachverfolgen möchte, kann dieses im Blog „Klima Lounge“ tun (von Stefan Rahmstorf, Professor am Potsdam-Institut für Klimaforschung und Mitautor des IPCC-Reports) .

Bei der morgendlichen Zeitungslektüre bin ich aber in der Sueddeutschen auf eine andere Studie gestoßen, die sich ebenfalls mit dem IPCC-Bericht beschäftigt – allerdings weitaus seriöser. Aber kein Grund zur Freude, denn die neuen Ergebnisse, die beim Jahreskongress der amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft vorgestellt wurden, sind alarmierend. So gibt es mehrere Phänomene wie die bereits veränderten Windmuster im Südpolarmeer, zu erwartende Buschbrände in den tropischen Regenwäldern und auftauende Permafrostböden in der Tundra von Sibirien bis Alaska, die nicht unerheblich zu einer weiteren Erderwärmung beitragen werden, während die Erderwärmung diese drei Effekte wiederum verstärkt. Das alles war im IPCC-Bericht noch nicht berücksichtigt, so werden die Schreckensszenarien noch weit übertroffen.

Einen weiteren Grund für eine weitaus stärker zu erwartende Erderwärmung sehen die WissenschaftlerInnen unter anderem auch darin, dass China und Indien ihren steigenden Energiebedarf zum größten Teil mit Kohle decken (An dieser Stelle liebe Grüße an den Gesamtverband Steinkohle…)

Angesichts der Wirtschaftskrise darf die Klimakrise nicht in Vergessenheit geraten, sie müssen viel mehr gemeinsam gedacht und gelöst werden: Also her mit den Erneuerbaren, her mit Energieeffizienz und lasst uns Energie sparen – für eine ökologische Modernisierung. Für die Wirtschaft und die kommenden Generationen, damit der Mensch auch 2100 auf diesem Planeten noch leben kann.

Wir brauchen einen Green New Deal – den fordern nicht nur die Grünen, sondern auch die UN-Umweltbehörde Unep.

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Kommentare

  1. Michael17. Februar 2009

    Was mich bei diesen Studien und dem Gerede darüber stört: Das Klima ist ein System das kaum zu überschauen ist und das von vielen verschiedenen Einflussfaktoren bestimmt wird. Einer davon ist der Mensch. Wie groß der Einfluss des Menschen ist, das weiß man beim IPCC selber nicht, man vermutet nur. Deshalb sollte man den Bericht auch nicht für bahre Münze nehmen. Es ist lediglich eine Vermutung anhand von bestimmten Parametern.
    Nichtsdestotrotz sollte man natürlich darauf achten, wie man mit seiner Umwelt umgeht.

    Antworten
  2. Carsten Preiss17. Februar 2009

    Buchtipp für alle die Gefallen finden an plumben Statistiktricks ala Gesamtverband Steinkohle und Carmina Brenner:
    Der Hund, der Eier legt von Hans-Peter Beck-Bornholdt und Hans-Hermann Dubben
    http://www.amazon.de/Hund-Eier-legt-Hans-Peter-Beck-Bornholdt/dp/3499611546 oder im örtlichen Buchhandel..

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  3. jw17. Februar 2009

    Wer in der Hinsicht noch mehr Realitätsverlust sehen will, kann sich ja mal bei http://www.braunkohle-forum.de – „einer Initiative der deutschen Braunkohle“ umsehen:

    „Unsere Energieversorgung kennt nicht nur viele Energieträger, sondern auch ein breites Meinungsspektrum. Sie sind auf der Suche nach fundiertem Wissen zur aktuellen Diskussion über Energie, Umwelt und Klima? Dann ist das Braunkohle-Forum die richtige Plattform. Hier argumentieren unabhängige Experten. Hier gibt es Hintergründe und Fakten. Das Braunkohle-Forum transportiert keine Meinungen, sondern hilft Ihnen, eine eigene Meinung zu bilden.“

    Dazu werden dann Wissenschaftler (Innen gibts da nicht) als Kronzeugen für die Braunkohle angeführt. Dabei wird natürlich kräftig getrickst. Weil die Braunkohleindustrie dank großzügiger Überlassung von Emissionsrechten genügend Geld hat, werden auch große Anzeigen in Spiegel, Süddeutsche etc. finanziert.
    Näheres dazu auch auf:
    http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/angriff-der-kohlelobby/

    Antworten
  4. Agnieszka17. Februar 2009

    @ Michael:
    Das Erdklima ist ständig Veränderungen unterworfen, es ist natürlich, dass es Phasen der Erwärmung und Abkühlung gibt.
    Ich will jetzt hier keine große Fachdebatte lostreten…

    Allerdings besteht für mich kein Zweifel angesichts der neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass was wir jetzt als Erderwärmung erleben und in Zukunft erwarten menschengemacht ist. Dass zeigen große Studien, wie der IPCC-Bericht, der übrigens mit mehr als 90%iger Sicherheit davon ausgeht, sondern auch kleinere Berechnungen und Simulationen zum Beispiel an den Polen.

    Häufig lassen sich die „Klimaskeptiker“ leicht widerlegen und es lohnt auch ein Blick auf die Auftraggeber gewisser Studien.

    Antworten
  5. Christine18. Februar 2009

    Hier ein Artikel bei SpiegelOnline, der fehlende Kompetenz bei der Berichterstattung über den Klimawandel kritisiert.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,608151,00.html

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  1. […] Meinen Artikel findet ihr hier. […]

  2. […] andere als positiv sein können. [↩]Dank an Agnieszka, die den Link zu diesem Artikel gebloggt hat. [↩] Tags: Arktis, CO2 Category: Klimawandel, Konventionelle Energien You can follow […]

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